Hoch über der Leutasch zacken die Felstürme der Arnspitzen in den siebten Bergsteigerhimmel. Ihre Überschreitung bietet ein exquisites Abenteuer mit freier Sicht auf Wetterstein und Karwendel.

Was sind das eigentlich für markante Spitzen“, fragen sich viele Bergsteiger, wenn sie von München in Richtung Süden unterwegs sind. Wie ein perfekter Dreizack stechen die Arnspitzen aus der Scharte zwischen Jochberg und Herzogstand empor und so werden die Gipfel auf der Fahrt in die Berge bald alte Bekannte, obwohl die meisten Bergsteiger nie auf ihnen standen. 

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Nur für Konditionsstarke: Die Gesamtüberschreitung der Arnspitzgruppe.

Zu groß ist die Auswahl an berühmten Gipfeln rundum, in den Nachbargebirgen von Wetterstein und Karwendel. Dabei sind die Arnspitzen durchaus eine Reise in die Leutasch wert, denn sie zählen dort zu den schönsten Gipfeltouren. Die Überschreitung der gesamten Arnspitzgruppe wird wohl nur deshalb selten begangen, weil sie außer guter Kondition auch solide alpine Erfahrung einfordert. Nur das geübte Auge wird den leichtesten und sichersten Weg durch die steilen Felsaufschwünge finden.

Konditionstest gleich zu Beginn: Von Ahrn geht es 600 Höhenmeter in Serpentinen zum Zwirchkopf hinauf.

| © Georg Pollinger
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Im Wechsel zwischen breiten Latschenfeldern und ausgesetzten Kletterpassagen warten eindrucksvolle Tiefblicke und außergewöhnliche Aussichten, die alle Mühe wert sind. Ein Lockruf für echte Alpinisten, die einsame Stunden in unberührter Bergwildnis verbringen möchten. Wer sich im dritten Kletter-Schwierigkeitsgrad wohlfühlt und ausgesetzte Grate als prickelnden Reiz empfindet, wird die anspruchsvolle Überschreitung als tolles Bergabenteuer lange in Erinnerung behalten.

ALPIN-Tour - Arnspitzen, 2196 m, Überschreitung

Überschreitung der Arnspitzengruppe: Arnkopf, 1934 m – Arnplattenspitze, 2171 m – Mittlere Arnspitze, 2091 m – Große Arnspitze, 2196 m.

  • Schwierigkeitsgrad: schwer, III

  • Dauer: 7 - 8 Stunden

  • Höhenmeter: 1600 Hm

  • Ausgangspunkt: Wanderparkplatz in Puitbach, 1089 m

  • Beste Zeit: Juli – September

Route: Von Puitbach in Richtung Arnkopf die steile Bergflanke empor. Über Zwirchkopf und Arnkopf auf die Arnplattenspitze. Ostseitig absteigen und abklettern. Über Schrofen und durch Latschen zum Felsvorbau der Mittleren Arnspitze. Die steile Felswand linksseitig emporklettern und über ein Felsband nach links ausqueren. Weiter auf den Felsrücken und den Gipfelaufbau der Mittleren Arnspitze hinaufklettern. Ein kurzes Stück am Aufstiegsweg abklettern und über ein Felsband in die südostseitige Scharte. Die steile Rinne hinunter in Schotter und über ein Band nach links queren, zuletzt ist die schwierigste Kletterpassage (III–) zu überwinden. Unschwer am Kamm entlang zur großenArnspitze. Der Abstieg erfolgt über den Normalweg zur Arnspitzhütte und über den Riedkopf zurück nach Leutasch.

Ab hier folgt man dem ausgesetzten Kamm bis zur Großen Arnspitze hinüber.

| © Georg Pollinger

ALPIN-Info

Unvergessliches, alpines Bergabenteuer hoch über den lieblichen Talböden der Leutasch.

  • Anreise: Mit dem Auto über die A 95 nach Garmisch, auf der B 2 weiter nach Mittenwald und in Richtung Leutasch auf die L 14 abbiegen. Alternativ über die Inntal-Autobahn A 12 und Telfs in die Leutasch. In Puitbach auf dem Wanderparkplatz parken. Mit der Bahn über Garmisch oder Innsbruck bis Seefeld in Tirol, weiter mit dem Regionalbus 4184 in Richtung Leutasch.

  • Info: Olympiaregion Seefeld, Informationsbüro Leutasch, Weidach 320, A-6105 Leutasch, Tel. +43 508 80510, seefeld.com

  • Ausgangspunkt: Wanderparkplatz in Puitbach, 1089 m, in der Leutasch.

  • Endpunkt: Gasthof zur Mühle, Burggraben in der Leutasch.

  • Bustransfer: Seefeld-Leutasch, Buslinie 4186

  • Beste Zeit: Juli – September, auf stabiles Wetter achten.

  • Literatur: Thomas Otto, Stephan Baur: Münchner Bergtouren: 46 Felstouren im II. Grad zwischen Salzburg und Oberstdorf, Bergverlag Rother, 2014. Dieter Seibert: Seefeld – Leutasch, Bergverlag Rother, 2017.

  • Karte: AV-Karte, 1: 25 000, Blatt 4/3, Wetterstein und Mieminger Gebirge Ost.

Text von Klara Palme

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