Ende September 2011 gelang David Lama, Stephan Siegrist und Denis Burdet mit "Yoniverse" eine neue Route durch die Nord-Westwand des Cerro Kishtwar (6155m). Eiskletterei bis zu 85 Grad Steilheit und Passagen im VI. Schwierigkeitsgrad wartete auf das Trio, das vom amerikanischen Fotografen und Filmer Rob Frost begleitet wurde. Sehen Sie seine beeindruckenden Aufnahmen jetzt im Video.

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Auch wenn der Cerro Kishtwar (6155m) wohl nur wirklichen Kashmir-Kennern ein Begriff sein dürfte, so übt der steile Sechstausender, im Grenzgebiet zwischen Pakistan und China gelegen, seit Jahrzehnten einen großen Reiz auf Spitzenalpinisten aus.

Bereits 1991 hatte ein britisches Team unter der Leitung von Andy Perkins versucht, die Wand zu bezwingen, war aber knapp unterhalb des Gipfels gescheitert. Zwei Jahre später gelang es der englischen Bergsteigerlegende Mick Fowler, den Kishtwar über die Nordwestwand zu besteigen.

Danach wurde es erst einmal still um den Cerro Kishtwar, der seinen Namenszusatz "Cerro" seiner Ähnlichkeit zu den weit berühmteren Vettern in Patagonien verdankt.

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Aufgrund immer wieder aufkeimender politischer Konflikte blieb die indische Kashmir-Region im Grenzgebiet zu Pakistan und China fast zwanzig Jahre für Bergsteiger gesperrt. Eine Phase der vorübergehenden Entspannung wollten David Lama, Stephan Siegrist und Denis Burdet nicht ungenutzt lassen und ihr Glück am Cerro Kishtwar versuchen.

Anfang September 2011 war das österreichisch-schweizer Trio im Rahmen des "150 Peaks Project" von Mammut nach Indien aufgebrochen. Für Anreise und Marsch zum Basislager (3500m) benötigten die drei Alpinisten knapp zehn Tage. Blieben weitere vier Wochen, um das selbstgesteckte Ziel zu erreichen.

Fast früher als erwartet, war es dann soweit: In Begleitung des amerikanischen Fotografen und Filmers Rob gelangten Siegrist, Lama und Burdet über ihre neue Route "Yoniverse" am 29. September auf den Hauptfgipfel des Cerro Kishtwar. Vier Tage Eiskletterei bis zu 85 Grad Steilheit und Passagen im VI. lagen hinter den Bergsteigern, die bei ihrer 1200 Meter langen Neutour keinen einzigen Bohrhaken verwendet hatten. Chapeau!

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