Die Karwendel-Runde über Pleisenhütte und Karwendelhaus ist eine abwechslungsreiche Traumtour. Als Bike-und-Hike-Variante mit Kniff bietet sie noch mehr Genuss.

Der Toni-Gaugg-Weg zwischen der Pleisenhütte und dem Karwendelhaus bietet alles, wofür Bergsteiger das Karwendelgebirge lieben: schroffe Felsgipfel, weite Schuttkare und eine wilde Bergnatur. 

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Pleisenhütte bei Nacht

Die Pleisenhütte und ein gigantischer Sternenhimmel.

| © Birgit Gelder

Um den Zustieg zur Pleisenhütte, und den Abstieg vom Karwendelhaus zu verkürzen, lohnt es sich, diese Tour als Bike-und-Hike-Variante anzugehen. Denn gerade der Abstieg vom Karwendelhaus ist ein sehr langwieriger Talhatscher – glücklich, wer hier komfortabel aufs Bike zurückgreifen kann.

Der besondere Kniff an dieser Tour liegt in der Organisation: Geschickterweise absolvieren zwei Parteien die Tour in entgegengesetzter Richtung. Ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke befindet sich der Gipfel der Großen Seekarspitze. Perfekter kann der Übergabeort für die jeweiligen Schlüssel zu den auf den Hütten deponierten Bikes kaum liegen – mit herrlicher Aussicht auf die rundumliegenden Karwendelgipfel und -täler.

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Ist der Schlüssel übergeben und der Abstieg zur Hütte hinter sich gebracht, kann man so bequem mit den Mountainbikes der jeweils anderen Gruppe zurück ins Tal rollen. Zusätzlich zu Breitgrießkar- und Großer Seekarspitze ist die Pleisenhütte ein echtes Highlight dieser Tour: Siggi Gaugg – Sohn des Hüttenerbauers und Namensgeber des Wegs – und seine Frau Andrea bewirten ihre Gäste so gekonnt, dass diese sich ab dem ersten Moment bei ihnen wie zu Hause fühlen.

Fotogalerie: Schritt für Schritt durchs Karwendel. 

Die Tour

Karwendel-Durchquerung über Breitgrießkarspitze, 2590 m, und Große Seekarspitze, 2677 m

Bike Hike
Schwierigkeit: leicht schwer
Gesamtdauer: 3 ½ Std. 6 ½ Std.
Höhenmeter: 850 Hm 1350 Hm
Länge: 27 km

Die Haute-Route des Karwendel. Landschaftlich sehr ansprechend und insgesamt herrlich abwechslungsreich. Die beiden 2000er-Gipfel bieten fantastische Ausblicke in alle Richtungen.

Am Gipfel der Großen Seekarspitze

Am Gipfel der Großen Seekarspitze blickt man bei klarer Sicht bis zum Alpenhauptkamm.

| © Birgit Gelder

Talort: Scharnitz, 964 m.

Ausgangspunkt: Gebührenpflichtiger Parkplatz an der Hinterautalstraße (Eingang ins Hinterautal), 965 m.

Beste Zeit: Mai – Oktober.

Route: Für die auf den Bildern abgebildete Richtung der Tour startet man in Scharnitz mit dem Bike ins Hinterautal und wendet sich dann nach links immer steiler werdend in Richtung Pleisenhütte. Von dort geht man am nächsten Morgen zu Fuß über Mitterkar und Hinterkar auf die Breitgrießkarspitze. 

Danach hinunter ins Breitgrießkar und über die gleichnamige Scharte auf die Große Seekarspitze. Hier Treffpunkt und Radschlüssel-Übergabe. Auf- und Abstieg über den Nordgrat. In Folge Richtung Nordosten bis hinab zum Karwendelhaus. Von dort durch das Karwendeltal zurück zum Ausgangspunkt nach Scharnitz. 

ALPIN-Info: Durchs Karwendel

Nordgrat der Großen Seekarspitze

Kurz gemeinsam über den Nordgrat der Großen Seekarspitze.

| © Birgit Gelder

Trittsicherheit, sehr gute Kondition, gründliche Zeitplanung und bestes Wetter sind essenziell für diese tolle Tour. Am besten macht man sie paarweise in entgegengesetzter Richtung mit Radtausch – Schlüssel nicht vergessen!

Info: Tourismusbüro Scharnitz, A-6108 Scharnitz, Tel. +43 5088040 www.scharnitz.tirol.gv.at

Anreise: Per Bahn über Mittenwald oder per Auto auf der A 95 nach Garmisch. Von dort über Mittenwald nach Scharnitz.

Hütten: Pleisenhütte, 1757 m, privat, Sigfried Gaugg, 30. Mai bis Herbst geöffnet, Tel. +43 664 9158792; Karwendelhaus, 1765 m, DAV MTV München, 13. Juni – 13.Oktober, Tel. +43 720 983554, www.karwendelhaus.com

Ausrüstung: Mountainbike, Helm, Handschuhe, vollständige Wanderausrüstung.

Literatur: Walter Klier: Alpenvereinsführer Karwendel alpin, Bergverlag Rother, 2011.

Karten: Alpenvereinskarten, 1: 25 000, Blätter 5/1, Karwendelgebirge West, und 5/2, Mitte.

ALPIN-Tipp: Für diese lange Tour unbedingt ausreichend Flüssigkeit einpacken, da unterwegs keine Hütten oder Wasser zu finden sind. Wer die Tour nicht mit Bike-Partner machen kann oder möchte, hat ungleich längere Gehzeiten vor sich!

Text von Florian Riedel

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