Bergwanderer hatten in der Silvesternacht eine mehrtägige Katastrophenlage ausgelöst. Eine Versicherung erstattet jetzt Kosten für die Löscharbeiten.

Am frühen Nachmittag des 03. Januar konnte Landrat Josef Niedermaier endlich die Meldung verkünden, auf die so viele Menschen in der Region zwischen Walchen- und Kochelsee gewartet haben: Das Großfeuer am Jochberg sei unter Kontrolle.

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Drei Tage lang hatte der Flächenbrand am Jochberg gewütet und dabei hunderte von Einsatzkräften aus Bayern und Österreich in Atem gehalten.

Dicke Rauchwolken hüllen am Neujahrstag 2017 den Jochberg ein.

| © Picture Alliance

Erst durch den einsetzenden Schneefall zu Wochenbeginn entspannte sich die Lage merklich. In den ersten 48 Stunden nach Ausbruch der Katastrophe waren allein aus dem Walchensee über 1,3 Millionen Liter Wasser zum Löschen abgepumpt worden.

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Die Flammen konnten eingedämmt, aber nicht gänzlich gelöscht werden. Noch Tage später lokalisierten Brandexperten über 100 Glutnester am Jochberg, von denen aber keine größere Gefahr mehr ausging.

Im Dauereinsatz: Einsatzkräfte von Feuerweh, Polizei und Rotem Kreuz.

Inzwischen gilt als erwiesen, dass zwei Bergwanderer aus München "einen der verheerendsten Flächenbrände im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen" (Niedermaier) zu verantworrten haben. Die beiden 32 und 36 Jahre alten Männer hatten in der Silvesternacht am Jochberg ein Lagerfeuer entzündet. Beim Versuch, die rasch außer Kontrolle geratenen Flammen zu löschen, war der Jüngere der beiden im steilen Gelände abgestürzt und verletzte sich dabei schwer. Sein Begleiter alarmierte daraufhin die Bergwacht.

Gegen die beiden Männer wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Die Kosten für die Löscharbeiten haben die beiden Wanderer jedoch nicht aus eigener Tasche zu tragen; diese übernimmt - Medienberichten zufolge - jetzt eine Versicherung. Die Gesamtkosten für den mehrtägigen Großeinsatz belaufen sich auf rund eine halbe Million Euro.

Auftanken: Ein Hubschrauber der Feuerwehr nimmt vom Kochelsee Löschwasser auf.

Neber der "Oberschulte Hütte" (oder Geißalm) fielen auch über 100 Hektar Bergwald den Flammen zum Opfer; etwa die Hälfte der verbrannten Fläche sei wertvoller Schutzwald gewesen, so Martin Neumayer, der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, gegenüber der Süddeutschen Zeitung

Durch den Brand sei "eine Lebensversicherung für uns alle" zerstört worden, so Neumeyer. Der Schutzwald fungiere auch am Jochberg als natürliche Barriere gegen Lawinen und Muren und wirke der Erosion entgegen.

Nach Auffassung der Experten könnten Jahrhunderte vergehen, ehe sich das betroffene Gebiet von der Katastrophe wieder erholt hätte. Daher solle bereits in diesem Frühjahr intensiv mit der Neupflanzung begonnen werden. Diese werde, so schätzt Neumeyer, "auf jeden Fall Kosten im sechsstelligen Bereich nach sich ziehen".

Josef Niedermaier appellierte an alle Wanderer, generell kein Feuer im Wald zu machen - auch im Winter nicht.

Bei herrschender Inversionswetterlage sei der Waldboden "strohtrocken wie im Hochsommer" und "brennt entsprechend wie Zunder", gibt der Landrat gegenüber der SZ zu bedenken.

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5 Kommentare

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Christian

@mist: München ist also keine Stadt oder wie?

Wolfgang von alpin.de

Wir freuen uns immer, wenn Beiträge kommentiert werden. Aber bitte dabei die Netiquette nicht vergessen! Vielen Dank

mist

woher willst Du wissen, ob das 'Stadtmenschen' waren - eingebildeter Angeber!

Raven auf Facebook

Und das wegen zwei trotteln die sich das Feuerwerk von oben ansehen wollten. traurig echt!!!

Christian

Tja, passiert halt wenn man Stadtmenschen ohne Leine ausserhalb ihrer künstlichen Welt rumlaufen lässt...