Ein Sonnenbrand kann nicht nur unangenehm, sondern äußerst gefährlich werden. In der Höhe und bei Schnee ist besondere Vorsicht geboten. Ohne speziellen Schutz geht da nichts.

Wie eine Wurst auf dem Grill: So sollte unsere Haut besser nicht aussehen.
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Wie wunderbar die Sonne strahlt. T-Shirt und kurze Hose sind der Dress Code. Herrlich!

Leider bietet genau diese Ausgangsposition beste Voraussetzungen für eine nachhaltige Schädigung der Haut. Mit der Höhe nimmt auch die UV-Strahlung drastisch zu. Dazu wird bei kühlendem Wind oft unterschätzt, dass die Sonnenbrandgefahr bleibt.

Die für die Haut relevanten Wellenlängen des UV-Lichts heißen UV-A und UV-B. UV-A-Licht ist langwellig, dringt in tiefere Hautschichten ein und sorgt im positiven Sinne für die Bräune.

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Es fördert aber die Hautalterung mit Faltenbildung und erhöht das Risiko für die Entstehung von weißem Hautkrebs, wie dem Basalzellkarzinom.

Die Sonnenbrand-Fakten:

  • Den UV-Schutz (LSF 50+) frühzeitig und regelmäßig aufzutragen, stellt eine wichtige Säule des Hautschutzes dar.
  • Vier bis sechs Stunden nach dem "Sonnenbad" beginnt die Rötung, nach 24 Stunden ist der Höhepunkt der Symptomatik erreicht.
  • Bei beginnenden Symptomen stellt 1,5 g ASS sechs bis acht Stunden nach dem Aufenthalt im Freien eine effektive Akuttherapie dar.
  • Die Schädigung der hornbildenden Zellen lässt sich im Nachhinein durch keine Therapie widerrufen und kann der Auslöser für den weißen Hautkrebs sein.
  • Dieser tritt oft erst nach 20 bis 30 Jahren Latenzzeit auf!

UV-B-Wellen dagegen wirken auf die oberflächlichen Hautschichten. Sie können auch zu Bräune führen, bei Überdosierung aber zu Sonnenbrand durch Schädigung von Zellen in der oberflächigen Hautschicht, den hornbildenden Keratinozyten.

Wiederholte Sonnenbrände wiederum machen die Entstehung des schwarzen Hautkrebses, des malignen Melanoms, aber auch des weißen Hautkrebses, hier des spinozellulären Karzinoms oder des Basalzellkarzinoms, wahrscheinlicher.

Zeitig Cremen!

Zum Schutz vor Sonnenbrand schlägt die Münchner Dermatologin Dr. Susanne Brandl als erste Säule eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) vor.

ALPIN Expertin: Dr. Susanne Brandl, Münchner Dermatologin.

"Für das Hochgebirge ist LSF 50+ absolut angebracht", erklärt die staatlich geprüfte Skilehrerin Brandl. Durch die Creme wird ein UV-Filter aufgetragen, der die Haut vor schädlicher Strahlung schützt.

Dieser UVFilter kann dabei chemisch oder physikalisch sein. Der physikalische Ansatz wirkt durch eine weiße Partikelschicht auf der Haut, die das Licht reflektiert. Cremes dieser Art wirken sofort, sind daher auch für Kinder geeignet.

Durch die Weißfärbung ist außerdem gut erkennbar, wo und wie viel Creme aufgetragen worden ist. Die chemische Variante, Brandls klarer Favorit für den Bergsteiger, wandelt die schädlichen UV-Strahlen in Wärmestrahlen um und stellt einen langanhaltenderen Schutz dar.

"Wichtig beim chemischen Sonnenschutz ist die Einwirkzeit. Mindestens eine halbe Stunde vor der Lichtexposition sollte die Creme aufgetragen werden, sonst verpasst man den entscheidenden Moment."

Durch Schwitzen und Abrieb wird Nachcremen unumgänglich, um den UV-Schutz aufrecht zu erhalten. Von medikamentöser Vorbeugung hält Brandl nicht viel: "Die prophylaktische Einnahme von zum Beispiel Beta-Karotin macht eine Erhöhung des Lichtschutzfaktors um zwei Einheiten aus. Das ist nicht wirklich gewinnbringend!"

Rot oder Verbrannt?

Sonnenbrand: Schlecht für die Haut und auch noch sehr unangenehm.

Vier bis sechs Stunden nach übermäßiger Sonnenexposition treten die ersten Symptome auf. "Es beginnt meist mit der Rötung, die aber oft nicht bemerkt wird", erklärt Susanne Brandl, die selbst schon zahlreiche sonnige Berg- und Skitouren unternommen hat.

"Im weiteren Verlauf erreichen Symptome wie Schmerzen, lokale Überwärmung und Rötung nach ungefähr einem Tag das maximale Ausmaß. Nach drei Tagen sollte es dann wieder deutlich besser werden und die Haut beginnt zu schuppen."

Dabei sorgen unter anderem die in der Entzündung entscheidenden Prostaglandine für die Weitung der oberflächlichen Blutgefäße, was zur Rötung führt. Eine Verbrennung ersten Grades liegt vor.

"Kommt es zur Blasenbildung, ist der zweite Grad der Verbrennung erreicht, was ein wirkliches Alarmsignal sein muss!", betont die Hautexpertin.

ASS wirkt Wunder!

Doch was kann man im Akutfall, am Abend auf der Hütte oder im Hotel im Tal tun? "Akut Abhilfe schaffen drei Tabletten ASS, also Acetylsalicylsäure mit jeweils 500 mg Wirkstoff. Oder auch dreimal 600 mg Ibuprofen, also 1,8 g insgesamt", rät Brandl.

Wichtig ist, dass es sechs bis acht Stunden nach Exposition eingenommen wird. Dadurch kann die Ausprägung der Symptomatik wie Rötung, Blasenbildung, Schmerzen und Überwärmung effektiv abgemildert werden.

Auch kühlende Umschläge, viel Flüssigkeit trinken und, falls tatsächlich vorhanden, Kortisonsalbe oder -tabletten dämmen die aufkommende Entzündung und die mit sich führenden Symptome. "Das Hautkrebsrisiko wird durch diese Maßnahmen allerdings nicht verringert", betont die Dermatologin.

"Die beste Therapie hilft aber nichts gegen Einwirkung der UV-Strahlung auf die Keratinozyten", warnt Brandl eindrücklich. "Deren Schädigung ist unwiederbringlich und ist der Grund für die Entstehung des weißen Hautkrebses nach 20 bis 30 Jahren Latenzzeit.

Der weiße Hautkrebs beginnt mit schuppigen, roten Stellen, die durch pflegendes Cremen nicht verschwinden. "Von den Patienten wird die sogenannte aktinische Keratose meist als Rauigkeit wahrgenommen." Betroffen hiervon sind die "Sonnenterrassen" des Körpers wie Gesicht, Hals, Ohren und Handrücken.

Als kleine, hautfarbene Knötchen zeigt sich auch eine weitere Form des weißen Hautkrebses, das Basalzellkarzinom. Diese Stellen können häufig spontan bluten. "Liegt so etwas vor, sollte schnellstmöglich ein Hautarzt aufgesucht werden", empfiehlt Brandl.

Warum der eine stundenlang in der Sonne braten kann und vielleicht ein paar Falten mehr hat, aber sonst nichts weiter und der andere einen Hautkrebs entwickelt, ist noch nicht vollends geklärt.

"Im Raum steht eine gewisse genetische Prädisposition, also Empfänglichkeit dafür. Am besten ist es also, um es nicht darauf ankommen zu lassen, von vornherein vernünftig einzucremen anstatt irgendwann wissen zu müssen, dass man leider nicht das genetische Rüstzeug gegen den Hautkrebs hat."

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1 Kommentar

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DerAdamok

Dieser Text war sehr Hilfreich Danke??