Schroffe Zähne, steile Grate: Die Überschreitung des Walliser Obergabelshorns ist anspruchsvoll. Doch allein wegen der grandiosen Aussicht auf das Matterhorn lohnt sie sich.

Es ist schon eine Weile her, dass Europa mit Afrika kollidierte. Dabei begab es sich, dass ein hartes Stück afrikanische Kruste weit auf die europäische Platte geschoben wurde.

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Nichts für Anfänger: die Überschreitung des Obergabelhorns über den Arbengrat.

| © Ralf Gantzhorn

Da man damals - egal was kam - integrierte (und nicht auswies), entstand in der Schweiz eine der formschönsten Viertausender-Ansammlungen der Alpen - die Walliser Kaiserkrone, bestehend aus Matterhorn, Dent Blanche, Obergabelhorn, Zinalrothorn und Weisshorn.

Das kleinste der kaiserlichen Juwelen ist das Obergabelhorn. Mit 4063 Meter ragt es gerade eben über die magische 4000-Meter-Marke. Aber da es aus afrikanischem Gneis besteht, wartet dieses Horn mit festem Gestein und großer Formschönheit auf.

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Die eleganteste Form, sich dem Obergabelhorn bergsteigerisch zu nähern, ist die Überschreitung von Südwest nach Nordost: Ausgangspunkt ist das pittoreske Arbenbiwak mit dem wohl aussichtsreichsten Klohäuschen der Alpen: Nordwandblick aufs Matterhorn inklusive.

Von dort wendet man sich am Morgen einer schräg von Ost nach West durch die Südwand führenden Rinne zu, sie bildet den Türöffner zum Südwestgrat, der als Arbengrat in die Literatur eingegangen ist. Die Kletterei am Grat ist wunderschön, nur fast zu kurz.

Aber es folgt ja noch der Abstieg über den Nordnordostgrat und die Wellenkuppe mit seinen kleinen Gegenanstiegen. So wird man doch erschöpft (und glücklich) die Rothornhütte erreichen. Nur das Klohäuschen ist hier nicht halb so schön.

Die Tour

Obergabelhorn, 4063 m Arbengrat - Überschreitung

Gesamtzeit: 7 - 9 Std.

Höhenmeter: 840 Hm

Schwierigkeit: Hochtour, schwer

Schwierigkeiten: IV, ZS, bis 50°. Aufmerksamkeit und Kondition sollten für deutlich mehr als den Aufstieg reichen. Achtung: Der Abstieg von der Wellenkuppe ist brüchig!

Höhenunterschied: Arbenbiwak - Gipfel: 840 Hm. Obergabelhorn - Rothornhütte: 980 Hm.

Gehzeiten: 4 – 5 Std. Aufstieg, 3 – 4 Std. Abstieg.

Beste Jahreszeit: Die Tour ist von Juli bis in den September hinein möglich. Nach Schlechtwetter trocknet der Arbengrat schnell wieder ab.

Ausgangspunkt: Arbenbiwak, 3224 m.

Endpunkt: Rothornhütte, 3198 m. Für den Rückweg nach Zermatt geht’s einfach nur steil bergab (markierter Wanderweg).

Der Grat ist mit Stellen IV im Fels und Eis bis 50 Grad durchwegs sehr anspruchsvoll. Die Ziffern vor den Bildunterschriften sind durchschnittliche Zeitangaben vom Startpunkt aus.

Fotogalerie: Schritt für Schritt auf das Obergabelhorn - und wieder runter! 

Obergabelhorn - der perfekte Berg

Idealtour im Herzen des Wallis. Allein der Blick aufs Matterhorn ist Grund genug für eine Begehung des Arbengrats.

Übersichtskarte

Die Tour.

Anreise:

Am besten und bequemsten mit der Bahn nach Zermatt und von dort auch wieder zurück.

Info/Bergführer:

Zermatt Tourismus , Bahnhofsplatz 5, CH-3929 Zermatt, Tel. +41 27 9668100, www.zermatt.ch

Karte:

Schweizer Landeskarte, 1:25000, Blätter 1327, Evolène, und 1328, Randa.

Literatur:

Moritz Attenberger, Ralf Gantzhorn: Himmelsleitern, Bergverlag Rother, 2012.

Hütten:

Arbenbiwak , 3224 m, SAC Zermatt, 15 Plätze, Kocher und Küchenutensilien vorhanden, nicht bewartet, http://sac.zermatt.ch/arbenbiwak/

Rothornhütte , 3198 m, SAC, bewirtschaftet Mitte Juli bis Mitte September, 90 Plätze, Tel. +41 27 9672043, www.sac-oberaargau.ch

Text von Ralf Gantzhorn

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