Entkräftet und unterkühlt den Abstieg suchen – das muss nicht sein. Wer weiß, wie man eine Schneehöhle baut, kann sich helfen. Wir sagen Ihnen, was Sie beim Bau einer Schneehöhle alles beachten müssen.

Als Notbiwak können Schneehöhlen Leben retten und als geplantes Biwak eine sinnvolle Alternative zum Zelt sein. Denn richtig gebaut, sind sie bei starkem Wind und bei eisiger Kälte dem Biwaksack oder Zelt weit voraus. Der Sturm bleibt draußen und die Temperaturen im Inneren bewegen sich um die null Grad. So lässt es sich aushalten und man kann abwarten, bis das Wetter besser wird.

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Der Sturm bleibt draußen und die Temperaturen im Inneren bewegen sich um die null Grad. So lässt es sich aushalten und man kann abwarten, bis das Wetter besser wird.

Wie geht`s?

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Zunächst braucht man Schnee in ausreichender Tiefe. Zwei Meter sollten es schon sein, sonst besteht die Gefahr, dass die Decke nicht hält. Eine große Schneeverwehung, eine Wechte oder ein Windkolk sind perfekt geeignet (unbedingt auf die Lawinengefahr achten). Man gräbt ein tunnelartiges Loch, dessen Eingang so klein sein sollte, dass man gerade noch hindurch kommt, und den man gut mit einem Rucksack oder Schneebrocken verschließen kann.

Was es zu beachten gilt

Der Eingang sollte möglichst im Windschatten liegen und nicht zugeweht werden können. Die Decke der Höhle formt man am besten wie eine Kuppel, damit Tropfwasser seitlich herunterrinnen kann. Soll die Höhle mehrere Tage halten, muss die Decke mindestens eine Dicke von eineinhalb Metern haben. Bei geringer Schneeauflage muss man improvisieren und sich mit Schneemauern und Biwaksack behelfen.

Tipp: Die Schlaffläche leicht erhöht anlegen. Dann fällt die kalte Luft in den Kältegraben rund um die Schlaffläche, man liegt wärmer.

Belüftung überlebenswichtig

„Ganz entscheidend ist die Belüftung der Schneehöhle“, erklärt Extrembergsteiger und Bergführer Robert Jasper. Wer das vergisst, läuft Gefahr, im Schlaf zu ersticken. Ein paar Zahlen machen deutlich, wie wichtig es ist, regelmäßig für Frischluft zu sorgen.

Im Schnitt atmet der Mensch in Ruhe ungefähr zehn Liter Luft pro Minute. In der Stunde sind das ca. 600 Liter, also 0,6 Kubikmeter. In acht Stunden Schlaf atmet man also knapp fünf Kubikmeter Luft.

Eine Höhle für zwei Personen hat etwa ein Volumen von viereinhalb Kubikmeter Luft. Die ausgeatmete Luft enthält zudem Kohlendioxid, das zur langsamen und unmerklichen Vergiftung führt, wenn die Konzentration zu hoch wird.

Komfortabel: Jetboil Sol | © Jetboil

„Da hilft nur eines“, so Robert Jasper: „Nachts immer wieder aufstehen, den Eingang öffnen und Luft hereinlassen.“ Er hat selbst schon erlebt, was passiert, wenn man das vergisst.

"Wir waren wie betrunken und haben gerade noch realisiert, dass wir handeln müssen." Daher ist es auch so wichtig, den Eingang immer wieder von Schneeverwehungen frei zu schaufeln. Die dichten nämlich zusätzlich ab. Von eigens in die Decke gestochenen Luftlöchern hält er wenig.

„Die schneien zu oder werden zugeweht.“ Wer also keine Nachtwache einteilen will, muss den Wecker stellen, um zwei bis drei Mal pro Nacht für Sauerstoff zu sorgen. Ob Belüftungsloch in der Decke oder regelmäßiges Öffnen des Eingangs: eines von beidem ist ein Muss.

Pro und Contra

Jasper hat bei seinen Unternehmungen mehrere Monate in Schneehöhlen verbracht. Für ihn haben sie in bestimmten Situationen entscheidende Vorteile.

Bei extremen Bedingungen wie eisigen Temperaturen und Sturm sind sie dem Zelt überlegen. Und sie müssen nicht getragen werden. Nachteil der Schneehöhle ist die fehlende Sonneneinstrahlung. Irgendwann trocknet die Bekleidung nicht mehr richtig und der Kontakt zur Außenwelt fehlt.

Wenig Schnee - was nun?

Was tun, wenn die Oberfläche nicht geneigt ist oder zu wenig Schnee liegt? Im ersten Fall schaufelt man ein Loch mit einem Kältegraben und deckt diesen mit Ski, Biwaksack und Schneebrocken ab. Um den Wärmeverlust so gering wie möglich zu halten, muss das Loch klein bleiben. Zum Liegen reicht es dann nicht mehr.

Bei geringer Schneeauflage muss man improvisieren und sich mit Schneemauern und Biwaksack behelfen. Hauptsache, weg von der ungastlichen Oberfläche. Denn das Phänomen des Windchillfaktors halbiert in etwa die Außentemperatur.

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