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So schön war's selten: Der Dachstein gesehen vom Ortskern von Ramsau aus.
Freitag: Tödlicher Unfall am "Hias"-Klettersteig
Doch die gute Stimmung wurde jäh und auf schreckliche Weise beeendet. Gegen 13:15 Uhr stieg der 78-jährige Bergführer Albert Prugger aus der Ramsau in den "Hias"-Kletterteig ein. Er beging den Steig ungesichert und verzichtete auf einen Helm. Nach wenigen Klettermetern stürzte er aus bisher ungeklärten Gründen ab und blieb schwer verletzt im Bachbett des Silberkarbaches liegen.
Die sofort verständigte Bergrettung leistete Erste Hilfe, der Rettungshubschrauber transportierte den Pensionär in das nahe gelegene Krankenhaus nach Schladming.
Dort erlag Prugger wenig später seinen Verletzungen. Der 78-Jährige war eine Bergführer-Legende in der Region und bei den Ramsauern überaus beliebt.
"Skywalk"-Run abgesagt
Dieses schreckliche Ereignis lag fortan wie ein bleierner Schatten über der Veranstaltung. Die für den Abend geplante beleuchtete Begehung des "Siega"-Klettersteiges wurde abgesagt. Ebenso entschied man sich, das Rennens durch den "Skywalk"-Klettersteig zu verschieben. Unter dem Motto "Race the Skywalk" sollte dort am Sonntag der weltweit erste Klettersteig-Speedcontest ausgetragen werden. Zu diesem Spektakel waren bekannte Athleten der Region geladen wie etwa Lydia Prugger, Österreichische Meisterin im Skibergsteigen 2008. Als Rennleiter war Albert Prugger, der Sohn des Verunglückten vorgesehen.
Auch Robert Schauer zeigte sich geschockt, als er von dem Unglück erfuhr. Der erste Österreicher, der den Mount Everest besteigen konnte (1978), hatte Albert Prugger gut gekannt.
Schauer war am Freitagabend in das Veranstaltungszentrum, den Forestpark-Indoor in Ramsau am Dachstein gekommen, um in einem Dia-Vortrag über seine drei Everest-Besteigungen zu erzählen.
Die Halle war gut gefüllt, doch es passte zu diesem unglückseligen Tag, dass die Technik nicht mitspielen wollte. Schauer musste die Veranstaltung beenden ohne ein einziges Bild seines Vortrages "Everest - Die Grenzen des Machbaren" gezeigt zu haben.
Samstag: Boulder-Contest ein echtes Highlight
Für den Samstag waren den gesamten Tag immer wieder kräftige Gewitterschauer angesagt, so dass manchem auch mit dem Schock des Vortages in den Knochen so gar nicht nach der Begehung eines Klettersteiges zu Mute war.
Für die, die trotz allem an ihren Klettersteig-Fähigkeiten arbeiten wollten, standen Bergführer bereit, um einen leichten Steig des Gebietes zu begehen.
Am abend hatten die Veranstalter ein besonderes Schmankerl organisiert: Beim Boulder Contest "Ramsau Open" in der Forest Park Indoorhalle zeigten Kletterer aus ganz Österreich Bouldern der internationalen Spitzenklasse. Die zahlreichen Zuschauer waren begeistert und feierten den erst 15-jährigen Sieger beim Wettkampf der Herren frenetisch.
Am Sonntagvormittag auf dem Weg über den Hallstädter Gletscher Richtung Gipfel des Hohen Dachstein. Dieser ist noch hinter Wolken versteckt.
Sonntagvormittag versprachen die Metereologen zumindest ein paar halbwegs sichere trockene Stunden: DIE Gelegenheit für eine Besteigung des Gipfel des Hohen Dachstein (2995m). Der ist, wenn man mit der Dachstein-Gondel bis zur Bergstation Hunerkogel hinaufschwebt, inklusive Rückweg in weniger als drei Stunden zu machen. Der Normalweg führt zunächst über den Hallstätter Gletscher bis zum Gipfelaufschwung. Hier heißt es, das Klettersteigset anzulegen.
Die letzten knapp 100 Höhenmeter bis zum Gipfel hangelt man sich über den "Randklufsteig" hinauf, einem moderaten Klettersteig (B), der bereits 1843 errichtet wurde und als ältester Klettersteig der Welt gilt.
Einsam ist es nicht gerade am Gipfel. Aber dafür herrscht beste und internationale Stimmung: Heerscharen österreischischer, deutscher, tschechischer, slowenischer und italienischer Bergliebhaber freuen sich, dass ausgerechnet, wenn sie auf dem höchsten Punkt stehen, die Sonne herauskommt.
Mehr solcher sonnigen Momente und keinen tragischen Unfall: Dies wünschen wir dem Organisations-Team für die Neuauflage des Klettersteigfestival in Ramsau am Dachstein im Jahr 2010.
Text und Bilder: Holger Rupprecht
Weiter Informationen:
www.via-ferrata-dachstein.at
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