Alexander Huber: Profialpinist und Physiker
Alexander Huber (*30. Dezember 1968 in Trostberg, Bayern) ist der Jüngere der Huberbuam. Seit Anfang der 90er-Jahre zählt er zu den besten Kletteren weltweit. Damals bewältigte Alexander zahlreiche alpine Routen im X. und Xi. Schwierigkeitsgrad.
Ein Interview mit Alexander Huber anlässlich seines 50. Geburtstages findet Ihr hier.
Alexander Huber ist alles andere als ein kraftmeierischer Haudrauf. Am Berg kann er zupacken wie kaum ein Zweiter, privat ist der Diplom-Physiker (Abschluss 1997) ein intelligenter und höflicher Mensch, der auch die leisen Töne zu schätzen weiß.
Einer von Alexanders wichtigsten Erfolgen: die Erstbegehung der weltweit ersten 9a+ (XI+) "Weiße Rose" im Jahre 1994. Mit dem Name der Route will und wollte Alex Huber den Geschwistern Scholl seinen Respekt für deren Handeln als Kämpfer gegen den Nationalsozialismus ausdrücken.
Weltweit bekannt wurde Alexander Huber vor allem durch seine atemberaubenden Free-Solo-Erfolge. Hier sieht man ihn 2006 in der Free-Solo-Begehung der Südwand (6c) des Dent du Géant, 4013 Meter, im Montblancmassiv.
Darüber hinaus hat er u. a. folgende Begehungen seilfrei gemeistert: 2002 Hasse-Brandler-Diretissima (7a) an der Großen Zinne 2004 Kommunist (8b) 2008 Grand Capucin über die Schweizerführe (6b) im Auf- und Abstieg 2008 Schlüsselkarspitze "Locker vom Hocker (7a) 2009 sowie Mallo Pison "Murciana" (6c-).
Alexander Huber ist gelegentlich noch immer Free Solo unterwegs, etwa auf Sardinien!
Im Laufe seiner gut 20-jährigen Karriere hat Alexander Huber welteit kaum einen Kletter-Sehnsuchtsort ausgelassen. Egal ob Yosemite Valley, Himalaja, Karakorum, Patagonien, Antarktis oder Baffin Island: Alexander war dort. Das Bild zeigt ihn 2006 bei der Erstbegehung von Golden Eagle an der Desmochada in Patagonien.
Einem breiten Publikum wurden Alexander und Thomas Huber nicht zuletzt durch den Kinofim "Am Limit" bekannt. Dieser zeigt in bis dato noch nie gesehenen Bildern den Speed-Climbing-Rekordversuch in der tausend Meter langen Route "The Nose" am El Capitan (34 SL) im Yosemite Nationalpark.
Mit Regisseur und Oscar-Preisträger Pepe Danquardt. Den Rekord an "The Nose" holten sich die Huberbuam 2007. Wenig später allerdings waren sie ihn auch schon wieder los. Im selben Jahr gelang Alexander Huber zudem die überaus beeindruckende Erstbegehung von Pan Aroma (XI-/8c) an der Nordwand der Westlichen Zinne in den Dolomiten.
2008 brachen die Huberbuam zu ihrem bis dato kältesten Abenteuer auf. Gemeinsam mit dem Schweizer Alpinisten Stephan Siegrist und Kameramann Max Reichel ging es ins Queen Maud Land inmitten der Antarktis.
Der imposanteste Berg im Queen Maud Land ist ohne jeden Zweifel der 2931 Meter hohe Ulvetanna - eine perfekte Pyramide, die sich nach allen Seiten hin als ein abweisendes, anspruchsvolles Ziel präsentiert. Für diesen Berg wird hier gerade das Material zusammengepackt.
Ulvetanna, dritte Besteigung, Erstbegehung des Westpfeilers, "Sound of Silence", 800 Meter, VIII-/A2, bis zu 60° im Schnee, ca. 20 Seillängen.
Alexander (links) und Thomas Huber (rechts). In der Mitte Stephan Siegrist.
Im August 2009 gelingt Alexander und Thomas Huber die erste Rotpunkt-Begehung der "Eternal Flame", einer Kreation der legendären Seilschaft Güllich/Albert aus dem Jahr 1989.
Diese Route zieht in beeindruckender Linienführung mitten durch den Südpfeiler des Nameless Tower (6251 m) inmitten der Granitberge der Trango-Gruppe im Karakorum.
Ebenso dabei: Fotograf Franz Hinterbrandner.
Die riesige zu Kanda gehörende Insel Baffin Island fasziniert Kletterer weltweit. Thomas und Alexander sowie Mario Walder brachen im Sommer 2012 dorthin auf, um den Mount Asgard zu besteigen.
Nico und Olivier Favresse, Sean Villanueva, Stephan Hanssens und Silvia Vidal hatten sich an dieser Route versucht und schafften es bis auf eine Seillänge alles frei zu klettern.
Nach mehreren Tagen und Versuchen an der 700 Meter hohen Wand waren Thomas, Alexander und Mario am Ende mit einem "Team Free Ascent" erfolgreich.
Am 9. August 2012 stand das Trio nach 28 Seillängen mit Schwierigkeiten bis zum 10. Grad und über zehn Tagen in der Wand auf dem Südturm des Mount Asgard.
Die Expedition zum Mount Asgard wurde verfilmt. Alexander und Thomas Huber hatten am Premierenabend in München sichtlich Spaß mit dem Ex-Rodler Georg Hackl (dem Hackl Schorsch).
Die Huberbuam werden als positive Botschafter eines kraftstrotzenden, ehrlichen, naturvebundenen Bayerns gesehen. Den beiden wurde 2013 auch der Dialektpreis des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte verliehen.
Die Huberbuam sind eine Marke und weit über die Grenzen Bayerns und die Grenzen der Kletterszene hinaus ein Begriff. Das machen sich auch Unternehmen zu Nutze, die vom positiven Image der beiden profitieren möchten. So sind bzw. waren die beiden als Werbeträger u. a. schon für Hersteller von Mineralwasser und Schokoriegel im Einsatz.
2015 gelang Alex Huber die Winterbesteigung des Cerro Torre in Argentinien.
2016 gelang dem Jüngeren der Huberbuam die erste Rotpunktbegehung der Route Sueños de Invierno (540 m, 8a) am Naranjo de Bulnes mit Kletter-Kollege Fabian Buhl in neun Stunden.
Im selben Jahr eröffnete Alex Huber gemeinsam mit Mario Walder, Christian Zenz und Bruno Schneider die Route Carpe Diem (5.11a) am Ostpfeiler des Ritterknecht in Ostgrönland.
2017 gelang Alexander die Eröffnung der Route Schweizernase (VII /A4) an der Matterhorn-Nordwand mit Dani Arnold und Thomas Senf und die Eröffnung der Route La Grande Rouge (8b) an der Tadrarate, Taghia im Hohen Atlas in Marokko mit Fabian Buhl. Ebenfalls mit Buhl folgte 2018 die Eröffnung der Route The Big Easy (2200 m, VII+/VIII-) am Choktoi Ri im Karakorum in Pakistan.
Alex Huber, der jüngere der "Huberbuam", hat auf seinen Social-Media-Kanälen im Frühjahr 2024 eine Krebs-Erkrankung öffentlich gemacht. Demnach wurde bei dem 55-Jährigen ein Hirntumor entdeckt. Dabei handelte es sich um ein Hämangioblastom, einen seltenen, gutartigen Tumor des zentralen Nervensystems.
Zwar konnte der Tumor vollständig entfernt werden, die Folge war dennoch eine dreimonatige Pause für den gebürtigen Trostberger, in der keinerlei körperliche Belastung möglich war.
Er hat's noch drauf: Alexander Huber ist mit Mitte 50 noch längst nicht "klettermüde". Dies stellte er zuletzt eindrucksvoll an den Barmsteinen unter Beweis, wo er die Route Mythos im Grad 8c+ erstbegangen hat.
Bereits nach der krankheitsbedingten Pause hatte Huber eine Route am Brendelberg erstbegangen. Ihr Name: "Überleben" (bis X).
Noch mehr Infos, Bilder und Videos zu Alexander und Thomas Huber gibt es auf: huberbuam.de.

























