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02/2011 ALPIN Test Skitourenschuhe
Wenn man vom "Prime" (Damenmodell: "Swift") die richtige Größe gefunden hat und in dem Schuh drin ist, wird es richtig interessant. Der Schuh fällt extrem klein aus und es ist (typisch für einen Überlapper) etwas schwierig reinzukommen. Dann dreht man mit wenigen Handgriffen den Innenschuh an dem Disk-System zu und hängt die leicht zu bedienenden Schnallen ein. Für einen Dreischnaller hat der Schuh eine sehr gute Abfahrtsperformance.
Der "Quadrant" ist der beste Abfahrer im Test. Er ist schwerer als der Maestrale von Scarpa, hält sich aber vom Gewicht her noch in Grenzen. Für alle, die einen möglichst leichten Schuh suchen, mit dem sie noch einen relativ breiten und schweren Ski beherrschen möchten, ist der Schuh ein ganz heißes Eisen. Genau wie der "Prime" fällt auch der "Quadrant" sehr klein aus und auch die Zehenbox ist sehr flach.
Leider hatten wir von Dalbello nur das härteste der drei Tourenmodelle zur Verfügung, den "Virus Free". Der Schuh ist sehr schwer und für lange Aufstiege nur bedingt geeignet. Die Passform ist gut, die Bedienung der Schnallen aber sehr fummelig. Auch die Umstellung Aufstieg/ Abfahrt könnte einfacher und besser gelöst werden. Unterm Strich ein schwerer Touren- Freerider für den, dem der Schuh passt.
Der "Maestrale" (Damenmodell: "Gea") ist das neue Flaggschiff von Scarpa. Der Schuh ist für einen Vierschnaller sensationell leicht. Das neuartige diagonale Öffnen der Zunge erscheint uns mehr Gag als pure Funktion zu sein. Aber man kommt gut in den Schuh rein, solange der Innenschuh in der Schale sitzt. Das Volumen des Maestrale ist gegenüber den Vorgängermodellen deutlich reduziert, was sich in einer sehr guten Fahrperformance niederschlägt.
Der Pegasus ist die preiswerte Version des Maestrale und unterscheidet sich durch eine PU-Schale und einen einfacheren Innenschuh vom großen Bruder. Das merkt man. Der Pegasus hat mehr Volumen (der Innenschuh nimmt weniger Platz ein) und auch die Schale ist weicher. In puncto Kraftschluss tut sich der Pegasus daher schwer. Außerdem ist der Schuh deutlich schwerer. Bei einem Preisunterschied von 60 Euro lohnt sich der Griff zum Maestrale.
Der "TLT 5" ist der leichteste Schuh im Test. Er geht sich sehr gut, ist nach vorne und hinten super beweglich und mit der (einzuschiebenden) Zunge auch gut abzufahren. Uns hat etwas gestört, dass man den Schuh oben nicht schließen kann, ohne dass er sich dann in der Abfahrtsposition verriegelt. Auch das Handling der oberen Schnalle ist gewöhnungsbedürftig. Unterm Strich aber ein super Schuh zum Höhenmeterfressen.
Der "Literider" spricht weniger den supersportlichen Tourengeher an als die zwei anderen leichten Mitbewerber. Er ist ein Schuh für den normalen Touren- oder Pistengeher für viele Höhenmeter. Der Schuh ist einfach in der Bedienung – wenn man einmal drin ist. Denn der Einstieg ist nervig. Dann zeigt der Literider seine Stärken und ist auch für Alpinisten interessant. Störend, dass die Gummisohle nicht durchgehend ist.
Wer den "F1" einmal mit der Dynafit-Bindung gegangen ist, will so schnell nicht mehr umsteigen. Der Gehkomfort mit dem Zehenknick übertrifft den der zwei anderen leichten Schuhe deutlich. Auch ohne Ski geht sich der "F1" sehr angenehm. Sein Potenzial spielt er aber nur in der Dynafit- Bindung aus. Störend (vor allem bei alpinen Abstiegen) ist der riesige Hebel am Heck des Schuhs. Die Passform ist ungewöhnlich, der Innenschuh extrem dünn.







