Ein Interview mit dem Geschäftsführer der Marker Dalbello Völklski GmbH, Udo Stenzel, über das Thema Nachhaltigkeit.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für Völkl als Skihersteller?

Für Völkl als Skihersteller ist der Schutz des globalen Ökosystems wichtiger denn je. Der Wintersport ist in besonderem Maße von der zunehmenden Belastung von Umwelt und Natur betroffen und auf den Erhalt des „weißen Golds“ in den Bergen angewiesen. 

Wir bei Völkl, dem letzten in Deutschland verbliebenen Skihersteller, sehen uns hier in der Verantwortung, weshalb Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei uns eine tragende Rolle spielen. Beginnend bei der Rohstofferschließung über die Produktion bis hin zur Nutzung der Produkte und der Entsorgung – unsere Nachhaltigkeitsbemühungen ziehen sich durch den gesamten Lebenszyklus der Produkte.

Das für die Skiherstellung verwendete Holz stammt ausschließlich aus europäischen FSC- und PEFC-zertifizierten, nachwachsenden Beständen.

| © Marker Dalbello Völkl

Wie können wir uns das konkret vorstellen? Fangen wir mal bei der Rohstofferschließung und -aufbereitung an.

Schon im ersten Schritt des Lebenszyklus eines Skis - bei der Rohstofferschließung und -aufbereitung – legen wir größten Wert auf Nachhaltigkeit und setzen auf Kooperationen mit handverlesenen, lokalen Partnern. 100 Prozent der verwendeten Rohmaterialien stammen aus Europa. 

So beziehen wir beispielsweise das für die Skiherstellung verwendete Holz ausschließlich aus europäischen FSC- und PEFC-zertifizierten, nachwachsenden Beständen. Schon bei unseren Lieferanten werden Holzreste, die nicht in der Skiproduktion Anwendung finden können, zu 100 Prozent wiederverwertet und beispielsweise für die Energiegewinnung genutzt oder in Form von Sägespänen direkt von den Lieferanten an lokale Bauern abgegeben.

Für den Transport der einzelnen Produktionsrohstoffe greifen wir auf Pendelverpackungen aus Holz und ohne Folienummantelung zurück – diese sind wiederverwendbar und nachhaltig. Der Standort unserer Völkl-Fabrik in Straubing sorgt zudem für kurze Transportwege und ermöglicht damit einhergehend eine Reduktion des Schadstoffausstoßes.

Gerade in der Vorproduktion von Prototypen fällt ja häufig viel Material und Abfall an. Wie gehen Sie damit um?

Unserem Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ werden wir durch jahrelange Entwicklungsarbeit und das ausgiebige Testen und Optimieren von Prototypen gerecht. Um die Produktion von Abfall in dieser Entwicklungsphase zu verringern, finden bei uns vor allem Restmaterialien und recycelte Materialien Anwendung. Zudem greifen wir beispielsweise auf Oberflächen mit Fehldrucken zurück. 

Darüber hinaus simulieren wir das Design eines Skis oftmals nur noch am Rechner, um die Prototypenproduktion so weit als möglich zu reduzieren und gleichzeitig so ressourcenschonend wie möglich zu agieren. Wir prüfen unsere Produktion jedes Jahr auf mögliche Optimierungsfelder, um Abfall weitestgehend zu minimieren – ohne dabei Einbußen in puncto Qualität hinzunehmen.

Bei Prototypen finden vor allem Restmaterialien und recycelte Materialien Anwendung

| © Marker Dalbello Völkl

Und wie sieht es mit der Produktion selbst aus? Inwiefern kann eine so große Produktionsstätte wie das Völkl-Werk in Straubing energieeffizient agieren?

Unsere Fabrik in Straubing ist energiezertifiziert nach DIN ISO 50001. Im Sinne der sauberen Produktion haben wir die Verwendung von Gift- und Schadstoffen bei Völkl drastisch reduziert und in vielen Schritten gänzlich eliminiert – so ist beispielsweise der Schadstoff DCM (Dichlormethan) nicht mehr im Produktionsprozess enthalten. 

Durch ein Umlaufprinzip beim Schleifwasser konnte auch der Wasserverbrauch um knapp 50 Prozent reduziert werden. Generell spielt für uns die Verwendung recycelter Materialien, beispielsweise im Bereich der Stahlkanten oder auch der Beläge, eine wichtige Rolle. Bis zu 28% eines Skis werden inzwischen aus recycelten oder nachhaltig produzierten Materialien gestellt.

Zudem zählt das Völkl Stammwerk in Straubing zu den modernsten Skifabrikationsanlagen der Welt. Der Standort in Deutschland und damit auch das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ bieten uns die Möglichkeit zur direkten Kontrolle der Arbeitsbedingungen und tragen zur regionalen Wertschöpfung sowie zur Förderung des EU-Wirtschaftsraums bei.

Das Völkl-Werk in Straubing ist energiezertifiziert nach DIN ISO 50001.

| © Marker Dalbello Völkl

Welche umweltfreundlichen Vorkehrungen treffen Sie in Sachen Distribution, Nutzung und Entsorgung?

Bei der Distribution der Produkte kommen ebenfalls wiederverwendbare Pendelverpackungen zum Einsatz. In Fällen, in denen Kartonagen bei der Auslieferung notwendig sind, setzen wir auf nachhaltige Produkte: Der Recyclinganteil liegt dabei bei 75 Prozent, das verwendete Papier ist FSC-zertifiziert und stammt damit aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft. 

Die Produktion hochqualitativer und langlebiger Völkl-Produkte stellt einen wichtigen Pfeiler unserer Nachhaltigkeitsbemühungen dar. Durch das ergänzende Angebot eines Reklamations- und Reparaturservice in Straubing können wir durch den Austausch von Einzelteilen dem eines ganzen Produkts vorbeugen und damit einem erhöhten Materialverbrauch entgegenwirken. 

Bei der Entsorgung arbeiten wir eng mit regionalen, zertifizierten Entsorgern zusammen und legen großen Wert auf die weitestgehende Wiederverwendung und das Recyclen von Einzelteilen wie Aluminiumspänen, Stahl, Papier oder Holz.

Von der Rohstofferschließung über die Produktion bis hin zur Nutzung der Produkte und der Entsorgung – Völkls Nachhaltigkeitsbemühungen ziehen sich durch den gesamten Lebenszyklus der Produkte.

| © Marker Dalbello Völkl

Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit findet ihr hier. 

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