Ist es sinnvoll, zwei Klemmkeile in Felsrissen gegenläufig zueinander einzusetzen? Welche Methoden sind außerdem möglich? Olaf berichtet von seinen eigenen Erfahrungen und klärt, welche Methoden funktionieren und sicher sind.

Frage von Dave, per Mail: Im Umgang mit Klemmkeilen bin ich sehr geübt. Und wenn der Riss für einen Klemmkeil zu groß ist, nutze ich andere Klemmgeräte wie Friends & Co. 

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Bei einem kleinen engen Felsriss, der für einen einzigen Klemmkeil zu breit war, habe ich etwas beobachtet: Der Kletterer hat das Problem gelöst, indem er zwei Klemmkeile nebeneinander/ gegeneinander (gegenläufig) eingesetzt hat. 

Das ist entweder total genial oder total bescheuert? Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll? Was denkst du?

Antwort von Olaf: Ich würde sagen, der Kletterer ist ein alter Hase. Die Methode, zwei Keile gegeneinander zu verklemmen, ist nicht neu und funktioniert.

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Natürlich ist das nicht die 1a-Variante. Aber wie du schon sagst, wenn nichts anderes geht, dann vielleicht das. Ich habe es selbst schon mehrfach angewendet.

Wichtig dabei ist, dass man die beiden Keile ordentlich miteinander verspannt/verklemmt. Wenn man eine geeignete Schlinge hat, sollte man auch den oberen Klemmkeil (also den, der den Zug nach oben aufnimmt) mit ins Seil einhängen, damit er, wenn sich das Ganze durch Seilzug löst, nicht verlorengeht. Wenn du ihn mit einhängst (sehr locker), hängt er dann zumindest am Seil.

Wichtig ist außerdem, dass sich die beiden Keile relativ weit überlappen. Dann ist die ganze Konstruktion recht stabil. Versuche es mal bei einem geeigneten Riss, es funktioniert.

Mehr Fragen von Lesern und Usern sowie die Antworten von Olaf findet Ihr unter: alpin.de/olaf

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Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Eure Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Eure Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Hier Videos, in denen Olaf Fragen zum Klettern und zum Sichern per Video beantwortet hat:

Text von Olaf Perwitzschky

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