Hans Kammerlander hat in einem Vergleichs-Urteil zwei Jahre bedingte Haft und ein Jahr Führerschein-Entzug für den von ihm verschuldeten Unfall auf der Uttenheimer Geraden erhalten. Zwar erwarten ihn dadurch keine unmittelbaren Folgen (Gefängnis oder Sozialdienst), aber sollte eine weitere Haftstrafe hinzukommen, müsste er diese direkt antreten. Kammerlander will selbst einen Teil des Schmerzensgeldes an die Angehörigen zahlen.

Wie die Neue Südtiroler Tageszeitung in ihrer Onlineausgabe berichtete, hatten sich Staatsanwältin Daniela Pol und Anwalt Brugger auf eine Haftstrafe von zwei Jahren für Kammerlander geeinigt. Die Haftstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt, da Kammerlander nicht vorbestraft war und somit als unbescholten gilt. Richter Emilio Schönsberg hielt dieses Strafmaß für angemessen. Bereits vor dem Vergleich hatte die Familie Eppacher laut des Onlinemagazins Salto.bz eine Vorauszahlung des Schadensersatzes in Höhe von 500.000 Euro erhalten.

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Hans Kammerlander
Nur noch Schrott: Der bei dem Unfall schwer beschädigte Mercedes von Hans Kammerlander. | © picture-alliance.com

Ein von der Staatsanwaltschaft ausgewertetes technisches Fachgutachten sowie Bluttests nach dem Unfall hätten eindeutig bewiesen, dass Kammerlander unter Alkoholeinfluss stand und den Unfall verursacht hatte. Der Verkehrsexperte Carlo Pietrini kam in seiner Untersuchung zu dem Schluß, dass der 56-Jährige am 26. November 2013 zwischen Uttenheim und Mühlen in Taufers mit seinem PKW auf die Gegenfahrbahn geraten war, wo er zunächst drei Autos streifte, bevor er mit dem Ford Fiesta von René Eppacher frontal kollidierte.

 Hans Kammerlander
Muss nicht ins Gefängnis: Hans Kammerlander. | © picture-alliance.com
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Der 21-jährige Eppacher aus Rein in Taufers wurde dabei getötet und mehrere Personen verletzt. Bei Kammerlander, der nach dem Unfall aufgrund mehrere Verletzungen einige Tage im Krankenhaus verbringen musste, wurden 1,48 Promille Alkohol im Blut festgestellt.

Neben den zwei Jahren Bewährung muss Kammerlanden für ein Jahr seinen Führerschein abgeben. Ein vergleichsweises mildes Urteil, da die Höchststrafe hier bei zwei Jahren liegt.

Bei der Familie Eppacher löste der Abschluss des Verfahrens bittere Reaktionen aus, sie zeigten sich laut Medienberichten enttäuscht über das milde Urteil des Bozner Landesgerichtes. Man habe lange geschwiegen um den Tod des Sohnes im engsten Familienkreis zu verarbeiten, sagte Renés Mutter laut Salto.bz auf RAI Südtirol: "Dass wir das nun auch noch mitmachen müssen, ist reiner Hohn."

Quellen:www.tageszeitung.it

www.salto.bz

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1 Kommentar

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Bergfex

Vor Jahren unternahm ich mit dem Reiseveranstelter "Zeit Reisen" eine Begegnung mit Hans Kammerlander. Einen derartigen Fehltritt habe ich ihm nie zugetraut. Diese Tatsache beweist, dass der Alkohol viel zu fest in die "normale" Gesellschaft eingebunden ist und ein sofortiges Eigreifen erfordert.