alpin.de Gear Check: Hanwag Cengalo GTX
Die Schnürung setzt - ähnlich wie beim Ferrata Combi - sehr weit vorne an und fixiert den Schuh ausgesprochen gut am Fuß. Was nicht all zu schwer ist, denn der Cengalo ist an sich schon so eng geschnitten, dass wenig Volumen "gebändigt" werden muss. Die Klemmösen (Click Clamps) ermöglichen problemlos eine Zweizonen-Schnürung, sorgen allerdings auch dafür, dass man etwas mehr Zeit für`s Schnüren benötigt als ohne. Das nimmt man aber gerne in Kauf. Was fällt sonst noch auf? Die obligatorischen Tiefzughaken sind beim Cengalo Schlaufen und sehr weit hinten platziert. Im Vorder- und Mittelschuhbereich finden sich hochwertige Rollösen. Die lassen den Schnürsenkel ausgesprochen gut gleiten, bringen aber auch mehr Gewicht auf die Wage als die Schlaufen-Variante (wie etwa bei den Rock-Modellen Friction und Ferrata). Am Schaftabschluss kommen offene Klemmhaken zum Einsatz.
Beim Cengalo setzt Hanwag auf einen Materialmix aus robustem, glatten Kunstleder (Lorica), Sportvelour und Cordura, einer extrem reißfesten Kunstfaser. Der Schaftabschluss ist aus weichem Textilgewebe gefertigt. Ein Gore-Tex-Futter hält den Schuh wasserdicht. Der breite, komplett umlaufende Geröllschutzrand ist im Fersenbereich weit hochgezogen. Der Sohlenaufbau besteht aus fünf Komponenten: Brandsohle, einer durchgehenden Versteifungseinlage zwischen Brandsohle und Laufsohle (mit Steigeisenauflage an der Ferse), PU-Dämpfungskeil, durchgehende schockabsorbierende EVA-Einlage und schließlich noch die extrem grobstollige "Dolomit"-Laufsohle von Vibram. Auffallend: Die starke Spitzensprengung. In Größe UK 11,5 bringt der Cengalo GTX 1996 Gramm auf die digitale Küchenwage. Das sind fast 60 Gramm weniger wie der Triolet Pro von Scarpa, aber über 200 Gramm mehr wie der Verto S4K von The North Face - um zwei bedingt steigeisenfeste Bergstiefel zum Vergleich anzuführen.
Hanwag liefert Qualität. Meist sehr gute noch dazu. Und so schaut der Cengalo auch nach über einem Dutzend Bergtouren in Fels und Eis noch fast wie neu aus. Im direkten Vergleich mit dem "Verto S4k" von The North Face, einem anderen "Silberling", den wir bei uns im alpin.de Gear Check in der Mangel hatten, wird das besonders deutlich: Das US-Modell präsentierte sich nach der selben Anzahl an Touren bereits deutlich verschliessen.
Breit mit viel Volumen - diese Beschreibung mag auf viele Modelle von Hanwag zutreffen, auf den Cengalo aber nicht. Der neue Bergstiefel ist etwas für schmale bis mittelbreite Füße. Wer generell viel Platz braucht, wird mit dem Cengalo daher nicht zurecht kommen. (Eine Alternative wäre dann der Crack II, den Hanwag aber 2014 aus dem Programm nimmt.) Passt der Schuh zum Fuß (oder umgekehrt), dann begeistert der Cengalo mit festem Sitz - auch im Fersenbereich. Die Zehenbox fällt recht flach aus.
Die Schnürung setzt - ähnlich wie beim Ferrata Combi - sehr weit vorne an und fixiert den Schuh ausgesprochen gut am Fuß. Was nicht all zu schwer ist, denn der Cengalo ist an sich schon so eng geschnitten, dass wenig Volumen "gebändigt" werden muss. Die Klemmösen (Click Clamps) ermöglichen problemlos eine Zweizonen-Schnürung, sorgen allerdings auch dafür, dass man etwas mehr Zeit für`s Schnüren benötigt als ohne. Das nimmt man aber gerne in Kauf. Was fällt sonst noch auf? Die obligatorischen Tiefzughaken sind beim Cengalo Schlaufen und sehr weit hinten platziert. Im Vorder- und Mittelschuhbereich finden sich hochwertige Rollösen. Die lassen den Schnürsenkel ausgesprochen gut gleiten, bringen aber auch mehr Gewicht auf die Wage als die Schlaufen-Variante (wie etwa bei den Rock-Modellen Friction und Ferrata). Am Schaftabschluss kommen offene Klemmhaken zum Einsatz.
Schon bei der ersten Einlauftour auf den verschneiten Hirschberg zeigte sich, dass der Cengalo (Kategorie C) weit näher an der Kategorie D ist als sein älterer Bruder, Hanwags Rock-Bestseller Ferrata Combi GTX. Letzterer ist nicht unbedingt etwas für 4000er-Gelände, mit dem Cengalo kann man hingegen gemäßigtes Westalpenterrain bedenkenlos angehen. Die Dolomit-Sohle von Vibram ist extrem griffig, kantenstabil und überraschend verwindungssteif. So stellen auch kürzere Frontalzacken-Passagen für den - "nur" bedingt steigeisenfesten - Cengalo keinerlei Problem dar. Trittsicheren Alpinisten bietet der relativ niedrige, weiche Schaftabschluss ausreichend Seitenhalt. Es muss aber nicht unbedingt auf 3000 Meter und höher gehen, um den Cengalo einsetzen zu können. Für heimische Klassiker wie etwa die Zugspitzbesteigung über das Höllental oder die Watzmannüberschreitung ist der Hanwag ebenso gut geeignet. Die unvermeidlichen Forststraßen- und Schotterpisten-Hatscher bringt man mit dem ...
Mit dem Cengalo GTX präsentiert Hanwag einen modernen, relativ schmal geschnittenen Bergstiefel ohne nennenswerte Schwächen. Wenn man so will, ist der Neue eine abgespeckte Version des Friction (da nicht isoliert) bzw. eine festere Ausgabe des Bestsellers Ferrata Combi. Vom Einsatzzweck kommt es bei allen drei Modellen zu Überschneidungen, wobei der 270 Euro teuere Cengalo sein Potential erst bei Touren oberhalb der 3000er-Marke, sprich bei klassischen Hochtouren, so richtig zur Entfaltung bringt. Je gröber und anspruchsvoller - von langen Steileispassagen einmal abgesehen - dabei das Gelände, umso besser. Das gilt auch für Bergwanderungen. Wer so gut wie nie auf Hochtour geht, dafür aber einen Klettersteig nach dem anderen abreißt, ist mit dem Ferrata Combi besser aufgehoben.





