Die Gipfel am Alpenrand sind auch deshalb besonders reizvoll, weil man nach Süden in die Berge schaut, nach Norden aber ins Alpenvorland. Und es gibt wohl kaum schönere Ecken als die Gegend um Füssen.

Der Pilgerschrofen ist ein markanter Eckpfeiler über dem Schloss Neuschwanstein. Schon von Weitem kann man den äußeren Eckzahn des Säuling-Massivs sichten. Je näher man kommt, desto markanter werden die Zacken zwischen dem Pilgerschrofen und dem Säuling. 

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Nach dem Apostel Thomas geht es aus einer Scharte steil und abweisend nach oben. Sieht schwerer aus, als es ist.

| © Birigt Gelder

Zwölf Zacken sollen es sein und jeder ist nach einem der zwölf Apostel benannt. Deswegen heißt der Grat, der die beiden Gipfel verbindet, auch Zwölf-Apostel-Grat. Und quasi zu Füßen des Grates thront mit dem Schloss Neuschwanstein eines der Märchenschlösser von König Ludwig II. Eine Szenerie, der man sich kaum entziehen kann. Daher ist der Zwölf-Apostel-Grat auch ein Muss für jeden, der hier wohnt oder öfter in der Region ist.

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Der Grat endet auf einem der meistbesuchten Gipfel im Ostallgäu: dem Säuling. Dass man sich von dem Moment, wo man auf dem Pilgerschrofen ist, auf der Grenze zwischen Österreich und Deutschland bewegt, ist ein weiterer interessanter Aspekt der Tour. Man kann zwischen zwei Zustiegsvarianten wählen: entweder vom touristenüberströmten Hohenschwangau aus oder aber vom Säulinghaus, das von Pflach im Pinswangtal erreicht wird.

Für die Grattour braucht man auf jeden Fall ein Seil, weil es einige Abseilstellen gibt. Der Grat selber ist irgendwo zwischen weglosem Steig und leichter Kletterei angesiedelt. Ob man dabei das Seil benutzt oder seilfrei geht, muss jeder für sich selbst abwägen und entscheiden.

ALPIN-Tour: Säuling, 2048 m, Zwölf-Apostel-Grat

Der Säuling ist der krönende Abschluss einer Tour vom Pilgerschrofen über den Zwölf-Apostel-Grat. Am Grat Abseilstellen und ausgesetzte Passagen.

  • Schwere Bergtour ( III)

  • Dauer: 6-8 Stunden

  • Höhenmeter: 1300 Hm

  • Beste Zeit:  Mai bis Oktober bzw. vor dem ersten Schneefall

  • Talort: Pflach in Tirol, 840 m

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Säulinghaus, 900 m.

  • Route:  Vom Parkplatz dem Fußweg zum Säulinghaus folgen oder mit dem MTB auf Fahrstraße und die letzten 200 Hm zum Säulinghaus zu Fuß. Nun auf Wanderweg Richtung Schwangau bis zu einem Grenzpfosten auf dem Kamm. Dann dem Gratverlauf folgen.

  • Abstieg:  Vom Säuling auf ausgetretenem Weg in Richtung Säulinghaus (Ketten).

Pause: Bevor man den Hauptweg erreicht, der vom Säulinghaus zum Gipfel führt, bietet sich eine Rast an.

| © Birigt Gelder

ALPIN-Info

Aussichtsreiche, leichte Kletterei und etwas Sucherei (wer findet die Namensschilder für alle 12 Apostel?) an eingerichteten Abseilständen über einen teils ausgesetzten Grat.

  • Info: TVB Naturparkregion Reutte, Untermarkt 34, A-6600 Reutte, Tel. +43 5672 62336, reutte.com; Tourismusverband Ammergauer Alpen, Eugen-Papst-Str. 9a, 82487 Oberammergau, Tel. 08822 922740, ammergauer-alpen.de; saeulinghaus.at

  • Anreise: Mit dem Auto nach Füssen und weiter Richtung Reutte. Nach dem Grenztunnel ins Pinswanger Tal fahren und weiter bis Pflach.

  • Bergführer: bergfuehrer-werdenfels.de; bergschule-vips.com

  • Literatur: Die Bibel (wegen der 12 Apostel); Dieter Seibert: Alpenvereinsführer Allgäuer Alpen und Ammergauer Alpen, Bergverlag Rother, 2013.

  • Karte: Alpenvereinskarte, 1: 25 000, BY 5, Tannheimer Berge – Köllenspitze, Gaishorn, und BY 6, Ammergebirge West – Hochplatte, Kreuzspitze.

  • Ausrüstung: Bergausrüstung, Schuhe für trittsicheres Steigen auf Gras und Fels (keine Kletterschuhe!), Helm, 40-m-Seil (Abseilstellen), Gurt, einige Schlingen und Karabiner, Abseil-Utensilien.

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Text von Olaf Perwitzschky

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