Gibt es Wanderschuhe mit Sohlen, die speziell auf nasse Bedingungen ausgelegt sind?

Frage von J. John per E-Mail: Mit Interesse habe ich den Schuh-Test im Heft gelesen. Leider habe ich nichts über die Rutschfestigkeit bei Nässe auf glattem Boden gelesen. Da ich mit verschiedenen Modellen im Nassen schon heftig ausgerutscht bin, suche ich einen Schuh mit einer Sohle, die auch bei Nässe möglichst wenig rutscht.

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Antwort von Olaf: Sohlen für Bergschuhe müssen unter allen nur erdenklichen Bedingungen halten. Daher gibt es keine Modelle, bei denen die Sohle speziell auf den Einsatz bei Nässe abgestimmt ist. Dass das technisch möglich wäre, zeigt die Formel 1: Bei Regen kommen Regenreifen drauf. Die haben nicht nur Profil, sondern auch eine andere Gummi-Zusammensetzung. Ist die Strecke wieder trocken, werden die Reifen sofort gewechselt. Das können wir am Berg leider nicht. Bergschuhe mit Vibram-Sohlen sind in aller Regel sehr gut. Die haben jahrelange Erfahrung und versuchen den besten Mix für alle Bedingungen anzubieten. Adidas Outdoor arbeitet seit dieser Saison mit Continental zusammen und bietet Modelle mit einer Continental-Sohle an. Wir haben sie zwar noch nicht ausprobiert, aber wenn man jemandem Kompetenz in Sachen Gummimischungen zutraut, dann einem Reifenhersteller. Darüber hinaus ist natürlich der Untergrund sehr wichtig. Hatten Sie Probleme auf matschigem Untergrund oder eher auf felsigem? Im Matsch ist ein möglichst grobstolliges Profil sehr vor teilhaft, das sich nicht sofort zusetzt. (Stand 2012)

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Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Ihre Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Ihre Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Text von Olaf Perwitzschky

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5 Kommentare

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Hilde Jansen

Ich war gestern mal wieder mit meinen Vibram-Schuhen unterwegs. Da setzte leider auch wieder Regen ein. Das Gehen auf Gehwegplatten mit kleinsten Steinchen und das Überqueren einer asphaltieren Straße geriet schnell zum Geschleiche! Lediglich ein altes Straßenpflaster aus der Kaiser-Wilhelm-Zeit war noch so einigermaßen. Wer auch schon fiese Erfahrungen mit Vibram-Sohlen auf nassem Asphalt machen musste, möge doch mal Vibram in Italien eine heftige Mängelrüge schreiben. Vibram@Vibram.com. Je mehr die Beschwerden erhalten, desto eher wird denen vielleicht mal klar, dass Wanderschuh-Träger ihre Teile an Schlechtwettertagen nicht ausschließlich im Wald und in der Heide tragen. Neue Wanderschuhe müssen vor dem ersten längeren Einsatz sowieso erstmal für einige Zeit im normalen Alltag eingetragen werden. Da sollte der Hersteller sich darüber im Klaren sein, daß ein solcher Einsatz auch mal eine nasse Straße oder einen nassen Bürgersteig mit einbezieht. Vibram scheint bei der Entwicklung seiner Sohlen das Thema nasser Asphalt ständig auszuklammern, um bei seinen Testverfahren Geld zu sparen. Wanderschuhe sind zum Wandern da! Und wo wandert man? Na klar, nur auf Naturwegen! Wer also von seiner Haustür ab eine Wanderung machen möchte, nehme sich an Schlechtwettertagen alte Socken zum Drüberziehen mit bis er die Botanik erreicht hat. Oder man wandert halt nur an trockenen Tagen. Dann ist es auch egal, auf was für einem Untergrund man gerade latscht. Gruß, Hilde

hilde, jansen

eigentlich bin ich kein wanderer - nach empfehlungen meines orthopäden, der behauptete, dass man auch allgemeine bequeme wanderschuhe zum nordic walking tragen könne und ich eben häufig probleme mit sohlen auf nassem asphalt und bürgersteigen hatte, ließ ich mich in einem trekking-outlet beraten. dort hieß es, dass eine spanische Marke (mit vibram) auch auf nassem asphalt rutschfest sei. der schuh ist super bequem; die sehr steife brandsohle kann man selbst mit ein wenig handarbeit etwas biegsamer und weicher machen. als ich neulich aber bei regen diese schuhe anhatte, wurde es echt heikel. jeder schuh wird bei nassen blättern etwa ausgleiten können. aber ein normaler nasser bürgersteig im sommer sollte bei vibram kein problem sein. ist es aber. woran liegt es? vibram ist hartgummi und kein synthetik wie heute leider bei vielen freizeit- und sportschuhen.

Charlie

Habe das Problem mit verschiedenen (renommierten) Marken erlebt. Wanderschuhe könne deutlich (!!!) rutschiger sein, als ganz normale Sneaker bzw. Halbschuhe. Ein wenig paradox finde ich das vor allem bei wasserdichten Wanderschuhen... Normaler Fliesenboden und etwas Nässe genügen, und man fühlt sich teilweise fast wie auf einem vereisten Gehweg. Gefährlich, wenn man dies nicht erwartet. Ich nutze diese Wanderschuhe ebenfalls nur bei trockener Witterung, bei Regen ist fast jeder andere Schuh überlegen.

Eddy, Blöm

Meine Schuhe haben alle Vibram Sohle! Ein Paar ist jedoch auffällig rutschig. Es gab auch schon (bei Nässe) 2 leichte Stürze mit den Schuhen, die daher nur noch bei trockenem Wetter getragen werden!

Daniel, Bonn

Ich bin am Sonntag auf einer nassen Treppe mit Camp-David Schuhen mit Solen von Vibram ausgerutscht und habe mir den rechten Oberarm gebrochen. Die Schuhe schmeisse ich weg, sorry, auf Vibram vertraue ich nicht mehr.