Die Brille verspricht Augenschutz auch bei extremen Bedingungen. Wir haben sie getestet.

Das Thema Augenschutz ist für Bergsteiger von großer Bedeutung. Die UV-Strahlung nimmt pro 100 Höhenmeter um etwa zwei Prozent zu, mit Schnee und Eis noch einmal erheblich mehr.

Wer seine Augen im Gebirge länger schlecht oder gar ungeschützt der Strahlung aussetzt, riskiert Augenschäden bis hin zu irreparablen Schäden an Horn- und Netzhaut.

Eine geeignete Sonnenbrille mit hundertprozentigem UV-Filter und Gläsern der Schutzkategorie drei oder vier ist demnach ein Muss.

Enstpanntes Lächeln: die Bollé Kayman schützt die Augen auch bei grellem Sonnenlicht.

Die Bollé Kayman besitzt Gläser der höchsten Schutzkategorie vier, die per Definitionem gerade mal drei bis acht Prozent Lichtdurchlässigkeit aufweisen und so einen sehr hohen Schutz beispielsweise auf Schneefeldern oder hohen Bergen (oder auch am bzw. auf dem Wasser) bietet. Zudem sind die Gläser polarisiert, reflektiertes Licht erreicht nur teilweise die Augen.

Dies spürt man beim Einsatz im Gebirge, die Augen können selbst bei hellstem Licht entspannt bleiben.

Enge Passform: die Bollé Kayman.

Die Kayman liegt (zumindest bei meiner Kopfgröße) sehr eng an. Das ist in zweierlei Hinsicht gut: Erstens kann verhältnismäßig wenig Strahlung seitlich eindringen. Denn was helfen die besten Gläser, wenn das Sonnenlicht an ihnen vorbei in die Netzhaut gelangen kann? Für ausgewiesene Schnee- bzw. Gletschertouren würde ich allerdings dennoch eine Brille mit zusätzlichen Abdeckungen empfehlen.

Die enge Passform und die Gummierungen an Bügeln, Nasenpads sowie am Innenrahmen gewährleisten zudem einen sicheren Sitz und sorgen dafür, dass man als Träger auch bei schnellen Bewegungen und Blicken in die Tiefe nie das Gefühl hat, die Brille verlieren zu können.

Leichtgewicht: die Boll#e Kayman.

Von Nachteil könnte die enge Passform für die "Dickköpfe" unter uns sein. Auch ich habe einen recht großen Kopf, was bei langem Tragen der Brille mit der Zeit ein leicht unangenehmes Druckgefühl nach sich zog. Vielleicht hilft hier vor einer etwaigen Bestellung der "Fit-Guide" für die Brille auf der Webseite von Bollé.

Die leichtgewichtige Brille (nachgewogene 30 Gramm) ist mit Belüftungsschlitzen und einer Antibeschlag-Beschichtung ausgestattet. Bei starker Anstrengung (ergo Schweißentwicklung) und wenig Wind und Bewegung beschlagen die Gläsen von innen dennoch im meiner Meinung nach üblichen Rahmen. Dies würde ich im Vergleich weder als überdurchschnittlich positiv noch negativ beurteilen.

Die Brille überzeugt mit hervorragender Sichtschärfe und das von mir getestete Modell 100 Gun ist mit seiner braunen Tönung sehr gut für (Hoch-)Gebirgstouren geeignet und sorgt dort für feine Farben. Das mag bezüglich des Schutzes egal sein, ich mag die alpine Umgebung aber mehr in weichen und warmen braun-orangenen Tönen als in eher grau-düsterer Abdunklung.

Das von mir getestete Modell "Bollé Kayman 100 Gun" ist bei bolle.com für 80 Euro, in anderen Internet-Shops noch günstiger zu erhalten. Die Brille ist demnach preislich im sehr moderaten Bereich angesiedelt.

Zu beachten ist, dass Sonnenbrillen der Kategorie vier nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind. Für die Anreise mit dem Auto oder auf dem Rad solltet Ihr demnach eine weitere Brille im Gepäck haben!

Weitere Informationen:

www.bolle.com

+++ Hier geht es zu unserem ALPIN-Test Fotochromatische Brillen aus dem Jahr 2016. +++

Die getesteten Brillen könnt ihr direkt hier durchklicken:

Text von Holger Rupprecht

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