Karl-Erivan Haub, der Chef der Tengelmann-Gruppe, ist von einer Trainingstour für die Patrouille des Glaciers nicht zurückgekehrt.

Vergangenen Samstag brach der geschäftsführende Gesellschafter der Tengelmann-Gruppe, zu der unter anderem Marken wie Obi, Kik, Netto oder Tedi gehören, zu einer Skitour auf. Nachdem er nicht zu einer Verabredung in einem Hotel in Zermatt erschienen war, alarmierte die Familie die Polizei.

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Nach Angaben der Schweizer Zeitung "Blick" wollte der Familienvater für das legendäre Skitourenrennen "Patrouille des Glaciers" trainieren, das am 17. April in Zermatt gestartet wird.

Tengelmann Chef Karl-Erivan Haub wird vermisst. 

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Schlechte Wetterbedinungen erschwerten die Suche nach dem 58-Jährigen bisher, vor allem auf der italienischen Seite. "Die Situation ist verzweifelt. Herr Haub ist auf 3800 Metern aus der Klein-Matterhorn-Bahn ausgestiegen. Er ist alleine unterwegs und das Gebiet ist riesig. Da es sich um ein Gletschergebiet handelt ist es möglich, dass er in eine Gletscherspalte gefallen ist", so Anjan Truffer. 

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Sobald sich Bedingungen wieder verbessern würden, werde man die Suche fortsetzen; der Rettungschef von Zermatt, machte am Donnerstagmorgen aber auch deutlich, dass man sich nach drei bis vier Tagen bewusst sein müsse, "dass die Überlebenschancen deutlich sinken". Haub habe zwar ein LVS-Gerät dabei gehabt, sei aber nur mit einem "dünnen Rennanzug mit Windjacke" bekleidet gewesen. 

Die Chancen, Haub noch lebend zu finden, würden von Stunde zu Stunde abnehmen: "In der Nacht gab es am Berg bei minus 15 Grad Celsius 40 Zentimeter Neuschnee und Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometer pro Stunde. Die Sicht ist gleich null", beschreibt Truffer die derzeit herrschenden Bedingungen.

Dominic Lehner von der Staatsanwaltschaft Oberwallis möchte zum jetztigen Zeitpunkt auch eine Straftat nicht ausschließen. Karl-Erivan Haub gilt als einer der reichsten Unternehmer in Deutschland. Das Vermögen der Unternehmerfamilie wird auf rund 4,2 Milliarden Euro geschätzt.

Nach übereinstimmenden Meldungen habe die Familie des Vermissten den Rettungsteams vor Ort "unbegrenzte finanzielle Mittel" für die Suche zur Verfügung gestellt.

Update 14.04.2018

Wie Tengelmann in einem Schreiben im Namen der Familie am 13. April mitteilte, bestehe nach "nach über sieben Tagen in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr für Karl-Erivan Haub". Die Überlebendensuche wurde inzwischen auf eine Bergungssuche umgestellt.

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