Auf der DAV-Mitgliederversammlung der Sektion München wurden zukunftsweisende Beschlüsse gefasst. Hier die Ergebnisse im Überblick.

Keine Ladestationen für E-Mountainbikes auf Hütten

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In den letzten Jahren hat der Anteil an E-Mountainbikes in den Bergen rasant zugenommen – und wird dies Prognosen zufolge ungebremst weiter tun. Als Folge nimmt dadurch unter anderem der Besucherandrang auf DAV-Hütten und deren Umgebung weiter zu, weil mit Motor-Unterstützung mehr Menschen in die Gebirgslandschaften dringen und zudem größere Reichweiten erzielen können.

"Klassische" Mountainbikes vor der Reintalangerhütte im Wetterstein.

| © Thomas Gesell, DAV-Sektionen München

Als einen Beitrag, um Konflikte zwischen den verschiedenen Bergsportlern und Auswirkungen auf die Natur zu vermeiden, sollen auf den neun bewirtschafteten sowie 13 unbewirtschafteten Hütten der Sektion München keine Ladestationen für E-Mountainbikes eingerichtet werden. Die Sektion München legt damit auch wieder mehr Wert auf die eigene Leistung "by fair means" statt auf ein Plus an Komfort auf ihren Hütten. 

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Erste Jugend-Vollversammlung im Jubiläumsjahr 2019

Als erste große Sektion des Deutschen Alpenvereins führt die Sektion München die von der Mitgliederversammlung verabschiedete Jugendordnung ein. Mitglieder der Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV) sind alle Sektionsmitglieder bis zum 27. Lebensjahr sowie Jugendleiter/-innen, Jugendrefererentinnen und -referenten und Jugendausschussmitglieder. 

Jedes junge Alpenvereinsmitglied kann sich nun an den Diskussionen und politischen Prozessen beteiligen, sich aufstellen lassen und gewählt werden. Selbst Kindern wird es auf diese Weise künftig möglich sein, an der Vereinsarbeit teilzunehmen und Schritt für Schritt Verantwortung zu übernehmen. 

Wichtigster Baustein ist die Einführung von Jugendvollversammlungen auf Sektionsebene. Dort soll die Meinungsbildung der jungen Menschen im Verein und im Verband stattfinden. Im Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Bestehen der Gründersektion München und damit des Deutschen Alpenvereins, 2019, wird die erste Jugend-Vollversammlung der Münchner Sektions-Jugend stattfinden.

Gepäcktransport zu den Hütten

Ein weiteres Thema auf der Versammlung war der Gepäcktransport zu den Hütten. Mit diesem "Service"-Angebot auf vielen Alpenvereinshütten bediene der Alpenverein eine gestiegene Komforterwartung, die ihm als Bergsteigerverein nicht gut zu Gesicht stehe, argumentierten viele der Mitglieder. 

Andere Stimmen gaben jedoch zu bedenken, dass der Gepäcktransports in manchen Fällen durchaus seine Berechtigung habe: etwa für Senioren oder Bergfreunde mit Handicap, für Kurs- und Schulungsgruppen oder für Kinder und Jugendliche, etwa im Rahmen einer Klassenfahrt ins Gebirge. 

Letztlich beschloss die Mitgliederversammlung mit deutlicher Mehrheit, dieses komplexe Thema noch einmal zu überdenken, in den kommenden Monaten vertieft zu diskutieren und die Entscheidung einer zukünftigen Diskussion und Abstimmung zu überlassen.

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20 Kommentare

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ReinekeFuchs

Ladestation, eBike, Fahrrrad mit Gangschaltung, Wanderer, Ski-Fahrer - gehört alles nur wohldosiert in die Alpen.

Wie reisen die Wanderer an? Alle mit dem Zug? Vielleicht sollte man die Zufahrten für Fahrzeuge sperren: Wer nicht aus eigener Kraft mindestens 15 km bis zum Berg laufen kann, sollte da auch gar nicht hochlaufen dürfen.

Warum braucht's Hütten: Wer aus eigener Kraft kein Zelt und keine Verpflegung schleppen kann, gehört da nicht hin.

In keinem Kommentar steht etwas von Rücksicht gegenüber Tieren. Blabla Natur - Natur ist am schönsten, wenn ganz wenig Mensch in der Nähe ist. Also Hütten schließen und fernbleiben.

Wer die Dunkelheit mit der Taschenlampe sucht, tut sich schwer. Wer Natur erleben will, indem er in ihr herumstapft, und jedem dergelaufenen Wanderer die Wege weist, macht es der Natur schwer, natürlich zu bleiben.

A propos zu viele E-Biker: Wie wär's mit einer Beschränkung der Wanderer? Jedes DAV Mitglied bekommt fünf Chips, und darf nur genau so oft im Jahr in die Alpen. Nein? Klingt alles komisch?

Komisch ist für mich, dass Wanderer in den Alpen meinen, Sie hätten erhabenere Rechte als andere Nutzer.

Fredi

Servus Beinand, wenn ich hier manche Kommentare lese, meine ich, dass ich im verkehrten Film bzw. Verein bin. E-Biker nur auf Forstautobahnen ab 2,50m , oder gar nur unten im Tal, und, und ...!! Der "Normalo-Biker" darf sein Rad bis zum Gipfel fahren bzw. tragen, fährt durch Naturschutzgebiete, läßt Weidezäune offen.
Wieso müssen denn immer mehr Schilder auf Steigen aufgestellt werden, "Radfahren verboten" ?? Bestimmt nicht für eine Großzahl von E-Bikern.
Ich komme aus der Almwirtschaft und weis daher genau, wovon ich spreche.
Das wir insgesamt in den Alpen mit der immer steigenden Menge von
Wanderer, Radfahrer, Gelitschirmer usw. große Probleme bekommen, dürfte mittlerweile jedem klar sein.
Aber kann oder darf ich damit bestimmte Sportarten diskriminieren ?
Das gesamte Problem ist nur insoweit etwas zu entschärfen, indem die Vernunft und der faire Umgang zur Natur und zu meinem Mitmenschen besser wird.
Und eins dürfte dem DAV auch klar sein, die E-Biker werden unaufhaltsam die absolute Mehrzahl werden.

Anonymer Nutzer mit Behinderung

Arrogant und diskriminierend nenne ich das, nur weil ich behindert bin und trotzdem mit meinem Kind die Alpen überqueren will hab ich also nichts zu suchen auf Hütten des DAV. Herzlichen Dank. Werde das bei der Tourplanung berücksichtigen und selbstredend in der Videodokumentation deutlich machen. Beschließt am besten das Verbot von griffigem Profil an Schuhen und erklimmt eure Hütten zu Fuß damit keine Weege beschädigt werden denn euer Bodendruck ist größer. Ötzi hat es auch ohne Wasserstiefel versucht, diesen vorschritt wollt ihr nutzen, aber nur das was euch passt. Wer macht die Natur mehr kaputt? Die Dicken krebserregende Diesel SUV‘s die von vielen euren Mitglieder in Alpentälern die Luft verpesten oder der E-biker? Sowas von „von gestern und Arrogant“ wie manche vom DAV sind wohl Gründe weshalb die AFD überhaupt gibt.

toerg

Vor etwa 30 Jahren, als ich meinen ersten Alpencross mit dem Mountainbike gefahren bin, wurden wir als junge Burschen von den erfahrenen Wanderen angefeindet. "Was wollt Ihr mit dem Rad auf unseren Bergen?", so in etwa war der Grundtenor. Mittlerweile haben´s manche, darunter auch der DAV, kapiert, dass Mountainbiken durchaus eine ernstzunehmende Sportart ist. Aber zum Glück gibt´s ja jetzt einen neuen Feind, den E-Biker. Dieser ist, wenn man den Kommentaren, Cartoons und Meinungen der eingefleischten Bergler so glauben soll, offensichtlich unsportlich, kann nicht gescheit fahren und hat keinen Sinn für die Natur. Aber so einfach ist es nicht. Seitdem ich (neben meinem Muskelradl) ein E-Bike habe, fahre ich damit fast täglich zur Arbeit (statt mit dem Auto), fahre von der Arbeit zu meinen Hometrails (statt mit dem Auto), springe dort alle Sprünge, für die ich sonst den Downhiller genommen habe und fahre alle Trails, die ich mit sonst mit dem Enduo oder Allmountain gefahren bin. Ich schone die Umwelt, indem ich das Auto immer öfters stehen lasse und fahre trotzdem sehr sportlich Mountainbike. Das E-Bike ist kein Gegner, es ermöglicht uns allen einfach mehr Spaß und mehr Zeit auf dem Fahrrad. Das ist etwas Gutes, nichts Schlechtes!!! Seid froh, wenn die Autos in der Garage bleiben und die Leute mehr Fahrrad fahren. Ob mit oder ohne Motor, das ist doch egal.. ich verstehe die Diskussion wirklich nicht. Und wenn jemand sein Bike laden muss, lasst es ihn doch laden. Vielleicht fährt er ja noch weiter als bis zur Hütte oder gar eine Mehrtagestour und nicht gleich wieder ins Tal.. so etwas soll´s ja auch geben.

Marcel

Es geht doch überhaupt nicht darum, Menschen allgemein oder bestimmte Menschengruppen im speziellen vom (E-)Bikefahren abzuhalten. Das können sie doch wunderbar im Tal oder auf kleineren Touren, für die der Akku reicht, machen. Aber warum muss auf einmal jeder überall hinkönnen? Wenn die Kondition oder die körperliche Verfassung nicht ausreicht, um eine Hütte aus eigener Kraft zu erreichen, dann muss man sich eben ein anderes Ziel suchen! Ich komme auch nicht jede Kletterroute hoch. Manche sind zu schwer, manche zu kühn abgesichert. Jetzt kann ich entweder andere Routen machen oder ich muss so lange trainieren, bis ich mir die Route zutraue. Aber ich kann doch nicht verlangen, dass die Route soweit verändert wird, dass ich sie jetzt sofort klettern kann. Und wenn ich irgendwann aus gesundheitlichen Gründen überhaupt keine Route mehr hochkomme, dann muss ich das einfach akzeptieren und mir andere Beschäftigungen und Ziele suchen.

Kletterer

Als Zustiegsvehikel kann ich mir ein E-Bike auch vorstellen.
Für Räder mit Motor sollte die Nutzung von Forstwegen mit 2.50 m Breite erlaubt sein, mehr nicht.
Ich finde es allerdings völlig richtig, dass die Investition in E-Bike Ladestationen nicht aus DAV-Mitteln erfolgen sollte. Die Hütten haben doch meist anderern Modernisierungsbedarf.
Der DAV ist ein Sport- und Naturverein kein Tourismusverband!

Mitglied Sektion München

In Anbetracht dessen, dass Orthopäden wie Kardiologen versuchen, ihre Patienten aufs Rad zu bringen, halte ich das Verbot für das falsche Signal. Gerade ältere Menschen haben damit die Möglichkeit, weiter zu biken. So beobachte ich das auch auf meinen MTB-Touren (fahre selbst old-school ein Hardtail ohne Motor). Dass eine jüngere Personengruppe auf das E-Bike umsteigt, kann man anmäkeln.
Desweiteren frägt sich, welche Hütten auf welchen Forstwegen mit und ohne E-Bike frequentiert werden. Nachdem die Karwendeltäler von Horden motorisierter wie unmotorisierter Biker heimgesucht werden, erschließt sich mir der Nutzen nicht.
Übrigens gibt es heute einen sehr schönen Artikel in der Süddeutschen, der sich - wohl war - nicht auf die spezielle Situation in den Alpentälern bezieht, aber gut verdeutlicht, wohin die Reise geht.
So haben wir es mit diesem Beschluß offensichtlich eher mit einem retro-romantischen Impuls zu tun.

Mitglied Sektion München

@nose: 100% by fair means: das heißt also, weg mit dem teuren Fully und der Gangschaltung und zukünftig in der eins-zu-eins-Übersetzung aufs Karwendelhaus ;-)

Mitglied Sektion München

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung hat die Gruppe "Feuer und Schweiß", von der diese Initiative ausging, innerhalb ihres Verteilers intensiv per mail geworben, zur MV zu gehen und für die Eingabe zu stimmen. Es frägt sich, ob im Verhältnis weniger zur tatsächlichen Mitgliederzahl, die in die Hunderttausend geht, eine solche Entscheidung per Überrumpelung herbeigeführt werden kann/soll/darf. Da hätte ich eine Mitgliederbefragung für angemessener gehalten.

su.pa

Ich finde die Entscheidung gegen E-Bike-Ladestationen einfach nur gut!

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