Einen der herrlichen Wanderwege in den Dolomiten einfach bequem von der Couch aus nachlaufen? Seit diesem Jahr geht das. Über Google Maps können die Dolomiten nun auch online bewundert werden. Wir erklären, wie's funktioniert.

Wer im Spätsommer 2014 in den Dolomiten unterwegs war, wird sich nicht schlecht über die Männer mit den riesigen Rucksäcken, aus denen Antennen und Kameralinsen ragten, gewundert haben. Sie waren im Auftrag der Stiftung Dolomiten UNESCO unterwegs, um zukünftig Menschen aus der ganzen Welt einen virtuellen Spaziergang in den Dolomiten zu ermöglichen.

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Ausgestattet waren die 25-Kilo-Rucksäcke jeweils mit 15 Kameras, die parallel alle zehn Sekunden bis zu acht Bilder schossen. Dadurch entstanden Tausende von Panoramafotos, die später in einem aufwendigen Verfahren zusammengesetzt werden mussten.

Das Projekt zur "Kartierung" startete zunächst mit 20 Wanderwegen, und zwar mit den Pfaden zur Schutzhütte Dal Piaz auf den Vette Feltrine, auf die Mondeval-Spitze vom Giau-Pass aus und zur Schutzhütte Tosa Pedrotti in den Brenta-Dolomiten.

Virtueller Spaziergang in den Dolomiten
Die Wanderer mit den Google-Trekker-Rucksäcken waren im Auftrag der Stiftung Dolomiten UNESCO unterwegs, um zukünftig Menschen aus der ganzen Welt einen virtuellen Spaziergang in den Dolomiten zu ermöglichen. | © UNESCO Stiftung Dolomiten
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Inzwischen werden auf der interaktiven Plattform auch die Drei Zinnen und der Sorapiss-See im Hochpustertal sowie die Hochbrunnerschneid, das Naturschutzgebiet Schlern-Rosengarten, der Naturpark Puez Geisler und der Naturpark Bletterbach angeboten. Auch die Hütte VII° Alpini im Val Zoldana sowie den d’Oltre Piave in den südlichen Dolomiten sowie die Friaulischen Dolomiten sind nun per Mausklick verfügbar.

In unserem ausführlichen ALPIN-Artikel (Heft 09/2015) kommen die Generalsekretärin der UNESCO Stiftung Dolomiten sowie Projektbetreuer Giuliano Vantaggi zu Wort und erläutern, was Google mit den Aufnahmen noch alles vor hat und wofür sie auf keinen Fall verwendet werden können.

ALPIN 09/2015 ist ab dem 15. August im Zeitschriftenhandel oder in unserem Webshop erhältlich!

Wie funktioniert's?

Der leichteste Einstieg führt über diesen Link auf die Street View-Ansicht von Google Maps.

Navigation Google Street View
Die Navigation von Google Street View funktioniert über verschiedene Elemente. | © Screenshot Google Street View

Auf dem Bildschirm erscheinen ein großes Panorama sowie unten eine Leiste, bei der man mit einem Klick auf die Vorschaubilder die jeweilige Wanderung öffnen kann. (Achtung, das virtuelle Wandern ist nicht bei allen der in der Leiste angezeigten Bilder möglich. Einige zeigen nur 360°-Panoramen oder einfache Fotos. Eine nicht vollständige Zusammenstellung der "gehbaren" Wanderungen finden Sie hier.)

Außerdem ist in der rechten unteren Ecke ein Menü (siehe Detail-Foto links) zu sehen, mit dessen Hilfe man das angezeigte Foto vergrößern/verkleinern und drehen kann. Darüber hinaus springt man mit den "größer" und "kleiner" Symbolen zum nächsten Wanderweg. Wer an seiner Maus ein Scroll-Rad hat, kann auch damit in das Foto herein- oder herauszoomen.

Wandern mit der Maus

Das virtuelle Wandern selbst funktioniert hauptsächlich mit der Maus. Führt man den Mauszeiger über den Bildschirm, ohne eine Taste anzuklicken, erscheinen an bestimmten Stellen halbdurchsichtige Kreise mit einem Pfeil darin. Diese geben die "Marschroute" vor. Nach einem Klick mit der linken Maustaste auf einen der Pfeile verschwimmt kurz das Bild und schon "wandern" wir in die entsprechende Richtung. Klickt man außerhalb der Kreise mit der linken Maustaste auf das Panoramabild und hält die Taste gedrückt, kann man einen kompletten 360°-Rundumblick genießen.

Kommt man aus Versehen vom Weg ab, was den Testern in unserer Online-Redaktion durchaus auch mal absichtlich passiert ist, hilft meist wieder der Klick mit der linken Maustaste. Selbst wenn kein halbdurchsichtiger Kreis angezeigt wird, geht es an vielen Stellen weiter. 

Das Ganze erscheint am Anfang etwas kompliziert, nach ein wenig Übung spielt sich aber alles ein und man wird immer wieder neugierig um die nächste Ecke schauen wollen.

 

ALPIN 09/2015 ist ab dem 15. August im Zeitschriftenhandel oder in unserem Webshop erhältlich!

Text von Andrea Rudolf/mst

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