Die Überschreitung von Masarè und Rotwand führt durch eine der schönsten Gegenden der Dolomiten, ist ausgesprochen abwechslungsreich und bleibt technisch im Rahmen.

Masare-Klettersteig und Rotwand-Überschreitung sind zwei separate Touren, die sich aber perfekt miteinander kombinieren lassen, da Masarè und Rotwand einen Kamm bilden.

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Überhaupt hat der Doppelpack Masarè – Rotwand viele Vorzüge: An der Westseite nimmt der Sessellift zum Rifugio Paolina einige Zustiegshöhenmeter ab, mit der Baita Pederiva und dem Rifugio Roda di Vaèl (Rotwandhütte) stehen zwei günstig gelegene Hütten zur Verfügung, nach dem Masarè-Klettersteig kann man am Fensterturm zügig zur Rotwandhütte absteigen oder die Tour über die Rotwand weiterführen.

Die Schwierigkeiten der beiden Steige liegen bei C. Begangen wird die Tour sowohl von Süden nach Norden als auch umgekehrt. Hier wird die Süd-Nord-Richtung empfohlen, da man von der Rotwand vergleichsweise einfach (A/B) zum Passo Vajolon absteigen kann.

Neben der grandiosen Aussicht ist es auch die Routenführung, die die Überschreitung zu einem Erlebnis macht: Am Masarè-Klettersteig werden etliche Türme überstiegen, man pendelt zwischen West- und Ostseite und kleine senkrechte Aufschwünge wechseln mit kurzen Passagen mit Gehgelände.

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Einen letzten Joker zieht die Tour beim Weg zurück zum Sessellift, dann geht es am Hirzlweg unter der senkrechten, 400 Meter hohen Felsmauer der Rotwand hindurch, man kann nochmals hinaufschauen und stolz sagen: Da war ich oben!

Die Tour

Rotwand Gipfelkreuz

Auf dem Gipfel der Rotwand.

| © Andreas Strauß

Masarè-Klettersteig – Rotwand, 2806 m

Schwierikeit: Klettersteig, mittel, C

Dauer: 6 Stunden

Höhenmeter: 1000 Hm

Die Verbindung von Masarè- und Rotwand-Klettersteig ist eine nicht allzu lange, kurzweilige Tour im Bereich C, dennoch mit einigen steilen und ausgesetzten Stellen. An Wochenenden kann es sehr voll werden.

Talort: Vigo di Fassa, 1335 m.

Ausgangspunkt: Talstation des Sessellifts Paolina, 1620 m, westlich des Karerpasses, Busverbindung ab Bozen und Vigo di Fassa.

Beste Zeit: Juni – Oktober.

Route: Auffahrt mit dem Paolina-Sessellift. Von der Paolina-Hütte geht es über das Christomannos-Denkmal zur Rotwand-hütte und oberhalb an einer Verzweigung links zum Beginn des Masarè-Klettersteigs (C). Über einige Türme im Auf und Ab bis zum Ausstieg nahe des Fensterturms (Abstiegsmöglichkeit zur Rotwandhütte). Über einen Wiesensattel zum Beginn der Versicherungen auf die Rotwand (C) und bald über einen Steig auf den Gipfel (2806 m). Nach Norden versichert (A/B) in den Vajolonpass und hinab über den Hirzlweg zum Christomannos-Denkmal und zur Paolina-Hütte.

Info: Masarè-Rotwand-Überschreitung

Rotwandhütte

Traumhaft gelegen: Die Rotwandhütte.

| © Andreas Strauß

Die perfekte Klettersteig-Gipfel-Kombination mit interessanter Wegführung und viel Abwechslung. Wer nicht auf technische Höchstleistung, sondern auf einen schönen Steig und ein rundes Erlebnis Wert legt, ist hier richtig.

Info: Touristinfo Val di Fassa, I-38032 Canazei, Tel. +39 0462 609500, www.fassa.com

Anreise: Von Bozen durchs Eggental zum Karerpass oder über das Grödner- und Fassatal zum Karerpass.

Hütten: Rifugio Paolina, 2125 m, privat, geöffnet Ende Mai – Mitte Oktober, Tel. +39 0471 612008, www.paolina-huette.com; Baita Pederiva, 2275 m, privat, geöffnet Anfang Juni – Ende Oktober, Tel. +39 0462 764094, www.baitapederiva.com; Rifugio Roda di Vaèl, 2280 m, C.A.I., geöffnet Ende Mai – Mitte Oktober, Tel. +39 0462 764450, www.rodadivael.it

Bergbahn: Paolina-Sessellift, geöffnet Ende Mai – Mitte Oktober, 8.30 – 12.15 und 13.30 – 17.30 Uhr, im Hochsommer 30 Min. längere Betriebszeiten, Tel. +39 0471 612112, www.carezza.it

Ausrüstung: Klettersteigausrüstung.

Literatur: Mark Zahel: Klettersteige Dolomiten, Bergverlag Rother, 2013; Axel Jentzsch-Rabl u. a.: Klettersteigführer Dolomiten – Südtirol – Gardasee, Alpinverlag, 2015.

Karte: Tabacco, 1: 25 000, Blatt 06, Val di Fassa e Dolomiti Fassane.

ALPIN-Tipp: Sehr beliebte Tour. Besonders früher oder später Einstieg aufgrund der mäßigen Tourenlänge möglich.

Text von Andrea Strauß

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