Paul Grohmann, Franz Innerkofler und Peter Salcher gelang 1869 eine außergewöhnliche Trilogie.

1869 sollte das Jahr des Paul Grohmann werden. Innerhalb weniger Wochen gelangen dem aus Wien stammenden Alpinisten die Erstbesteigung der Dreischusterspitze (18. Juli), des Langkofel (13. August) sowie - als Höhepunkt der Trilogie - der Großen Zinne (21. August). 

- Anzeige -

Die "geheimnisvolle Bergwelt" der Dolomiten mit ihren "märchenhaften Formen" hatte Grohmann schon früh in ihren Bann gezogen. Als Sohn eines Arztes mit einem ordentlichen Vermögen ausgestattet, konnte es sich der Österreicher leisten, sein Jura-Studium vorzeitig an den Nagel zu hängen, um sich voll und ganz der bergsteigerischen (und damit auch der touristischen) Erschließung der bleichen Berge zu widmen.

Fotogalerie: Auf den Spuren der Erstbesteiger - Schritt für Schritt über den Normalweg auf die Große Zinne.

- Anzeige -

Gedenkstein für Paul Grohmann nahe der Drei Zinnen. 

| © Imago / Imagebroker

Bis zum Jahr 1869 gelangen dem Gründungsmitglied des Österreichischen Alpenvereins die erstmalige Begehung solch namhafter Gipfel wie der Tofana di Mezzo, der Tofana di Rozes, der Marmolada oder des Monte Cristallo. 

Aber auch außerhalb der Dolomiten hinterließ Grohmann seine Spuren - wie etwa am Hochfeiler oder am Olperer, die er ebenfalls erstbesteigen konnte.

Die Erfolge glückten dem ehrgeizigen Alpinisten freilich nicht alleine, sondern, wie damals üblich, in Begleitung lokaler Bergführer. Zu einem von ihnen, dem Sextener Steinmetz Franz Innerkofler, unterhielt Grohmann eine langjährige, freundschaftliche Beziehung. 

Mit Innerkofler und Peter Salcher, einem Führer aus Kärten, verwirklichte Grohmann auch die Erstbesteigungen von Dreischusterspitze (3.145 m) und Langkofel (3.181 m); eine Besteigung der Großen Zinne, von Grohmann schon länger wegen der "Kühnheit ihres Baus" ins Auge gefasst, hielten die beiden Führer allerdings für unmöglich.

Auf Drängen des Wieners entschied sich das eingespielte Trio dennoch, einen Versuch zu wagen. In den Morgenstunden des 21. August 1869 machten sich Grohmann, Innerkofler und Salcher auf der Südseite der Cima Grande (2999 m) auf den Weg Richtung Gipfel; keine drei Stunden später hatte die Seilschaft - über den heutigen Normalweg - den höchsten Punkt des Berges erreicht.

Was Grohmann in seinen Aufzeichnungen zunächst noch als wenig bemerkenswerte Bergfahrt abtat, markiert einen der Meilensteine des Alpinismus in den Ostalpen.

- Anzeige -

0 Kommentare

Kommentar schreiben