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Da war die Welt noch in Ordnung: Gerlinde Kaltenbrunner, Ralf Duimovits und Fabrizio Zangrilli auf dem Weg zu Lager III. Bild: www.fredrikericsson.com.
Nach einem bereits gescheiterten Gipfelversuch Ende Juli brachen Gerlinde und Ehemann Ralf Dujmovits am Dienstag, den 03. August, zum zweiten Mal in diesem Jahr Richtung Gipfel auf und erreichten wie geplant den Biwakplatz in 6.300 Metern Höhe. Am darauffolgenden Tag ging es weiter bis zum Lager III auf 7.200 Metern Höhe.
Dujmovits entschied sich für den Abstieg
Dort entschied sich Ralf wegen der Wetterbedingungen und dem damit einhergehenden Steinschlag, Gerlinde nicht weiter zu begleiten, sondern zum Basislager abzusteigen. Der Deutsche stand bereits ein Mal auf dem Gipfel des K2 und schreibt auf www.gerlinde-kaltenbrunner.at: "Die Chance einen Stein auszulösen, der einen der Kollegen verletzt oder selbst einen Stein abzubekommen, hatte ich noch bei keiner anderen Bergtour so hoch eingeschätzt und damit war für mich der Umkehrzeitpunkt gekommen. Wenn man den Gipfel schon einmal erreicht hat, treten die Gefahren und Risiken verstärkt in den Vordergrund."
Für eine Fotogalerie des 1. Gipfelversuch der K2-Expedition 2010 von Kaltenbrunner/Dujmovits klicken Sie auf das Bild oder auf diesen Link.
Am Donnerstag ging es dann für Gerlinde mit sechs anderen Bergsteigern weiter auf die Schulter des K2 auf 8.000 Meter. Von dort aus stieg sie am frühen Freitagmorgen gegen 01:30 Uhr gemeinsam mit dem Schweden Fredrik Ericsson Richtung Gipfel. Ein weiterer Begleiter gab wenig später auf. Nur noch Gerlinde und Fredrik versuchten den höchsten Punkt des Berges zu erreichen.
Wurde nur 35 Jahre alt. Fredrik Ericsson. Bild: www.fredrikericsson.com.
Um 08:10 Uhr dann der entsetzte Funkspruch Gerlindes, dass Fredrik in der Region des berüchtigten Flaschenhalses ("Bottleneck") vor ihren Augen abgestürzt sei. Offensichtlich wollte Fredrik zur Standplatzbereitung einen Haken setzen und war beim unangeseilten Vorsteigen im tiefen Schnee an einer Felsinsel weggerutscht. Gerlinde machte sich sofort an den Abstieg, um nach dem Schweden zu suchen.
Entdeckt wurde der leblose Körper des 35-Jährigen schließlich von einem russischen Bergsteiger, der zu Hilfe geeilt war. Fredrik war an die 1.000 Meter abgestürzt. Ericssons Vater entschied am Nachmittag im Funkkontakt mit den Bergsteigern vor Ort, Retter nicht in Gefahr zu bringen und "Fredrik an dieser Stelle mit Blick zu seinen Lieblingsbergen, der Chogolisa und zum Laila-Peak, zu lassen".
Gerlinde kam am späten Freitagabend im Basislager an. Ehemann Ralf versuchte sie psychisch zu stabilisieren und schreibt: "Körperlich ist Gerlinde Strapazen gewohnt. Aber den Tod eines guten Bekannten zu verkraften, den sie aus nächster Nähe hat abstürzen sehen - dafür wird sie noch lange brauchen." Inzwischen haben Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits die Heimreise angetreten.
Abschiedsworte von Ralf Dujmovits für Fredrik Ericsson:
"Wir alle müssen Abschied von einem unglaublich liebenswürdigen Menschen nehmen. Fredrik Ericsson war hier im Basislager wahrscheinlich der leistungsstärkste Bergsteiger und bei uns allen äußerst beliebt. Wie kein anderer hat er jederzeit freundliche, gute Laune verbreitet, war immer optimistisch und hat uns mit seiner Leidenschaft für’s Bergsteigen und das Steilwandskifahren angesteckt und begeistert. Lieber Fredrik, Du warst ein feiner Mensch und wirst uns allen in großartiger Erinnerung bleiben. Unser aller Mitgefühl ist mit Deinen Eltern und Deinen Angehörigen und Freunden."
Weitere Informationen zu Fredrik Ericsson:
www.fredrikericsson.com
Film der Dhaulagiri Expedition von Fredrik Ericsson 2007
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Quelle und weitere Informationen:
www.gerlinde-kaltenbrunner.at
www.amical.de
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