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2005 gelang ihnen die erfolgreiche Speedbegehung und Skiabfahrt vom 7456 Meter hohen Mustagh Ata. In nur 9 Stunden und 25 Minuten bezwangen sie den Gipfel des Eisriesen in China. Nach 10 Stunden und 41 Minuten waren sie wieder zurück im Basislager. Im darauf folgendem Jahr benötigten sie nur 17 Stunden, um vom Basislager bis zum Gipfel des 8035 m hohen Gasherbrum II in Pakistan aufzusteigen und wieder dorthin zurückzukehren.
Zurück ohne "Gipfelsieg": Benedikt Böhm (li.) und Sebastian Haag.
Die Akklimatisationstouren in Höhen um die 7000 Meter brachten wie erwartet große Anstrengungen mit sich, ließen aber die Hoffnung weiter leben, dass das ehrgeizige Ziel gelingen könnte. Für einen aussichtsreichen Versuch, wären mindestens 24 Stunden stabiles Wetter nötig gewesen, um den Gipfel vom Basecamp aus zu erreichen.
Um den 24. September herum begann es jedoch stark zu schneien und hörte tagelang nicht mehr auf, woraufhin man sich entschloss, das Basislager zu verlassen und ins erste Dorf abzusteigen, um neue Kräfte zu sammeln.
Durch den starken Schneefall wurden unterdessen Zelte und weitere Ausrüstungsgegenstände arg in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch kämpften Benedikt und Basti weiter verbissen um ihren großen Traum, spurten bis auf 6.300m und wagten trotz extrem starken Windes am 03. Oktober einen Gipfelversuch.
Hierzu Basti und Benedikt in ihrem Online-Tagebuch am 04.10.:
Wir starteten gestern Abend, den 3.10.07, exakt um 23.00 Uhr vom Basecamp (4900m) Richtung Gipfel des Manaslu (8163m). Wir kamen die ganze Nacht hindurch trotz extremer Kälte sehr gut voran. Wegen dem extremen Neuschnee der letzten Tage konnten wir direkt von unseren Zelten mit Skiern starten.
Nach 1,50 Std. erreichten wir nach der Gletscherüberquerung bereits das Lager I auf 5700m am Fuße der riesigen Manaslu-Flanke. Nach 3 Std. befanden wir uns im Eisbruch, mit den Skiern am Rucksack, den Steigeisen an den Füßen und dem Pickel in der Hand. Wir hatten schon die ersten 1000 Höhenmeter hinter uns.
Auf 6200m, um ca.03.00 Uhr morgens zwang uns die Kälte (ca. -30 C) unsere Daunenjacken und Daunenhandschuhe auszupacken, Überhosen anzuziehen und die tauben Fueße zu massieren. Der Großteil unserer Getränkeflaschen war trotz Isolation schon eingefroren. An dieser Stelle konnten wir wieder unsere Skier anziehen und die großen Lawinenfelder bis 6600m aufsteigen. Langsam begann es zu dämmern und die Morgensonne brachte uns etwas Wärme. Ab 6600m legten wir wieder unsere Steigeisen an. Es war ein ständiger Wechsel zwischen Skiern und Steigeisen. Dann frischte der Wind auf und es wurde trotz Sturmmaske und Sonne noch kaelter.
Die endlose Flanke wurde immer steiler und die Seracs immer gößer. Unser Freund Nicolas wurde leider langsamer und der Abstand immer größer. Er rief uns zu, der Gipfel sei für ihn zu weit weg und damit unerreichbar. Er beschloss den Nordgipfel des Manaslu zu besteigen. Trotz der widrigen Umstände der letzten Wochen wuchs gerade in diesem Moment in uns die Überzeugung, dass wir diesen Gipfel heute erreichen werden. Obwohl wir spuren mussten lagen wir ja immer noch gut in der Zeit. Es war erst 07.30 Uhr und wir hatten noch den ganzen Tag. Das Wetter war gut und der Wind war noch erträglich. Die riesigen Lawinen hatten große Teile der Flanke vom Neuschnee befreit. Wir fühlten uns gut und blieben in unserem Rhythmus, obwohl wir über 7000m unser Tempo etwas reduzieren mussten. Leider fanden wir nicht die ideale Route durch die Seracs und mussten direkt über zwei große Eisrücken klettern. Das kostete uns Zeit und Kraft.
Kurz vor der Schulter zum Gipfelplateau auf 7400m fanden wir uns schließlich in einem Steilhang mit Massen von Neuschnee und windgepresstem Triebschnee. Auf beiden Hängen waren große Abrisskanten von Lawinen der letzten Tage. Da die Flanke von unten immer sehr blank aussah haben wir mit so etwas nicht gerechnet. Wir hatten ein sehr schlechtes Gefühl. Die Schneemassen waren völlig unverbunden und wir steckten mittendrin. Bis zur sicheren Schulter, 150m über uns wurde der Hang noch steiler. Wir mussten eine Entscheidung treffen und es war schnell klar, dass wir die hohe Todesrate des Manaslu nicht weiter strapazieren wollten. Nach der langen Vorbereitung war es so kurz vor dem Gipfelplateau eine wirklich traurige Entscheidung.
Wir schnallten unsere Skier an und fuhren ab. Etwas weiter unten mussten feststellen, dass es die Kanadier noch schlimmer erwischt hatte als uns. Ihr komplettes Hochlager war samt Inhalt von einer riesigen Lawine zerfetzt worden und lag 500m tiefer über den ganzen Hang verteilt. Somit hatten Sie Ihre gesamte Ausrüstung verloren und mussten Ihre Expedition abbrechen. Wir sind jetzt wieder im Basecamp, erschöpft, müde, deprimiert, aber gesund und unverletzt."
Nachdem es in den Tagen darauf wieder stark zu schneien begann, blieb Benedikt und Basti nichts annders übrig, als am 08. Oktober die Enscheidung zu fällen, die Expedition endgültig abzubrechen.
Weitere Informationen:
www.manaslu.baiern.net
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