Spektakuläre Bilder: Über den Normalweg auf die Große Bischofsmütze
Von der Aualm sind es nur 40 Minuten Zustieg zur Hofpürglhütte. Wer die Tour auf zwei Tage verteilen möchte, übernachtet in der gemütlichen ÖAV-Herberge und verbringt den ersten Nachmittag beim "Mützen-Warm-up" im Klettergarten.
Auf dem unmarkierten Pfad ab der Hofpürglhütte ist Konzentration gefordert – vor allem beim Queren der Erosionsrisse und dem folgenden Steilaufschwung.
Ziemlich mühsam geht es in der Geröllwüste nach oben. Am Rücken erschwert feiner Schutt das Steigen – besser links in der Flanke bleiben, auf den größeren Felsbrocken.
Man erreicht das grüne "A" am Ausläufer der Kamplbrunnspitze. Am besten schon hier angurten und den Helm aufsetzen. Während der nächsten halben Stunde folgt man den grünen Punkten.
Dabei sind der sogenannte erste und zweite Vorbau zu überwinden. Wer sich im IIer-Gelände nicht wohlfühlt, packt bereits hier lieber das Seil aus: Bohrhaken zum Sichern sind vorhanden, aber natürlich muss eine(r) vorsteigen.
Der Beginn der Mützen- oder Südschlucht bietet je nach Jahreszeit ganz unterschiedliche Verhältnisse. Später im Jahr ist das Gelände schneefrei, der Übergang an den Fels entsprechend einfach. Unter einem Felsvorsprung kann man Ausrüstung deponieren (und zum Beispiel auf Kletterschuhe umsteigen).
Gleich die erste kurze Seillänge ist die (neue) Schlüsselstelle der Tour (Ringhaken am Standplatz). Wer diese souverän meistert, muss sich über den weiteren Anstieg keine Sorgen machen. Alle anderen sollten ans Umkehren denken.
Hier befand sich bis 2019 der große Klemmblock. Besonders im Frühsommer, wenn noch Altschnee lag, war das die Schlüsselstelle der Tour.
Nach vier Seillängen ist die Mützenscharte erreicht. Ein geklebter Standhaken befindet sich jenseits der Scharte (in Aufstiegsrichtung).
Nach der Mützenscharte wird das Gelände luftiger. Es folgen zwei Seillängen im III. Grad. Nach einer kurzen, senkrechten Wandstelle geht es hinauf zu einer Rinne, die Genuss pur bietet. An deren Ende befindet sich eine kleine Scharte (mit Kette).
Bei der siebten und achten Seillänge rückt der Gipfel in Sichtweite. Die Flanke lehnt sich zurück, das Gelände wird leichter (I+). Sichern an den Bohrhaken empfiehlt sich wegen der Schutt-Auflage dennoch.
Am Gipfelkreuz wird man mit einem 360-Grad-Panorama belohnt. Glockner, Wiesbachhorn, Hoher Dachstein, Tennengebirge, Hochkönig – alle da!
Die ersten Höhenmeter kann man noch abklettern, spätestens ab der Rinne (SL 6) empfiehlt sich jedoch Abseilen.
Auch in der Mützenschlucht wird abgeseilt. Steinschlag auszulösen ist jetzt tabu, weil sich meistens noch Nachzügler im Aufstieg befinden.
Beim letzten Abseiler geht es sogar kurze Zeit freischwebend nach unten. Deponierte Ausrüstung am Ende der Schlucht nicht vergessen!
Im weiteren Verlauf ist nach wie vor Konzentration gefragt. Die schotterbedeckten Platten sind im Abstieg noch unangenehmer. Eventuell Seilgeländer einrichten und dabei mit anderen Seilschaften zusammenarbeiten, um Zeit zu sparen. Den Letzten beißen natürlich die Hunde.
An den Vorbau 1 & 2 genannten Rampen kommt das Seil das letzte Mal zum Einsatz.
Die Wirtsleute Regina und Heinz Sudra (mit Polizei-Bergführer Manfred Nagl, rechts) freuen sich, wenn alle heil wieder unten sind. Für den nächsten Besuch empfiehlt Heinz den "Jahnweg" (V) auf die "Mütze".

















