Der Profialpinist kann auf eine äußert erfolgreiche Karriere in der Vertikalen zurückblicken. In ALPIN 06/2018 findet ihr Auszüge eines Interviews aus Kammerlanders Autobiografie. Hier haben wir seine wichtigsten Meilensteine zusammengestellt.

Kammerlander wird am 06. Dezember 1956 als sechstes Kind einer Bergbauernfamilie auf dem Pitzerhof in Ahornach im Tauferer Ahrntal geboren.

- Anzeige -

Im Alter von acht Jahren besteigt der schmächtige Junge zum ersten Mal - und auf eigene Faust - den Großen Moosstock (3059m), den Hausberg seines Heimatdorfes.

Von da an gibt es für Hans, der mit zehn seine Mutter verliert, kein Halten mehr: Die Berge werden zum Lebensmittelpunkt des Südtirolers.

Als Teenager klettert Kammerlander bereits, oft in Begleitung seines älteren Bruders Alois, durch die Nordwände berühmter Dolomitengipfel wie Langkofel oder Peitlerkofel. Mit 21 absolviert der gelernte Maurer die Prüfung zum Berg- und Skiführer. 

- Anzeige -

Seine Touren werden immer extremer - mit und ohne Seil. 1982 lädt ihn Reinhold Messner, in dessen "Alpinschule Südtirol" Kammerlander beschäftigt ist, dazu ein, ihn zum Cho Oyu (8201m) in den Himalaya zu begleiten.

Der Seilschaft Messner-Kammerlander gelingen zusammen sieben Achttausender-Begehungen, darunter Meilensteine wie die erste Achttausender-Doppelüberschreitung (1984 an Hidden Peak und Gasherbrum II) oder die Erstbegehung der Annapurna-Nordwestwand (1985).

Nach der gemeinsamen Besteigung des Lhotse 1986, Messners vierzehnten Achttausender, geht das Dream-Team getrennte Wege. In den Folgejahren meistert Kammerlander weitere Achttausender und hat nach eigener Rechnung 13 von 14 der höchsten Berge der Welt bestiegen.

Auch an weniger hohen Bergen setzt der Allrounder immer wieder Ausrufezeichen. So gelingt Kammerlander 2007 - nach zwei gescheiterten Versuchen - die Erstbesteigung des Südpfeilers am Jasemba Peak (7350m).

Bis 2012 komplettiert der passionierte Oldtimer-Sammler schließlich auch eine Version der "Second Seven Summits", der zweithöchsten Gipfel aller sieben Kontinente. 

Seine wohl schwärzeste Stunde erlebt der Südtiroler am 26. November 2013. Kammerlander verursacht - stark alkoholisiert - einen schweren Verkehrsunfall, bei dem ein 21-Jähriger Autofahrer, noch dazu aus Kammerlanders Heimattal, sein Leben verliert. 

2015 wird der Extrembergsteiger schließlich in einem Vergleichs-Urteil zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einem Jahr Führerscheinentzug verurteilt.

Das Image der einst so schillernden Bergsteiger-Ikone bekommt tiefe Risse; Kammerlander wird öffentlich angefeindet, denkt sogar daran, Südtirol den Rücken zu kehren.

"Diese Autofahrt war ganz klar der größte Fehler meines Lebens. Alle Fehler, die ich je am Berg gemacht habe, sind im Vergleich dazu banal", so der heute 60-Jährige dazu in einem Interview.

ALPIN Buchtipp: Hans' Leben in Geschichten: über Verluste am Berg, Leben im Tal, Disziplin und Genuss.

Preis: 20 Euro

| © Enno Kapitza/ Pipier Verlag

In bergsteigerischer Hinsicht meldet sich der Ausnahmealpinist 2016 zurück: Kammerlander macht publik, dass er - nach 1991 - einen zweiten Versuch an seinem "Schicksalsberg", den Manaslu (8163m), unternehmen möchte.

Die zweite Besteigung war Ende 2017 angesetzt. Im November 2017 mussten Kammerlander und sein Partner Stephan Keck den Traum von der Besteigung des 8163 Meter hohen Berges jedoch begraben: Die Schneemassen machten die Gipfelbesteigung unmöglich.

In ALPIN 06/2018 findet ihr auf fünf Seiten Auszüge von einem Interview von Verena Duregger und Mario Vigl aus der Autobiographie "Hans Kamerlander - Höhen und Tiefen meines Lebens".

ALPIN 06/2018 gibt es ab 12. Mail am Kiosk oder in unserem Webshop

- Anzeige -