Olaf klärt auf über die Besohlung von Bergschuhen.

Frage: Nachdem ich von mehreren Bergsteigern erfahren habe, dass die gute Vibram-Sohle höchstens ein Jahr hält und dann abgelaufen und ohne Grip ist, auch bei trockenem Wetter, möchte ich euch auf dieses Problem hinweisen. 

Selbst ein Testsieger bei Bergstiefeln taugt nichts, wenn die Sohle nicht hält. Ist es möglich die Langlebigkeit einer Sohle zu testen? Vielleicht würde Vibram dann wieder mehr Wert auf Qualität legen.

Antwort von Olaf: Danke für deine Info. Allerdings bin ich mit den Erfahrungsberichten Dritter eher skeptisch. Diese Hinweise sind für uns aber ein guter Hinweis, Augen und Ohren offen zu halten. 

Die Haltbarkeit von Sohlen zu testen, ist leider sehr schwierig. Fast jeder Schuh hat eine andere Sohle und man müsste dann ja zehn Paar Schuhe (wir haben ja immer zehn Produkte im Test) extrem viel nutzen, um das beurteilen zu können. Das heißt dann im Umkehrschluss, man kann keine anderen Schuhe testen … 

Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass sich Qualitätssohlen innerhalb eines Jahres bei normaler Nutzung und normalem Gangbild ablaufen. Das gilt für Vibram, aber auch für andere gute Sohlen. 

Zum Artikel "Neun feste Bergschuhe im ALPIN-Test (2019)" geht es hier. 

Die getesteten Schuhe könnt ihr auch direkt hier durchklicken:

Zum Artikel "Acht leichte Bergschuhe im ALPIN-Test (2018)" geht es hier. 

Die getesteten Schuhe könnt ihr auch direkt hier durchklicken:

Unsere Erfahrung dazu ist auch eine andere. Ich hatte noch nie einen Berg- oder Wanderschuh, an dem die Sohle nach einem Jahr runtergelaufen war.

Und noch ein Gedanke dazu: Was ist die Alternative? Vibram hat zurzeit (noch?) einen extrem hohen Marktanteil. Im Top-Bereich gibt es fast nur Modelle mit Vibram-Sohlen. 

Salewa und Adidas arbeiten mit Michelin und Continental, aber Salewa verwendet beispielsweise auf seinen technischen Schuhen auch Vibram-Sohlen. Dann gibt es noch viele Modelle mit No-Name-Sohlen, aber die sind auch nicht besser.

Mehr Fragen von Lesern und Usern sowie die Antworten von Olaf findet Ihr unter: alpin.de/olaf.

Habt Ihr auch eine Frage an Olaf? Dann nutzt die unten stehende Kommentarfunktion!

Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Eure Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Eure Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Worauf Ihr bei Bergschuhen achten solltet, seht Ihr in der Fotogalerie:

Text von Olaf Perwitzschky

2 Kommentare

Kommentar schreiben
marion

mein scarpa hochtourenschuh ist 10 jahre alt, er stand auf etlichen 4000 ern, hat viele gratüberschreitungen mitgemacht, und ungezählte mehrtagestouren in alpinem gelände. jetzt wäre es an der zeit mal die vibramsohle zu wechseln;-) eine weiche sohle mit weniger grip läuft schneller ab, logisch, oder, dafür hat man dann sensiblen felskontakt. kletterfinken nutzen sich ja auch schnell ab. Es gibt keine absolut beste mischung, sondern nur eine optimale mischung für den jeweiligen einsatzbereich, und derweil gibt es um die 30 mischungen! insofern finde ich die leserfrage ziemlich undifferenziert.

Gipfelgrat

La Sportiva hat den Ruf dass die Schuhe nicht lange halten und bei meinen konnte man der Sohle richtig beim Verschleiß zuschauen. Nach 6 Touren war der Schuh dann komplett hinüber. Kommentar von La Sportiva zur Reklamation: "die Sohlen sind abgenutzt". Nach vielfachem hin und her wurde mir dann eine vergünstigte Neubeginn Neubesohlung angeboten.

Bei meinen Lowa Schuhen hält der Gummi recht lange. Obwohl auch Vibram scheint das eine andere Gummi Mischung zu sein.