Transalps liegen im Trend. Das sorgt für volle Hütten, stark beanspruchte Wege und zunehmende Menschenmassen. Etwas, auf das man getrost verzichten kann?

Eine Transalp ist immer etwas Besonderes. Egal, ob man nun zu Fuß, per Bike oder auf Ski unterwegs ist. Der (teils) lange Weg über den Alpenhauptkamm übt seit jeher einen besonderen Reiz auf die Menschen im Tal aus ...

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Transalp: Traum- oder Alptraum-Erlebnis?

| © www.alpin.de

Ötzi dürfte wohl der bekannteste Alpenüberquerer sein. Während Ötzis Grund, vor 5000 Jahren über die Berge zu ziehen, sicher dem Überleben geschuldet gewesen sein dürfte, sind es bei heutigen Alpenüberquerern andere Motive, die sie auf und über die Berge treiben: Ausgleich, Abschalten und Freizeit.

Wobei die Frage gestattet sein muss, wo die so sehr gesuchte Stille einer Wanderung bleibt, wenn man mit einer Vielzahl Gleichgesinnter unterwegs ist. Und man trifft sich immer wiederauf denselben vollen Hütten und immer wiederauf denselben Gipfeln und Übergängen.

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Klickt Euch durch die Fotogalerie zu Titelstory in ALPIN 11/2015.

Betrachtet man Transalp-Klassiker wie etwa den Traumpfad von München nach Venedig oder auch die meistgewählte Route von Oberstdorf nach Meran, so verlaufen diese meist über hochalpine Schutzhäuser. Und diese sind natürlich in den Hochsommer- und Ferienzeiten am meisten frequentiert.

Der Großteil der Transalper hat sein "Abenteuer" dabei vermutlichbei einer Bergschule gebucht. Wegen ihrer Erfahrung, Reiseorganisation und -begleitung sowie dem anschließenden Heimtransport zum Startpunkt. So wie bei der Alpinschule Oberstdorf, die pro Jahr rund 5500 Gäste hat. 2300 davon gehen mit ihr auf Transalp.

Das Ergebnis unserer Umfrage

Transalps liegen im Trend. Das sorgt für volle Hütten, stark beanspruchte Wege und zunehmende Menschenmassen. Etwas, auf das man getrost verzichten kann? Oder hilft eine individuelle Routenplanung, vielleicht sogar mit Übernachtungen im Tal, zukünftige Probleme zu vermeiden?

Uns hat Eure Meinung zu diesem Thema interessiert. Und so habt Ihr abgestimmt: 

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Erstaunlich autark sind unsere User in den Bergen unterwegs. Nur knapp 15 Prozent nutzen offenbar "professionelle Hilfe", sprich das Angebot von Bergschulen und Reiseanbietern, um sich den Traum von einer Alpenüberquerung zu erfüllen. Die überwiegende Mehrheit von Euch (rund 85%) plant die Durchführung einer Transalp jedoch selbst. 

Sämtliche abgegebenen Kommentare findet Ihr - wie immer - unterhalb des Artikels. Hier eine redigierte Auswahl:

Sepp: Habe den E5 von Zams durchs Ötztal nach Meran selbst geplant und mit zwei Freunden gemacht. Übernachteten auf Almen bzw. Berghütten. War einfach super.

Thomas: Die Menschen haben Freude an der Natur und an ihrer Tour. Das ist doch schön. Wenn sie dann noch schauen würden, wo es Routen auf den nicht üblichen Wegen gibt, hätten sie noch mehr Freude daran. Augen auf, es gibt wunderbare Möglichkeiten.

Claudia: Mein Mann und ich haben letztes Jahr die Alpenüberquerung Oberstdorf Meran und dieses Jahr Königssee drei Zinnen gemacht. Allerdings über eine Bergschule gebucht! Es ist super, einfach nur mitzulaufen, nicht aufs Wetter achten zu müssen usw.. Man lernt tolle Mitwanderer kennen. Überlaufen? Naja, es verläuft sich auf der Strecke. Auf den Hütten ist es voll, aber so soll es doch sein. Alle Hütten waren toll und sind super organisiert. Für nächstes Jahr schon die nächste Tour gebucht.

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24 Kommentare

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Matthias

Mit dem Transalp E5 ist es wie mit einem Marathonlauf. es klingt einfach super toll, wenn man sagen kann ich bin die 42km gelaufen oder ich bin über die Alpen gewandert. Aber ist es das, worauf es ankommt? Ich bin oft im Ötztal gewesen und habe mit einigen Bergführern und Hüttenwirten am E5 gesprochen. Fazit: Der E5 ist überlaufen, die Hütten überlastet. Manch einer ist genervt. Dabei gibt es einige weniger frequentierte und genauso schöne Routen über die Alpen. Ein einheimische Bergführer, mit dem ich tolle Touren unternommen habe, wundert sich, dass diese weniger bekannten Routen nicht gesucht und "bewandert werden". Der Weg ist das Ziel. weniger ist mehr. Alles bekannte Sprüche, aber in ihnen steckt viel Wahrheit. Die Bergschulen müssen hier in die Pflicht und Verantwortung genommen werden, auch alternative Routen über die Alpen anzubieten, wenn es denn schon Transalp sein muss.

Anonymer User via Voting-Tool

Ich glaube, wenn jeder Wanderer seine "Route" plant und versucht umzusetzen, wird es vermehrt zu Rettungseinsätzen der Bergrettung kommen. Wetter, Länge der Etappe usw. werden einen unerfahrenen Wanderer eventl. überfordern. Vielleicht sollten sich die zahllosen Anbieter ein Limit an Teilnehmern setzen (müssen). Sie lotsen die Pilgerer ja über die Berge und haben einen Überblick über das Gedränge am Berg.

Anonymer User via Voting-Tool

Es gibt mit Sicherheit noch anderer schöne Wege die sich mit eigener Planung verbinden lassen. Ohne den großen Rummel. Am besten mit Zelt oder Biwak.

Luis

Warum beschwert man sich wenn man es in Zig Sendungen und Magazinen suggeriert bekommt genau das zu tun. Es geht doch nur um die Kohle!!! Jeder möchte seinen Teil abhaben.

S. Zimmermann

Die Berge sind für alle da, das soll auch so sein. Ich bin mir aber nicht sicher, was ich von den All-exklusiv Paketen halten soll. Möglichst in großen Gruppen unterwegs sein, damit sic die Tour rentiert und die Kosten für den Einzelnen gering gehalten werden können. Nicht falsch verstehen, ich schätze die Arbeit von Bergführern! Doch, die Ruhe ist dann dahin, wenn man auf den gleichen Wegen wie die Gruppen zufällig unterwegs ist, von den Spuren, die dabei hinterlassen werden und den Abfällen, die entsorgt werden müssen, mal abgesehen. Ich suche schon seit Jahren mir Ziele „im Abseits“ um dem zu entgehen.

Bernd

Wir übernachten immer im Tal und planen unsere Tage entsprechend. Wir bevorzugen immer einen Rundkurs um unseren ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

Jochen

Die einen den Jakobsweg, die anderen die Alpen. Vor Jahren im Alpin Heft 11/2015, nun im ADAC Magazin 10/2018. Schön für die Hüttenwirte deren Hütte an solch einem Weg liegt. Andere müssen sich Gedanken machen wie sie ihre Hütten attraktiver mache (Klettergarten, etc) Nächstes Jahr seh’n wir uns dann am Kilimandscharo, muss aber erst noch den Daunenschlafsack kaufen, der mir im Outdoor Heft für diese Tour empfohlen wurde. ;-)

Sepp Plötz

Habe den E5 von Zams durchs Ötztal nach Meran selbst geplant und mit zwei Freunden gemacht. Übernachteten auf Almen bzw. Berghütten. War einfach super.

Anonymer User-via Vooting-Tool

Ich finde es schön, dass so viele Menschen den Weg in die Berge finden und Kraft aus der Bewegung und Natur schöpfen können. Wünschenswert wäre, dass Jeder seinen Müll (Folien, Dosen, Zigarettenkippen) wieder mit ins Tal nimmt um es dort anständig zu entsorgen. Außerdem sollte man gerade auf der Suche nach Ruhe achtsam mit der Ruhe umgehen. Man muss ja nicht unbedingt dem Bergkameraden über 100 Höhenmeter irgendwelche Informationen zuschreien oder lautstark verkünden, den Gipfel erreicht zu haben.

Anonymer User-via Vooting-Tool

Das wichtigste in den Bergen ist- nur keinen Abfall hinterlassen! Es genügt schon im Tal.

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