Die Natur blüht auf – für den Allergiker ist das kein Spaß! Die Beschwerden lassen nicht lange auf sich warten. Die Berge können dabei eine echte Therapie sein.

Wenn sich alle Welt über die blühenden Pflanzen und die grüne Vegetation freut, hat der Allergiker ab jetzt mit den ersten Symptomen zu kämpfen. Der Heuschnupfen ist kein seltenes Krankheitsbild und kann den Alltag massiv beeinträchtigen.

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Wenn die Nase juckt...

Heuschnupfen wird im Fachjargon als Rhinoconjunctivitis allergica bezeichnet, was die Symptome des Heuschnupfens zusammenfasst: gerötete, juckende und tränende Augen, eine laufende oder verstopfte Nase und ein Kratzen im Hals.

Unter Heuschnupfen versteht man nicht nur die Überreaktion des Immunsystems auf Pollen, sondern auch auf Hausstaubmilben und Tierhaare. Dabei wird ein eigentlich harmloser Umweltstoff (Allergen) zum Ursprung überschießender Abwehrreaktionen des Körpers. Der erste Kontakt des Immunsystems mit dem Allergen stellt die Fehlprogrammierung dar.

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Frühblüher: Erle, Birke und Haselnuss gehören dazu.

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Die Abwehrzellen gehen davon aus, dass dieser Stoff beim nächsten Mal zu bekämpfen sei. Verantwortlich für die Reaktion bei weiteren Kontakten sind Eiweiße. Es werden entzündungsauslösende Stoffe wie Histamin und Leukotriene ausgeschüttet, die die Allergie-Symptomatik verursachen.

Pollen, die den Heuschnupfen auslösen, werden in Früh- und Spätblüher unterteilt. Dabei gehören Erle, Birke und Haselnuss zu den ersten. Gräser sind es im Sommer und Roggen, Spitzwegerich und Beifuß beenden die Pollensaison.

Tipps vom Dermatologen

Wenn man den Verdacht hat, saisonabhängig allergisch zu reagieren, sollte man zuerst versuchen, den allergieauslösenden Stoff zu vermeiden. Dies wird als Karenz bezeichnet.

"Beim Heuschnupfen können einfache Tricks angewandt werden, wie zum Beispiel das Haar vor dem Zu-Bett-Gehen zu waschen", erklärt Dr. med. Georg Heilgemeir, Arzt für Dermatologie, Allergologie und Sportmedizin in Augsburg. Weiter begründet er: "So wird vermieden, dass die Pollen über das Kopfkissen wieder in Nase und Mund gelangen und weitere Reaktionen verursachen."

Heilgemeir rät des Weiteren vom offenen Fenster, gerade tagsüber ab. "Der Allergiker schafft sich so eine gewisse Sicherheits- und Rückzugszone, wenn das Fenster geschlossen ist und damit die Pollen draußen bleiben." Bestätigt sich der Verdacht bzw. halten die Beschwerden an oder werden schlimmer, ist die Vorstellung bei einem Allergologen angebracht.

"Bei Heuschnupfen gibt es verschiedene Therapieansätze. Naheliegend ist zuerst einmal die Karenz", betont der Augsburger Allergie-Experte. "Medikamentös hat man die Möglichkeit, gegen die Entzündungsauslöser vorzugehen oder allgemein die Abwehrreaktion vor Ort zu dämpfen."

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Ein inzwischen etabliertes Therapiekonzept für geplagte Allergiker ist die sogenannte Hyposensibilisierung. "Hierbei will man eine dauerhafte Unempfindlichkeit gegen den allergieauslösenden Stoff erreichen. Über drei Jahre, im Einzelfall auch länger, gibt man das Allergen in geringen Dosen. Es kann mit einer kleinen Spritze in den Oberarm, aber auch als Tropfen unter die Zunge oder als Tablette verabreicht werden."

Tut man allerdings über einen längeren Zeitraum nichts und hält die Beschwerden aus, kann es zur Verschlimmerung kommen. Dazu der Dermatologe: "Die Ausweitung der Beschwerden nennt sich Etagenwechsel. Aus einem anfänglich alleinigen allergischen Schnupfen entwickelt sich dann unter Umständen ein allergisches Asthma."

Berge als Therapie

Neben den etablierten medikamentösen Verfahren kann sich der allergiegeplagte Bergfreund aber auch sehr gut selbst helfen. Dazu Heilgemeir: "Die Konzentration von Pollen, aber auch Hausstaubmilben in der Luft wird in der Höhe drastisch reduziert!" Durch die trockene Luft und niedrige Durchschnittstemperatur gibt es ab 1500 Metern über dem Meeresspiegel keine nennenswerte Menge an Hausstaubmilben mehr.

Ab 1500 Meter über dem Meeresspiegel gibt es so gut wie keine Hausstaubmilben mehr.

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Auch die Pollendichte nimmt mit der Höhe stark ab. "Man sollte auch wissen, dass die allergische Wirkung der Pollen in der Stadt aggressiver ist als zum Beispiel in den Bergen oder an der Nordsee! Feinstaubbeladene Pollen sind um einiges potenter als die in alpinen oder maritimen Regionen."

So gibt es zum Beispiel in Davos, das 1600 Meter über dem Meeresspiegel liegt, Klinikeinrichtungen, die auf die Behandlung solcher Erkrankungen, aber eben auch als Kurort spezialisiert sind. Welcher Heuschnupfen-Allergiker kann da den Bergen noch widerstehen? Mit ärztlichem Attest zum Wandern …

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