Insgesamt sind in dieser Saison schon über 20 Menschen an den 14 höchsten Bergen der Erde ums Leben gekommen.

Die Zahl der Menschen, die in diesem Frühjahr am Mount Everst ihr Leben gelassen haben, ist auf 11 gestiegen; das sind mehr als doppelt so viele wie in der kompletten Saison 2018.

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Für viele Beobachter ist diese Zunahme nicht überraschend. Denn von Jahr zu Jahr versuchen immer mehr Menschen, den höchsten Punkt der Erde zu erreichen.

Ging um die Welt: Das Foto von Nirmal "Nims" Purja.

| © facebook.com/NimsPurja

Das von Nirmal Purja am 22. Mai aufgenommene - und schon jetzt ikonische - Foto einer Hunderte von Meter langen Bergsteigerschlange am Everest-Gipfelgrat spiegelt diese Entwicklung eindrucksvoll wieder - und wirft ein Schlaglicht auf eine weiteres Problem:

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Je mehr Menschen Richtung Gipfel strömen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, an den Schlüsselstellen in einen Stau zu geraten. Dies kann gerade in der Todeszone fatale Folgen haben. 

Die stundenlange Warterei in Eiseskälte kostet die Gipfelaspiranten nicht nur Energie und Nerven, sondern minimiert auch die Sauerstoffvorräte. 

Wird der Gipfel mit einer letzten Kraftanstrengung zwar noch erreicht, sind bei vielen spätestens auf dem Weg nach unten die Reserven aufgebraucht. Nahezu allen Todesopfern in dieser Saison wurde der Abstieg zum Verhängnis. 

"Wer warten muss, dem geht der Sauerstoff in der Höhe aus, der wird müde, fängt an zu frieren und hockt sich irgendwann hin – dann ist der Tod nicht mehr weit", so Peter Habeler in einem Interview mit der FAZ

Der Zillertaler, dem 1978 zusammen mit Reinhold Messner die erste Besteigung des Everest ohne Flaschensauerstoff gelungen war, plädiert nicht nur für eine "Art Aufnahmeprüfung für Everest-Touristen", sondern auch für eine deutliche Reduzierung der vergebenen Permits. 

"Ich fordere die nepalesische Regierung dringend auf, weniger Genehmigungen zu erteilen und das Geschäft, von dem ja viele Leute leben, nicht zuletzt die Sherpas, zu begrenzen. Und zwar schnell. Sonst sterben wieder Menschen", so der 76-Jährige.

David Göttler gibt noch einen weiteren Aspekt zu bedenken. Der deutsche Extrembergsteiger hatte am 23. Mai versucht, den Gipfel des Everest ohne Flaschensauerstoff zu erreichen, entschloss sich aber auf 8650 Metern zur Umkehr.

"Klar hätte ich mich gefreut, wenn ich den Gipfel erreicht hätte. Ich fühle mich aber nicht als Opfer der Massen hier! Ich wusste ja, was mich erwartet. Warum regen sich Leute, die hierher gekommen sind, über die vielen Menschen auf? Auch sie sollten gewusst haben, worauf sie sich einlassen. 

Klar wünschte ich mir, dass es eine Lösung gäbe für das Problem, dass zu viele Leute hier sind. Aber plötzlich darüber überrascht zu tun, halte ich für Effekthascherei. Gerade als Profi. Wir sind es ja allen voran, die immer wieder erzählen und auch davon leben, wie toll diese Berge sind", so der 40-Jährige auf Abenteuer Berg.

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19 Kommentare

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Harald Fasching auf Facebook

Oder einfach vielleicht den Flugzeugtreibstoff genau so besteuern wie Kfz-Kraftstoff auch..., ich denke, dann würde es auch anders ausschauen mit den ökologischen Fußabdrücken.

Hans Thurner auf Facebook

Am besten den Flaschensauerstoff verbieten, dann wird es schnell sehr ruhig hier :-)! Realistisch wäre zumindest, die Besteigungen mit Flaschensauerstoff nicht anerkennen. Künstlicher H2o ist wie A0 klettern! Wenn ich mich den "Weg durch den Fisch" an den Hacken hochhangel, wird auch kaum wer sagen, die Tour hab ich gemacht.

Messlander

Das Jahr 2018 könnte, was die Bergunfallstatistik anbelangt, zu einem Rekordjahr werden.

80 Personen kamen im ersten Halbjahr 2018 in den Schweizer Bergen bereits ums Leben. Dies geht aus der Zwischenbilanz des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) hervor.

Warum regt sich denn jeder auf das am Everest schon 11 Tote zu beklagen sind?
Wer darf denn in die Berge? Nur der der lebend zurück kehrt?
Verstehe den Trubel um den Everest nicht. Jeder Tote ist ein verlust. Aber alle begeben sich freiwillig dort hin. Bin selber in den Bergen unterwegs und zum Glück immer heil wieder gekommen.
Als erst Anfang des Jahres 3 der besten Kletterer bei einer Lawine in Kanada ums Leben gekommen sind gab es Trauer in der ganzen Medien Welt. Wären es normale Bergsteiger (Turis) gewesen, hätte man sie zerrissen was sie da verloren haben.
Wie gesagt jedes Leben zählt aber jeder hat das recht das zu tun was er möchte.

Eli Vogt auf Facebook

Das glaub ich nicht dass die Meisten Touristen sind.So einfach ist das nun auch wieder nicht mit dem Everest.Und auch schon top Leute sind dort oben gestorben....entweder packt man die Höhe oder nicht.Und das mit dem Stau ist eben nicht so toll.Die Leute sind ausgekühlt und dann stirbt man sehr schnell in dieser Höhe.

Tobias Distelzwey auf Facebook

Das sind überwiegend Touristen und keine Alpinisten. Und mal ganz ehrlich wenn sich ein Tourist eine solche Aufgabe sucht, muss man sich über einen solchen Ausgang nicht wundern.

Nicolas Scheidtweiler auf Facebook

Er war ja oben, kann es nun allen verbieten

Ezra Noordermeer auf Facebook

Da hat er schon recht. Es ist wie genannt einen ‘Bucketlistberg’, hat aber immer weniger mit Alpinismus zu tun

Rene Dorfinger auf Facebook

Die gegend lebt von den touristen. Und nur weil was besonders hoch ist, heißt das noch nicht, dass Man da rauf muss. Das ist diese instagram-mentalität "zeigen, was man tut".

Oliver Holme auf Facebook

Geht es nur mir so? Wenn sich jemand da oben das Leben nehmen will, soll er es doch tun. Es wird keiner gezwungen und jedem ist das Risiko bekannt. Viel Natur, die man kaputt machen kann, ist da oben auch nicht und die Einheimischen haben ein Einkommen. So what? Sollen sie gehen, mein Segen haben sie.

Heribert Scherb auf Facebook

Die Permits reglementieren!

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