Das "schönste Gebirge der Ostalpen" lockt mit vielen Klassikern. Wer eine schöne Einstiegstour in den Wilden Kaiser sucht, ist an der Hinteren Goinger Halt richtig.

Hinter bunten Almwiesen und lichtem Laubwald erhebt sich majestätisch die Krone des Wilden Kaisers mit ihren schroffen Felszacken und Gipfeln. Predigtstuhl, Totenkirchl, Fleischbank – kaum eine Wand, in der es keine bedeutende Erstbesteigung gibt. Die Hintere Goinger Halt ist im Vergleich zu ihren benachbarten Spitzen ein etwas weniger berühmter Gipfel, muss deshalb aber keinesfalls wie ein Mauerblümchen danebenstehen.

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Aufgrund ihrer wunderbaren Lage in der ersten Reihe ist die Goinger Halt der Logenplatz für eine kaiserliche Aussicht. Als "schönster Aufstieg" für Kletterer zählt der von Georg Leuchs und Friedrich Schön im November 1899 erschlossene Nordgrat.

Durch griffige Verschneidungen und Risse, später über die für den Kaiser typischen Platten und Felszacken, führt der geschwungene Grat in leichter Kletterei bis zum Nordgipfel, spektakuläre Blicke in die Fleischbank-Ostwand inklusive. "Die Tour übertrifft an schönen Kletterstellen sogar den berühmten Kopftörlgrat", verrät manch ein Kaiser-Kenner. Eine Empfehlung für alpin erfahrene Kletterer, die in den Kaiser "schnuppern" möchten.

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Die Tour

Hintere Goinger Halt, 2192 m, Nordgrat

Schwierigkeit: Klettertour, leicht, III+

Dauer: 8 Std.

Höhenmeter: 1270 Hm

Der Nordgrat der Hinteren Goinger Halt ist eine alpine Genusstour allererster Güte. Die Schwierigkeiten sind moderat, aber mit zehn Seillängen hat die Tour auch schon eine respektable Länge. Trotz der zahlreichen Begehungen sind nur wenige Stellen abgegriffen.

Ausgangspunkt: Wochenbrunner Alm, 1100 m.

Stützpunkt: Gaudeamushütte, 1263 m.

Schwierigkeiten: Bis III+, überwiegend II bis III in ausgesetztem Gelände, 350 Klettermeter.

Gehzeiten: 2 ½ Std. von der Wochenbrunner Alm bis ins Ellmauer Tor, 3 ¼ Std. für den Nordgrat, 2 Std. im Abstieg.

Beste Jahreszeit: Juni bis September, auf stabiles Wetter achten.

Route: Von der Gaudeamushütte hinauf zum Ellmauer Tor und Richtung Norden unter den Nordgrat absteigen. Nach Osten über Steigspuren durch Rinnen und einen Geröllkessel zum Einstieg in der Predigtstuhlscharte. Den Nordgrat hinaufklettern und über den Normalweg zurück zur Gaudeamushütte und zur Wochenbrunneralm absteigen.

Weitere Bilder von der Hinteren Goinger Halt.

ALPIN-Info: Der Genussgrat im Wilden Kaiser

Der Nordgrat auf die Hintere Goinger Halt ist ein beliebter Klassiker, der sich hervorragend für den Kletter-Einstieg in den Wilden Kaiser eignet.

Info: Tourismusverband Wilder Kaiser, Dorf 35, A-6352 Ellmau, Tel. +43 50509, wilderkaiser.info

Anreise: Mit dem Auto über Rosenheim nach Kufstein, hier in Richtung St. Johann, auf Höhe Ellmau links abbiegen zum Parkplatz der Wochenbrunner Alm (1100 m). Mit der Bahn nach Kufstein und weiter nach St. Johann, ab hier direkte Busverbindung nach Ellmau.

Ausgangspunkt: Wochenbrunner Alm (1100 m).

Bergführer: Club VertiKal, Biedring 17, A-6352 Ellmau, Tel. +43 676 613 2066, clubvertikal.at

Absicherung: Alpin! Es sind nur wenige Normalhaken an den schwierigsten Stellen vorhanden. Stände müssen – meist an Köpfeln – selbst gebaut werden. Zwischensicherungen sind an den zahlreichen Rissen und Sanduhren gut möglich.

Karte: AV-Karte, 1: 25 000, Blatt 8, Kaisergebirge.

Literatur: Markus Stadler: Kletterführer Wilder Kaiser, Panico Verlag, 2012.

Hütte: Sektion Main-Spessart, Anni und Martin Leichtfried, Tel. +43 5358 2262, bewirtschaftet Mitte Mai bis Mitte Oktober, dav-main-spessart.de

Ausrüstung: Klettergurt, Helm, Sortiment Klemmkeile und kleine Friends sowie mehrere Bandschlingen verschiedener Längen.

Text von Klara Palme

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