Wir ermittelt man die optimale Länge von Tourenski mit Rocker und welche Vorteile haben diese Ski? Test-Chef Olaf klärt auf

Frage: Ich möchte mir für diese Saison neue Ski kaufen. Bisher habe ich Tourenski ohne Rocker. Wie ist das jetzt mit den Ski mit Rocker?

Nimmt man die in derselben Länge? Und was genau bringt mir der Rocker für Vorteile? Ich bin 180 Zentimeter groß und wiege etwa 75 Kilo.

Antwort von Olaf: Wow, da hast du ja ein echtes Paradegewicht! Rocker bewirken dies: 1. Der Ski hat in der Schwungeinleitung eine kürzere Kante, dass heißt er dreht leichter. 

Einmal auf der Kante greift dann aber die gesamte Kantenlänge, auch die des Anteils des Rockers. Das heißt, du hast bei höherer Drehfreudigkeit einen besseren Kantengriff.

Auch wenn es am Anfang Zweifler gab (wie immer bei solch neuen Technologien), hat sich die Rockertechnologie so durchgesetzt, dass sie sogar bei Rennski im Weltcup eingesetzt wird.

2. Im Tiefschnee kommen die Ski aufgrund der vorne hochgezogenen Schaufel schneller aus dem Schnee raus, sie schwimmen früher auf. Und "unbeschwert" Tiefschneefahren tust Du dann, wenn du auf dem Schnee fährst und nicht im Schnee.

Dazu bedarf es aber einer gewissen Geschwindigkeit. Bei Ski mit Rocker geht das eben früher. Das ist ein Riesenvorteil im Tiefschnee und dafür ist der Rocker ja auch gemacht.

Zur Länge: Im Prinzip kannst du einen Ski mit Rocker etwas länger fahren als einen vergleichbaren Ski ohne Rocker. Denn die Schwungeinleitung ist ja leichter.

Allerdings würde ich das auch nicht übertreiben, denn im verblockten, kleinräumigen Gelände tust du dich mit langen Ski wieder schwer. Du hast nicht gesagt, wie du Ski fährst, aber ich gehe mal vom Durchschnittsfahrer aus.

Dem würde ich bei deiner Größe und deinem Gewicht einen Ski zwischen ca. 173 und 180 Zentimeter empfehlen (abhängig von der Skibreite und den Vorlieben).

Deutlich über Körpergröße würde ich bei Tourenski nicht gehen. Bei Freeride-Ski vielleicht, aber da fährst du anderes Gelände.

Mehr Fragen von Lesern und Usern sowie die Antworten von Olaf findet Ihr unter: alpin.de/olaf

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Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Eure Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Eure Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Hier Videos, in denen Olaf Fragen zu Ski und Schnee per Video beantwortet hat:

Text von Olaf Perwitzschky

1 Kommentar

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Peter

Bei der Wahl neuer Skis stelle ich mir ebenfalls die Frage nach der richtigen Länge. Ich bin jedoch bei etwa 1,82 m nicht ganz 90 kg schwer. Ich habe bisher immer auf längere Skis tendiert, nicht so sehr wegen meiner Körpergrösse, sondern auch wegen meines Gewichts (wg. Auftrieb). Da die Skis aber immer breiter werden, gibt es aber inzwischen weitere, verlockende Variationsmöglichkeiten.

Da ich noch "alte Schule" Skifahren gelernt habe und meine Skis tot fahre und entsprechend selten wechsle, waren meine letzten Skis noch gerade, lange Latten und meine jetzigen sind mit 182 cm gerade meine Körpergrösse und tailliert (113-76-93).

Ich fahre viel Piste und gehe gerne auf Tour, alles mit dem selben Ski. Mein derzeitiges Allmountain Modell kann alles, aber halt mit Abstrichen. Ich wünsche mir für meine Touren weniger Gewicht, mehr Auftrieb und mehr Hand­lich­keit. Deshalb tendiere ich auf einen etwas kürzeren, dafür aber breiteren Ski.

Wenn ich im Schneesportgeschäft nach der idealen Länge Frage, bekomme ich jeweils die in etwa selbe Antwort: "Ja, du kannst den 177cm Ski nehmen oder den 184cm auch, hat halt mehr Auftrieb, der Längere". Womit ich etwa gleich viel weiss, wie ich selber schon wusste. Klar kann (und muss ich wohl auch) testen, doch etwas Vorauswahl wäre doch schön, gerade weil ich oft an den Tagen, an welchen ich testen kann, nicht die idealen Schneeverhältnisse habe.

Da der Auftrieb ja (neben anderen Faktoren wie Rocker, etc.) von auch von der Skifläche her abhängig ist, kann ich als grobe Vergleichsrechnung etwa wie folgt rechnen: Jetziger Ski (Rossignol Bandit B2 2005): Durchschnittsskibreite ist etwa: (113+76+93)/3 , Länge = 182 --> Fläche ist etwa: (113+76+93)/3x182

So hätte ich eine groben Vergleich zu einem anderen Modell mit der entsprechenden anderen Länge: z.B. Völkl BMT 90 (127+90+109) /3x177 oder K2 Wayback 88: (121+88+109)/3x174 oder gar superbreit: K2 Wayback 106: (130+106+122)/3*179

Oder sind solche Rechnungen aufgrund der so unterschiedlichen Charakteristiken der Ski absolut untauglich?