Die nationalen Vertretungen der Alpenschutzkommission CIPRA aus Deutschland, Österreich und Südtirol fordern für den gesamten Alpenraum einen Stopp für die flächenhafte Erweiterung von Skigebieten.

Die Vertreter der Alpenschutzkommission rufen die am 18. und 19. April in Murnau tagenden Bundesminister für Raumordnung der Alpenstaaten auf, sich unter anderem am Beispiel des bayerischen Alpenplans zu orientieren und den Ausbau der Skigebiete in den Alpen durch eine international abgestimmte neue Raumplanung räumlich zu begrenzen.

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Der beliebige flächenhafte Ausbau von Skigebieten mit neuen Liften und Pisten führt international zu einem ruinösen Wettbewerb der Skigebiete, zerstört Natur und Landschaft und leistet keinen Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaft, ist man sich bei CIPRA sicher.

Die 1952 gegründete Organisation kritisiert, dass die bekanntesten Instrumente zur Lenkung des ungezügelten Wachstums von Skigebieten noch aus dem vorigen Jahrhundert stammen:

Landesentwicklungsprogramm mit dem Teil Bayerischer Alpenplan (D), Ruhegebiete (Tirol; Ö), Gletscherschutz (Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg; Ö), Bundesinventare zum Schutz von Landschaften von nationaler Bedeutung, (CH), Nachdenkpausen, Obergrenzen und verschiedene Seilbahnprogramme in Tirol und Südtirol.

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Aktuelle Seilbahn- und Pistenerschließungsprojekte

| © CIPRA

Laut CIPRA konnten alle diese Maßnahmen die immer weiter und höher voranschreitende Gebirgserschließung mit Liften und Pisten im internationalen Vergleich nicht einschränken, sondern höchstens da und dort punktuell bremsen.

Die Folgen in der Praxis: Große Skigebiete schließen sich zusammen, wachsen und verdrängen weiter, während kleine Skiorte der zunehmenden Konkurrenz nicht gewachsen sind und den Betrieb einstellen. 

Als aktuelles Beispiel für diese Fehlentwicklung dient die Debatte um den Ausbau des Skigebietes am Riedberger Horn

Bayerischer Alpenplan als Vorbild

Auf Ebene der Alpenregionen gibt es einige erfolgreiche Planungsinstrumente der Alpinen Raumordnung zur Begrenzung und Steuerung des skitouristischen Wachstums.

Zum Beispiel der Alpenplan in Bayern: Als raumplanerisches Zonierungsinstrument hat dieser erfolgreich dem Erschließungsdruck des Massenskitourismus standgehalten und gleichzeitig bedeutende Verbesserungen für den Schutz sensibler hochalpiner Bereiche bewirkt, so CIPRA.

Gleichzeitig konnten sich die bayerischen Wintersportorte dennoch weiter entwickeln: so transportieren die Lifte heute rund 250 % mehr Personen pro Stunde als 1972 zu Beginn des Alpenplans.

CIPRA: Neue alpine Raumordnungsarchitektur

Die Vorsitzenden der Internationalen Alpenschutzkommission von Deutschland, Österreich und Südtirol, Erwin Rothgang, Peter Haßlacher und Klauspeter Dissinger, fordern die am 18. und 19. April in Murnau tagenden Raumordnungsminister der Vertragsparteien der Alpenkonvention auf, eine neue alpine und alpenweit geltende Raumordnungsarchitektur - etwa auf Basis des Bayerischen Alpenplanes - zu schaffen.

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