Unter dem Motto "Hände weg vom Alpenplan" rufen Alpin- und Umweltverbände am 06. Oktober zu einer Protestaktion vor der Bayerischen Staatskanzlei auf.

Seit jahrzehnten streiten Befürworter und Gegner über die bauliche Erschließung des Gebietes um das Riedberger Horn. Und ein Ende ist nicht abzusehen! 

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Für neuen Zündstoff in der hitzig geführten Debatte sorgte eine Initiative der Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein. 

Diese hatten im vergangenen Jahr eine Änderung ihrer Flächennutzungsplanung auf den Weg gebracht, die zur wirtschaftlichen Stärkung der Liftanlagen Riederberger Horn und Grasgehren eine Verbindungsbahn und neue Skipisten vorsahen.

Im Sommer dieses Jahres hatte das Bayrische Umweltministerium den Plänen der beiden Allgäuer Gemeinden eine klare Absage erteilt. Nach Auffassung von Ressortchefin Ulrike Scharf verstoße man mit dem geplanten Bauvorhaben klar gegen geltendes Umweltrecht und den bayerischen Alpenplan.

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Dieses 1972 im Rahmen des "Landesentwicklungsprogramm Bayern" vorgestellte Konzept weist das Riedberger Horn der Schutzzone C, der striktesten Schutzkategorie, zu. Für diesen Bereich, heute über 43% des bayerischen Alpenraums, sind technische Erschließungen unzulässig. Der Bau von Alm- und Fortswegen bildet hier im Bedarfsfall die Ausnahme.

Die Hoffnungen von Balderschwang und Obermaiselstein ruhen derzeit auf Markus Söder. Signalisiert der Bayerischen Heimat- und Finanzminister seine Unterstützung für das von den betroffenen Gemeinden initierte Zielabweichungsverfahren vom Alpenplan, dürfte die "Pro Bebauungsfraktion" am Riedberger Horn wieder Rückenwind bekommen.

Soll auch im Winter weiterhin alpiner "Ruheraum" bleiben: das Riedberger Horn. | © CIPRA

Alpin- und Umweltverbände sehen in dem Zielabweichungsverfahren für das Riedberger Horn "einen Präzedenzfall für ganz Bayern". Werde einmal in die Ruhezone eingegriffen, so die Ansicht, seien zukünftig weitere Eingriffe in die Erholungslandschaft im bayerische Alpenraum nicht auszuschließen.

Um ihrer Forderung nach einem Erhalt von Ruhezonen Nachdruck zu verleihen, rufen Bund Naturschutz, DAV, Mountain Wilderness Deutschland, der Landesbund für Vogelschutz,CIPRA-Deutschland und der Verein zum Schutz der Bergwelt zu einer gemeinsamen Protestkundgebung vor der Bayerischen Staatskanzlei auf.

Termin: Dienstag, 06. Oktober, um 12.00 Uhr

Ort: Am Franz-Josef-Strauß-Ring (Ostseite) in Höhe Haupteingang der Bayerischen Staatskanzlei

Bereits am Sonntag, den 04. Oktober, findet auf dem Gipfeld es Riedberger Horns (1787m) um 14:00 Uhr eine "ökumenische Schöpfungsandacht statt.

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