Die beiden Österreicher und der US-Amerikaner sind bei einem Lawinenunglück in den kanadischen Rocky Mountains ums Leben gekommen.

Update vom 23.04.

Jess Roskelley, David Lama und Hansjörg Auer hatten offenbar den Gipfel des Howse Peak erreicht. Die drei Extrembergsteiger sind offenbar beim Abstieg von einer Lawine erfasst und in den Tod gerissen worden. Mehr dazu in diesem Artikel

Update vom 22.04. um 09:00 Uhr

Wie die Verwaltung des Banff National Park in der kanadischen Provinz Alberta mitteilte, habe man am Sonntag die Leichen von Hansjörg Auer (35), David Lama (28) und Jess Roskelley (36) gefunden und den Angehörigen der Toten ihr Beileid übermittelt.

Die Suche nach den seit Dienstag letzter Woche als vermisst gemeldeten Extrembergsteigern musste aufgrund schlechter Wetterbedingungen und hoher Lawinengefahr zwischenzeitlich unterbrochen werden.

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"Climbing and mountaineering on the borderline of possible is a game – a risky game… but one that I cannot live without. The game is simple, the rules always the same. The present moment counts for everything. I want to do things that push me. With all my heart or not at all. The more intense it is, the more enriching it is, and the stronger the feeling that I am heading in the right direction. I do however begin to ponder. Especially when I am injured or after a close call. I think about my friends. I think about what it would be like if one day I didn’t return, if I had to pay the price for the mountains. And yet I cannot resist to take on the challenge time after time. I will never stop searching because what I find fascinates me every time I head out.“ Thank you to all for your kind words. Our thoughts are with the families and friends of David and Jess. Family and Friends of Hansjörg. • "Klettern und Bergsteigen im Grenzbereich ist kein Spiel ohne Risiko – aber eines ohne das ich nicht leben kann. Das Spiel ist relativ einfach, die Regeln sind immer die gleichen. Das einzige was zählt ist der Moment. Ich will etwas tun, das mich fordert. Ganz oder gar nicht. Je intensiver, umso mehr bekomme ich retour und umso mehr spüre ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Aber manchmal beginne ich dann doch nachzudenken. Besonders wenn ich verletzt bin oder wenn es wieder einmal knapp hergegangen ist. Ich denke an meine Freunde, Ich denke daran wie es wäre, wenn ich einmal nicht mehr zurück käme, wenn ich den Preis für die Berge bezahlen müsste. Und doch kann ich es dann nicht lassen, mich der Herausforderung das eine ums andere Mal zu stellen. Ich werde nie aufhören zu suchen, weil das was ich finde mich jedes Mal aufs Neue fasziniert.“ Vielen Dank für die vielen positiven Worte. Unsere Gedanken sind bei den Familien und Freunden von David und Jess. Familie und Freunde von Hansjörg. ? Thoughts by Hansjörg Auer - 2015 • Gedanken von Hansjörg Auer aus dem Jahr 2015

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Update vom 19.04. um 21:00 Uhr:

Die schlimmsten Befürchtungen scheinen eingetroffen zu sein: Es gäbe keine Hoffnung mehr, dass David Lama, Hansjörg Auer und Jess Roskelley noch am Leben seien, so die Annahme der kanadischen Behörden laut übereinstimmenden Medienberichten. 

Die Eltern von David, Claudia und Rinzi Lama, scheinen die Einschätzung von offizieller Seite inzwischen als Gewissheit akzeptiert zu haben. Am Spätnachmittag wurde von ihnen auf dem Instagram-Account ihres Sohnes folgendes Statement gepostet:

Man "trauere" mit den Familien und Freunden heißt es in einem Post von Ötztal Tourismus, der ebenfalls am Spätnachmittag auf der Facebook-Seite des langjährigen Werbepartners der beiden Ötztaler Extrembergsteiger Lama und Auer veröffentlicht wurde:

Via Twitter hat sich inzwischen auch der österreichische Bundeskanzler zu Wort gemeldet. Seine Gedanken seien "bei den Familien und Freunden der beiden Tiroler", schrieb Sebastian Kurz auf dem Kurznachrichtendienst. Nach Informationen des ORF-Senders Ö3 habe das österreichische Außenministerium den Tod der drei Alpinisten bestätigt.

Die internationale Bergsport-Community zeigt sich tief betroffen vom Schicksal der drei Athleten:

Wir erinnern an David Lama mit einer Fotogalerie:

Unsere Meldung vom 18.04.:

Berichten mehrerer österreichischer und internationaler Medien zu Folge werden die beiden Spitzen-Kletterer David Lama (28) und Hansjörg Auer (35) vermisst.

Die beiden seien in Kanada von einer Lawine riesigen Ausmaßes verschüttet worden.

Unter den Verschütteten soll auch US-Kletterer Jess Roskelley (36) sein, einst der jüngste Amerikaner auf dem Mount Everest, der gemeinsam mit Lama und Auer unterwegs war. Die Alpinisten gehören alle dem Athleten-Team von "The North Face" an. 

In Kanada vermisst: Hansjörg Auer.

Die drei hätten versucht, die herausfordernde Route M16 an der Ostwand des Howse Peak zu begehen. Der 3.295 Meter hohe Howse Peak liegt in den zu den Rocky Mountains gehörenden Waputik Mountains an der Grenze zwischen Alberta und British Columbia.

Einem Bericht von "The Spokesman", einer Zeitung im Nordwesten der USA zu Folge, rechnet John Roskelley, der Vater von Jess, nicht mehr damit, seinen Sohn lebend wiederzusehen. Kanadische Behörden hätten während eines Helikopter-Suchflugs am Mittwoch in den südlichen Rocky Mountains Lawinenreste, Kletterausrüstung und eine teilweise verschütteten Leiche entdeckt. Wegen der angespannten Lawinensituation sei eine Rettungsaktion derzeit nicht möglich.

Yahoo Canada nach und anderen Medien zu Folge gebe es eine Presse-Mitteilung von "Parks Canada", die diese schlimmsten Befürchtungen bestätigen würden. 

Darin heißt es, dass Behörden durch ihre Beobachtungen während des Suchfluges davon ausgingen, dass alle drei vermissten Bergsteiger tot seien.

Und wörtlich: "The three men, one American and two Europeans, are professional mountain athletes and highly experienced. Parks Canada extends its sincerest condolences to the families, friends and loved ones of the mountaineers."

John Roskelley sagte "The Spokesman" zu Folge: "Es ist schrecklich für meine Frau und mich, aber für seine Frau ist es noch schlimmer. Sie hat ihr ganzes Leben um ihn herum geplant. Sie ist immer noch sehr jung." 

Eine offizielle Bestätigung steht unseren Informationen nach aber noch aus.

So bangt die weltweite Kletter-Community weiter um die jungen Männer, die derzeit zu den stärksten Alpinisten überhaupt gerechnet werden. 

Instagram-Beiträge von Hansjörg Auer und David Lama bestätigen, dass die beiden in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Jess Roskelley zu Bergaktivitäten in den kanadischen Rockies unterwegs waren.

Mehr zu Hansjörg Auer und seiner Karriere in dieser Fotogalerie:


8 Kommentare

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olliS.

Ich verneige mich vor diesen drei Bergsteigern, ich verneige mich vor ihren unglaublichen Leistungen, ich verneige mich vor ihnen als große Vorbilder, ich verneige mich vor ihnen als Menschen. Möge ihre Seelen dort Frieden finden wo sie am liebsten waren.

Nose

@Clemens Kratzer, Berghupfer, Toni + Redaktion:
Meine Ausgangslage ist die, dass ich weder Auer, Lama, Roskelly noch deren Freunde/Angehörige persönlich kenne. Dennoch gilt zunächst ihnen unbekannter weise mein aufrichtiges Beileid!
Ich selbst bin Bergsteiger und habe auf meinem Niveau manche Westalpen Wände durchstiegen.

Meiner Meinung nach glorifizieren wir in unserer Gesellschaft gerne "Helden" und man muss sich dabei auch eingestehen dass es dabei eben auch um Geld geht (siehe Alex Honnold, Felix Baumgartner, Klettern als olympische Disziplin, ...). Das "extreme" Bergsteigen hat nun mal ein deutlich erhöhtes Risiko und die Möglichkeit des Todes wird zur konkreten Option. Dies in Frage zu stellen halte ich für dringend angezeigt. Mit Sätzen wie "er ist in seinen geliebten Bergen gestorben" oder "hat seine Träume gelebt" (zu lesen in den sozialen Medien) fange ich gar nichts an. Vielmehr halte ich sowas für geschmacklos. Letztlich suchen wir meiner Meinung nach nicht den Berg oder das Abendteuer. Wir suchen das, was sich hinter dem Berg/Abendteuer verbirgt und befinden uns dabei manchmal auf dem Holzweg, weil sich die Sehnsucht nach dem "eigentlichen" meiner Meinung nach nicht dort finden lässt. Sicherlich sind starke Momente und Emotionen erlebbar. Das hier und jetzt wird extrem intensiv wahrgenommen, aber schlussendlich bleibt nur die Erinnerung und nichts nachhaltiges. Deshalb muss man immer weiter machen, neigt mehr zum erhöhtem Risiko und glaubt der Werbemaschinerie dass da "No Limits" sind.

Nicht nur im Sinne der Meinungsfreiheit sondern oder gerade im Sinne der Menschlichkeit und dem Respekt vor dem Mensch sein an sich, halte ich es für wichtig inne zu halten und sich und sein tun selbst zu hinterfragen! Das ist im Falle des Todes und der damit verbundenen Trauer nicht immer einfach, aber, auch wenn es hart klingt, meiner Meinung nach notwendig.

etna

Ein tragischer Verlust,

ich bin zutiefst schockiert. Es gibt Bergsteiger, die haben soviele Grenzen überschritten, großartiges im Alpinismus vollbracht, bei denen erwartet man so ein Unglück einfach nicht. Ueli Steck gehörte auch dazu.
Aber bei allem Können bleibt immer ein Restrisiko und objektive Gefahren, die man nicht ganz ausschliessen kann.
Und trotzdem ist der Weg der Richtige: sein Leben mit einem sinnvollen und erfüllendem Tun auszufüllen ist genau der Sinn des Lebens. Bei den Dreien war es das Klettern und das Bergsteigen.
Über Sinn und Unsinn des Profialpinismus zu diskutieren ist nun wirklich nicht der richtige Zeitpunkt. Und Verantwortung trägt jeder beim Bergsteigen in erster Linie für sich selbst und seine Kletterpartner.
Und bitte lasst uns hier nicht über die Kommentare Einzelner streiten. Jeder hat das Recht seine freie Meinung zu äussern, auch wenn sie einem persönlich nicht gefällt.
Begegnen wir der Natur und den Bergen mit Demut und Respekt und gedenken den verunglückten Bergsteigern. Mein Beileid an die Hinterbliebenen und Familien.

Toni

Frage an die Reaktion.
Warum nimmt mann überhaupt einen so blödsinnigen, ja fast beleidigenden Kommentar des Clemens Kratzer überhaupt an und gibt diesen zur Veröffentlichung frei?
Er meint wohl durch sein siebengescheites Geschwafel die Welt verbessern zu können.

Wahrscheinlich war er noch nie richtig beim Bergsteigen unterwegs.
Er sollte besser den Mund halten, wenn er vielleicht nur am Sonntag im Fernsehen Formel eins oder Fußball verfolgen kann.

DerKarnier

Schrecklich, wenn sich das bewahrheitet und nicht doch noch ein Wunder geschieht. Ich war geschockt, als ich davon hörte. Der Verlust dieser großartigen Bergsteiger und Menschen ist tragisch. Die Bergsteiger haben offenbar ihr Leben bei dem verloren, was ihre große Leidenschaft und Berufung war. Objektive Gefahren lassen sich beim Bergsteigen - zumal auf diesem Niveau - leider nie ganz ausschließen. Die Bergsteigerszene wird definitiv nicht mehr dieselbe sein ohne Auer, Lama und Roskelley. Kaum vorstellbar. Das sind mit die Besten. Mein aufrichtiges Beileid an die Familien und Freunde der Vermissten...

Berghupfer

@Clemens Kratzer
Ich finde das Klugscheisen zur Zeit fehl am Platz ist.
Warum weshalb Jemand etwas macht steht in und zur Zeit ja gar nicht zur Diskussion.
Ja unsere Freunde haben diesen Weg gewählt das steht außer Frage nur steht uns keine Kritik darüber zu.

Clemens Kratzer

Extrem bedeutet die Verantwortung für sich und die nahen Menschen zu kennen.
Die Lust, große Gefahr auf sich zu nehmen scheint groß.
Tatsächlich nimmt diese Verantwortung auch jeder Soldat, jeder Polizist, jeder Helfer auf sich.
Dass das Ausreizen von Gefahr medial zu Bewertung und Geld führen kann ist eine unnötige Verführung. Bei allem Respekt vor der Leistung: Wo ist die Verantwortung, und wäre diese nicht auch eine Leistung? Ergo: nicht jeder Mut tut gut!

Fringer

Ich hoffe und bete für David Lama und Auer das alles gut für die besten der Welt gut ausgegangen ist...... Der Herrgott hilft Ihnen und der Familie