Hallenklettern ist sicher. Da kann nichts passieren. Heißt es. Leider ist dem nicht ganz so. Immer wieder gibt es schwere Unfälle an künstlichen Kletteranlagen. Fast immer verursacht durch typische Fehler der Anwender (also der Kletterer) und nicht etwa bedingt durch Fehler der Hallenbetreiber.

Bitte nicht! So ist das Sichern vielleicht bequem, aber alles andere als sicher!
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Doch wo liegt der Grund dafür, dass offensichtlich gerade an den vermeintlich sicheren Kletteranlagen immer wieder Fehler gemacht werden, die dann häufig zu schweren, leider oft auch tödlichen Unfällen führen? Kletteranlagen verleiten gerade Anfänger dazu, den Sport einmal auszuprobieren. Doch es bedarf einigen Sachwissens, bevor man den sicheren (Hallen-) Boden verlassen sollte.

Entweder der Neuling wird von einem mehr oder weniger erfahrenen Freund mitgenommen und von diesem eingewiesen oder aber er macht einen Schnupper- oder Grundkurs bei den Hallenbetreibern. Der wird von fast jeder Halle angeboten. Nur: Wer unterrichtet bei diesen Kursen? Sind es "Kletterlehrer", die eine gründliche Ausbildung genossen haben, oder sind es "gute" Kletterer, die sich mittels Kursen ein paar Euros verdienen?

Ablenkung pur! Aber wo ist der Kletterer?
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Leider sind es vermehrt letztere. Und da liegt eines der grundsätzlichen Probleme. Denn einen Neuling ins Klettern einzuweisen, ist mehr, als ihm zu zeigen, dass man mit der rechten Hand rechts und mit der linken Hand links hoch greift. Es ist wichtig, dem Kletteranfänger die spezifischen Gefahren aufzuzeigen. Denn es offenbaren sich, wenn auch meist selbst verschuldete Gefahren in den Kletterhallen, wie zahllose Unfälle beweisen.

Grundsätzlich gibt es drei Ausbildungen, die zum (Hallen-) Kletterlehrer befähigen und bei denen die Ausbildungsinhalte für den Endverbraucher einsehbar sind. Das eine ist natürlich der staatl. gepr. Berg- und Skiführer und der Trainer C Klettersport. Darüber hinaus kann der Fachübungsleiter Klettersport des DAV (vergleiche Kasten) Kurse geben.

Gedränge: In Kletterhallen ist häufig sehr viel los, die Möglichkeiten, abgelenkt zu werden, sind groß.

Alles andere ist "Wildwuchs". Das soll nicht heißen, dass es da draußen nicht hoch qualifizierte und sehr gute Leute gibt. Nur: Der Endverbraucher (Kletteranfänger) kauft die Katze im Sack und weiß in aller Regel nach seinem Kurs nicht einmal, ob die Inhalte jetzt umfassend und gut präsentiert oder aber oberflächlich und unzureichend waren. Deshalb sollte sich jeder Interessierte bei den Betreibern oder Organisatoren vergewissern, dass der Kurs von jemandem durchgeführt wird, der eine der oben genannten Ausbildungen durchlaufen hat.

Aber auch "alten Hasen", die es auf jeden Fall besser wissen müssten, passieren Fehler, aus denen Unfälle resultieren. Denn gerade die Routine kann zum Verhängnis werden. Oder die Ablenkung. Denn in der Kletterhalle sind die Möglichkeiten der Ablenkung weit gefächert und vor allem auch auf viel engerem Raum konzentriert als am Fels.

Alle auf alpin.de veröffentlichten Online-Kurse finden Sie hier.

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