Die schlimmen Befürchtungen haben sich bestätigt. Bergsteiger bleiben am Nanga Parbat.

Bereits seit 24. Februar wurden der Italiener Daniele Nardi und sein britischer Bergsteiger-Kollege Tom Ballard am Nanga Parbat vermisst. Die beiden hatten versucht, die Winterbesteigung des mit 8125 m Höhe neunthöchsten Bergs der Erde über die Mummery-Rippe zu realisieren, ein Vorhaben, das als extrem anspruchsvoll und gefährlich zu bezeichnen ist. 

Die erste erfolgreiche Winterbesteigung am Nanga Parbat überhaupt war einem Team mit dem Italiener Simone Moro, dem Basken Alex Txikon und dem Pakistani Ali Sadpar im Februar 2016 gelungen.

Txikon, der sich derzeit mit einem spanischen Team an der ersten Winterbesteigung des K2 versucht, war wie auch Sadpara an der letztlich missglückten Rettungsaktion für Nardi und Ballard beteiligt. Die Suche nach den beiden wurde durch eine Crowdfunding-Kampagne der weltweiten Bergsteiger-Community unterstützt. Dabei kam es wegen des Wetters, technischer, politischer und kommunikativer Schwierigkeiten immer wieder zu Verzögerungen.

Schon vor mehreren Tagen waren Experten (darunter Reinhold Messner und Simone Moro) davon ausgegangen, dass es kaum mehr Chancen für eine Rettung der beiden vermissten Bergsteiger gäbe.

Nun informierte der italienische Botschafter in Pakistan, Stefano Pontecorvo, dass die Suche eingestellt wurde und die Bergsteiger tot seien. Alex Txikon hatte mit einem Teleskop die leblosen Körper der beiden in etwa 5.900 Metern Höhe entdeckt.

In einem Post aus der Heimat auf Nardis Facebook-Seite heißt es u.a.:

"Unser Herz ist gebrochen: Wir informieren Euch, dass die Suche nach Daniele und Tom beendet ist. (...)

Daniele wird ein Ehemann, ein Vater, ein Sohn, ein Bruder und ein Freund bleiben, der für einen Traum gestorben ist, den wir immer akzeptiert, respektiert und geteilt haben."

Der 42-jährige Nardi war bereits zum vierten Mal an den 8125 Meter hohen Berg gereist und versuchte sich bereits zum dritten Mal an der Route über die Mummery-Rippe. 

Ballard, 30, der die sechs bedeutenden Nordwände der Alpen als Erster im Alleingang im Winter durchstieg, ist der Sohn der Alpinistin Alison Hargreaves, die 1995 beim Abstieg vom K2 ihr Leben ließ.

Die Lage am K2

Alex Txikon ist inzwischen wieder im Basislager des K2 eingetroffen. Sein Team will offensichtlich weiterhin versuchen, den zweithöchsten Berg der Erde erstmals im Winter zu besteigen. 

Das zweite Team am Berg, eine osteuropäischen Expedition mit starken russischen, kirgisischen und kasachischen Bergsteigern, das sich ebenfalls die Wintererstbesteigung vorgenommen hatte, hat einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zu Folge nach einem gescheiterten Gipfelversuch inzwischen aufgegeben,

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