Wie akklimatisiere ich mich richtig für eine Elbrus-Besteigung? Spürbare Akklimatisationseffekte treten ab etwa 1800 Meter Meereshöhe auf. Wichtig: Sich genügend Zeit für die Akklimatisation nehmen!

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Frage von Stefan, per Mail: Ich mache am Red Fox Race mit, einer Besteigung des Elbrus ab 2500 auf 5600 Meter. Also nur hinauf und gleich wieder runter. Dummerweise komme ich zwei Wochen vorher vom Tauchen aus Ägypten zurück.

Ansonsten bin ich aber jedes Wochenende in den Bergen und bis auf 3000 Meter (Trailrunning). Mont Blanc und Matterhorn habe ich gemacht, ohne Probleme. Hat dieser Ägyptenaufenthalt Auswirkungen oder genügt die Akklimatisation vor Ort (zwei Mal auf 3600 Meter schlafen vor dem Wettkampf, dazwischen unten auf 2500 Meter)?

Antwort von Olaf: Ob du zwei Wochen vorher in Ägypten oder zu Hause bist, macht keinen Unterschied. Spürbare Akklimatisationseffekte treten ab etwa 1800 Meter Meereshöhe auf.

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Wichtig sind vor allem die Nächte auf 2500 Meter vor dem Rennen und dann natürlich die auf 3600 Meter. Ich glaube auch nicht, dass du beim Rennen Höhenprobleme bekommst, dafür bist du zu kurz in der Höhe.

Probleme treten oft erst bei einer Nacht in unangepassten Höhen auf. Du wirst mit einer nicht optimalen Akklimatisation halt nicht so leistungsfähig sein wie mit vielen Tagen/Wochen in der Höhe. Sinnvoll wäre auch eine Besteigung des Elbrus vor dem Rennen.

Aber dann musst du auch wieder genügend Regenerationszeit einplanen. Als Indikator für deinen Akklimatisationszustand kann dir dein Ruhepuls dienen. Der sollte in der Schlafhöhe vor dem Rennen auf jeden Fall in etwa deinem normalen Ruhepuls entsprechen.

Vorausgegangene Akklimatisationen bringen dir nichts, wenn die länger als zehn Tage bis zwei Wochen her sind. Der Körper gewöhnt sich zwar an den Akklimatisationsvorgang, sprich der läuft nach vielen Malen Akklimatisation schneller ab als beim ersten Mal.

Aber direkte Effekte hast du von Aufenthalten vorher nicht, wenn du danach wieder einige Tage unter der Reizschwellenhöhe (also ca. 1800 Meter) warst. Nach meiner Erfahrung solltest du, um das Rennen auch "genießen" zu können, mindestens acht bis zehn Tage vorher anreisen.

Mehr Fragen von Lesern und Usern sowie die Antworten von Olaf findet Ihr unter: alpin.de/olaf

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Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Eure Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Eure Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Hier ein Video, in dem Olaf Fragen zur Akklimatisation beantwortet hat:

Text von Olaf Perwitzschky

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