Auf der Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins (DAV) am 11. und 12. November standen für die rund 600 Delegierten aus 355 DAV-Sektionen drei Themen im Mittelpunkt: Der Breitensport, der Natur- und Umweltschutz und die Kletteranlagen.

Der DAV ist mit über einer Million Mitgliedern als große Organisation für Bergsport und Naturschutz bekannt. Sichtbar wurde die Wahrnehmung als wichtiger Verband auch an den Grußworten prominenter Ehrengäste – unter anderem von Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble. Der Politiker bestärkte den DAV: "Was Sie im Alpenverein leisten, ist eine fantastische Leistung". Ehrenamtliches Engagement ist laut Dr. Schäuble eine "unverzichtbare Grundlage für die Stabilität unserer Gesellschaft". Gerade in Zeiten von Unsicherheit, Globalisierung und Vereinzelung komme Verbänden wie dem DAV große Bedeutung für die Aufrechterhaltung einer stabilen, freiheitlichen Gesellschaftsform zu.

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Kam persönlich nach Offenburg: Dr. Wolfgang Schäuble.

Resolution Bewahrung des Alpenplanes

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Ein großes Thema beschäftigt den Deutschen Alpenverein: die geplante Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu. Das umstrittene Erschließungsvorhaben in der absolut schützenswerten Zone C des Alpenplanes stellt nach Ansicht des DAV den gesamte Alpenplan in Frage. Eine Resolution zur Bewahrung des Alpenplans wurde einstimmig verabscheidet, was der DAV als deutlichen Appell sieht: "Die Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins fordert die Bayerische Staatsregierung auf, den Alpenplan zum Schutz des bayerischen Alpenraums nicht zu verändern!"

Investitionen in Kletterhallen

Am Redner-Pult: DAV-Präsident Josef Klenner.

Klettern hat sich in zum Breitensport entwickelt. In Deutschland gibt es über 460 Kletteranlagen, ca. 210 davon gehören den Sektionen des DAV. Inzwischen gibt es nahezu eine flächendeckende Verteilung von Kletterhallen. Der DAV möchte künftig mehr Mittel für Sanierung und Modernisierung bestehender Hallen ausgegeben. Ein Schwerpunkt dabei ist die Förderung von sicherheitstechnischen Einrichtungen. Dazu zählen zum Beispiel Fallschutzböden oder Sicherungssimulatoren, an denen Kletterer lernen können, wie sie ihren Kletterpartner am besten sichern und wie im Falle eines Sturzes zu reagieren ist.

Erstmals drei Frauen im Präsidium

Philipp Sausmikat, Vizepräsident und Bundesjugendleiter, schied auf der Hauptversammlung aus dem DAV-Präsidium aus. Nachfolgerin ist die bereits als Bundesjugendleiterin gewählte 24-jährige Sunnyi Mews. Von nun an arbeiten erstmals drei Frauen im siebenköpfigen DAV-Präsidium mit.

Geehrt: Toni Palzer (2. v. r.) erhielt den DAV-Preis für besondere Leistungen im Bergsport.

Ehrungen für besondere Leistungen im Sport und in der Bergrettung

Der DAV-Preis für besondere Leistungen im Bergsport wurde dieses Jahr an Toni Palzer verliehen. Der erfolgreichste Nachwuchs-Skibergsteiger aller Zeiten wurde in der Kategorie Jugend mehrfach Europameister, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger. Die Saison 2016 beendete er als bester Allround-Skibergsteiger. Das Ehrenzeichen "Grünes Kreuz" für besondere Leistungen in der Bergrettung geht an den Kriseninterventionsdienst der Bergwacht Bayern (KID BERG).

Umweltgütesiegel für sechs Alpenvereinshütten

Seit 20 Jahren wird das Umweltgütesiegel des Deutschen Alpenvereins, des Österreichischen Alpenvereins und des Alpenvereins Südtirol verliehen. Dieses Jahr dürfen sich sechs Alpenvereinshütten des DAV über diese Auszeichnung freuen: die Winnebachseehütte, die Neue Pforzheimer Hütte, die Priener Hütte, das Kölner Haus, die Kaunergrathütte und die Tölzer Hütte. 119 von insgesamt 588 Alpenvereinshütten tragen nun dieses Siegel.

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