Wir wollten von Ihnen wissen, wie Sie bei dem Bürgerentscheid abgestimmt hätten. Hier ist das Ergebnis unserer Umfrage.

Mit überwältigender Mehrheit hatten sich am 18. September die Bürger der Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein bei einer Bürgerbefragung für den Bau einer Skischaukel am Riedberger Horn ausgesprochen.

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Nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses zeigte sich Ministerpräsident Horst Seehofer von dem Verfahren überzeugt: "Das war eine sehr deutliche Willensbekundung, ich halte das für sehr positiv". Und der zuständige Heimatminister Markus Söder hatte schon im Vorfeld des Bürgerentscheides erklärt, dass "die Bürger die Chance" haben sollten, "über ihre Heimat mitzubestimmen."

Ein Bürgerentscheid sei generell kein probates Mittel, um über landesplanerische Vorgaben wie den Alpenplan und internationale Verträge abstimmen zu lassen, so der Tenor der Umweltschutzverbände, die nach der Abstimmung ihre Kritik an dem Verfahren wiederholten. 

"Es stimmt uns besorgt, dass die Staatsregierung das Votum von 0,001 Prozent der bayerischen Bevölkerung zum Anlass nehmen könnte, den über vier Jahrzehnte bewährten Alpenplan aufzuweichen", heißt es in einer DAV-Pressemeldung vom 19. September. 

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Sehen Sie das auch so?

Wir wollten von Ihnen wissen, wie Sie bei dem Bürgerentscheid abgestimmt hätten.

Demnach spricht sich eine deutliche Mehrheit unserer User (79%) gegen den Bau einer Skischaukel aus. Immerhin 21% hätten für die Verbindung der Skigebiete Balderschwang und Grasgeheren votiert.

© www.alpin.de

Dieses Kräfteverhältnis spiegelt sich auch in den abgegebenen Kommentaren wieder.

User wie Jürgen T. sind mit ihrer Meinung deutlich in der Minderheit:

"Die Bürger vor Ort, die dort im Einklang mit der Natur leben, wissen am Besten was ihnen und der Natur nützt und was ihr schadet. 85% Zustimmung in Balderschwang und 68,3% in Obermaiselstein sind ein klares Votum und Ausdruck gelebter Demokratie. Sie brauchen keine Belehrungen von uns naturverliebten Städtern, Naturschutzvereinen und Alpenverein, die gleich mit Klagen drohen und damit zeigen, was ihnen die Bürger und die Demokratie vor Ort Wert sind. Verbessert sich denn die Umweltbilanz, wenn immer mehr Skitouristen mit dem Auto, Bus oder Bahn weiter südlich in die großen Skigebiete nach Österreich fahren? Naturschutz von Oben (herab) hat noch nie funktioniert."

Ausgewogen und analytisch bezieht User Olli S. für die "Gegenpartei" Stellung:

"Die Entscheidung ist sehr bedauernswert und wird sicher mein persönliches Verhältnis zur Region verändern. Ich kann die Argumentation der Gemeinden zwar nachvollziehen, halte sie jedoch für sehr kurzfristig gedacht. Man muss schon ein ausgesprochener Optimist sein, zu glauben mit dem Zusammenschluss ernsthafte Wettbewerbsfähigkeit zu den gigantischen Skischaukeln der restlichen Alpen herstellen zu können. Kaum ein weiterer Wintergast wird sich aufgrund dieser Erweiterung dazu bewegen lassen zukünftig seine Schwünge im (Kunst-)schnee schon vor Oberstdorf oder Tirol zu machen. Sommergäste werden sich aber sehr wohl fragen ob an ihre Bedürfnisse noch gedacht wird. Eine zersiedelte Berglandschaft entspricht kaum dem Wunsch der immer anspruchsvoller werdenden Sommergästen. Im Übrigen, wie sieht es den mit der Schneesicherheit aus ? Ist man den so hoffnungsvoll im Allgäu, daß Frau Holle in Zeiten des Klimawandels im schwäbischen Voralpenland eine Ausnahme macht oder einfach nur naiv? Die letzten drei Jahre waren weltweit mit die wärmsten, die Stagnation der Erwärmung beendet und eine Anomalie folgt der nächsten. Es wäre besser zukünftig in naturnahen Tourismus zu investieren und zu akzeptieren dass das goldene Zeitalter des Wintertourismus sich dem Ende neigt."

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2 Kommentare

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Harry O

Wahrscheinlich wird auch hier wie schon an anderen Orten auch mit der Skischaukel der Katzenjammer mit nicht vorhandenen "Minusgraden" groß sein. Welcher Zauberer hat da denn einen Hieb und Stichfesten Wirtschaftsplan aus dem Hut geholt?
Bin gespannt wer hinterher die Pleite finanzieren muss.

Robert Fritsch

Auch ich bin gegen eine Ski-Schaukel am Riedberger Horn. Dabei kann ich vor allem die Kurzfristigkeit des Denkens nicht verstehen in dem eines der letzten unbebauten Gebiete der Alpen zerstört werden soll.
Vor allem der Eingriff in eine Alpenschutzregion der Schutzzone C halte ich unter keinen Umständen für tragbar. Auch die Schneesicherheit in Zeiten des Klimawandels stellt sich für mich als euserst fraglich dar.
Ein Bürgerbergehren mit einem derart kleinem Anteil an Wahlberechtigten kann nicht repräsentativ sein,denn die Umwelt sellt ein Allgemeingut für uns alle dar. Dies kann nicht von einer so kleinen Mehrheit entschieden werden. Deshalb habe ich eine Online Petition mit dem Titel "Kein Skizirkus am Riedberger Horn" auf change.org ins Leben gerufen. Bitte unterstützen Sie mich dabei.