Chamanna Cluozza: Eine besondere Hütte im Schweizerischen Nationalpark
Es gibt Orte, an denen wir Menschen nur zu Gast sind. Der Schweizerische Nationalpark im Kanton Graubünden ist ein solcher. Hier entsteht eine neue Wildnis. Mit einer besonderen Berghütte mittendrin: der Chamanna Cluozza.

Die Überraschung ist gelungen. "Das letzte Mal habe ich sowas in Nepal erlebt", sagt Fotografin Uli, als ihr zur Begrüßung auf der Chamanna Cluozza ein Tee vor der Hütte eingeschenkt wird. "Cordial Bainvgnü illa Chamanna Cluozza" steht auf einem Schild neben der Outdoor-Teestation. Das ist Rätoromanisch für "Herzlich willkommen". Wir stellen die Rucksäcke ab und genießen den Moment. Der Geschmack aus Minze und Kräutern ist eine Wohltat nach den vergangenen Stunden, die wir von Zernez im Kanton Graubünden durch das wilde Cluozza-Tal aufgestiegen sind.
Wobei das überbeanspruchte Adjektiv "wild" die Sache auf den Punkt bringt: Das Val Cluozza ist tatsächlich Wildnis. Weil es im Schweizerischen Nationalpark liegt. Und dieses Schutzgebiet ist seit seiner Gründung 1914 komplett der Natur überlassen. Im "Park Naziunal Svizzer" sind wir Menschen nur als Beobachter erlaubt, für die strenge Regeln gelten: Kein Schritt darf neben die vorgegebenen Wege gesetzt werden, kein Stein oder Moos als Erinnerung im Rucksack landen.
Auch Händewaschen oder Durstlöschen im Fluss ist tabu. Hier in diesem ältesten Schutzgebiet der Alpen werden keine Tiere gejagt, keine Bäume gefällt, keine Wiesen gemäht. "Langfristig sollen im Nationalpark wieder jene Zustände erreicht werden, wie sie vor dem Eintreffen des Menschen vor rund 5000 Jahren überall geherrscht haben", heißt es bei Wikipedia.


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