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Ralf am ausgesetzten Wechtengrat. Bild: Hiro Takeuchi.
Zur Fotogalerie des zweiten Gipfelversuchs der Amical Alpin Expedition am Manaslu
Ein Fixseil zum höchsten Punkt konnte ich keines Anbringen - der Schnee der filigranen Wechten war zu morsch und grundlos. Ein spannender Gipfel - ohne Gruppenaufnahme. Jeder genoss den grenzenlosen Ausblick vom höchsten Punkt für sich alleine und stieg dann wieder vorsichtig ab. Der Reihe nach erreichten Hiro, Richy, Peter, Pasang, Sepp und Angelo den höchsten Punkt des Manaslu. Zudem noch die beiden parallel aufsteigenden Österreicher Peter und Oliver.
Glücklich begannen wir den Abstieg, wo uns auch bald Rolf und Jürgen begegneten. Beide bat ich um spätestens 13:30 umzukehren. Rolf hatte sich im Aufstieg um Helmars angefrorene Finger bemüht und dadurch viel Zeit verloren. Er konnte tatsächlich in der Zeit bis 13:30 auch den Beginn des Wechtengrates erreichen und war damit - bis auf ein paar wenige, ungesichert zu klettern zu gefährliche Meter - auch am Gipfel.
Jürgen kehrte auch rechtzeitig um, hatte sich aber derart verausgabt, dass der Abstieg nur Schritt um Schritt vor sich ging. Während alle nach glücklicher Rückkehr in Lager III zusammenpackten und den Abstieg antraten - Helmar mit angefrorenen Daumen und Jo mit gefühllosen Fusszehen waren recht- und frühzeitig umgekehrt - kämpfte sich Jürgen langsam nach unten.
Ralf Dujmovits bleibt allein in Lager III zurück: Bild: Amical Alpin.
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Als ich die Nachricht per Funk an Stefan im Basislager weitergab kam die nächste Hiobs-Botschaft: Angelo war in der Dunkelheit nicht im Lager II eingetroffen. Erneute Erschütterung machte sich breit - was war passiert? Ein kleiner Suchtrupp machte sich von Lager II aus auf um nach Angelo in der Dunkelheit zu suchen - ohne Erfolg. Erst um 7:00 Uhr gestern morgen kam Entwarnung: Angelo waren während des Gipfelaufsteigs des Vortags die Batterien seiner Stirnlampe ausgefallen und nun konnte er sich in der Dunkelheit nach dem Abgang einer grossen Lawine aus dem Bereich von Lager III nicht mehr orientieren. Und bezog auf 7000 m ein Notbiwak, was er auch ohne Frostschäden überstand.
Mit doppelter Erleichterung traten Jürgen und ich gestern in der Früh den Abstieg von Lager III an. Ein langer Abstieg. Jürgen war vom Vortag so erschöpft, dass er immer nur wenige Schritte absteigen konnte und dann eine Pause brauchte. Mittags waren wir im schon völlig geräumten Lager II - abends um 18:00 liefen wir im Lager I ein. Eine harte Geduldsprobe hatte ihr Ende. Jürgen blieb eine weitere Nacht in Lager I, genauso wie Angelo. Während ich diese Zeilen schreibe, sind sie am Abstieg ins Basislager. Der schönste Augenblick der Expedition ist zum Greifen nah - alle gut zurück im Basislager."
Quellen:
http://blogs.dw-world.de/manaslu
www.amical.de
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