Der Experte Dr. Walter Treibel, Orthopäde und erfahrener Höhenbergsteiger, Vorsitzender der DAV Sektion Oberland:

Was ist die "Todeszone"?

Das ist der Höhenbereich über 7500 Meter, in dem man sich nur ganz kurz aufhalten sollte. Selbst nach längerer Akklimatisation baut hier der Mensch durch den extremen Sauerstoffmangel sehr schnell ab und wird über kurz oder lang höhenkrank. Würde man ohne vorherige Höhenanpassung gleich auf 7500 Meter ausgesetzt werden, würde dies wahrscheinlich keiner überleben.

Wer darf nicht höhenbergsteigen?

Menschen mit pulmonaler Hypertonie (Bluthochdruck in der Lunge), schweren Lungen- oder Herzerkrankungen. Völlig untrainierte und unerfahrene Personen haben in großer Höhe ebenfalls nicht unbedingt etwas zu suchen - dafür gibt es doch zu viele Gefahren!

Was sind Zeichen schlechter Akklimatisierung?

Anzeichen für eine schlechte Akklimatisation sind Kopfschmerzen (Leitsymptom!), Brechreiz/Erbrechen, nur ein halber Liter Urin in 24 Stunden, erhöhter Ruhepuls, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen. Jegliches Anzeichen von Unwohlsein in der Höhe ist ein Hinweis auf Höhenerkrankungen.

Daher sollte man erst weiter aufsteigen, wenn man völlig beschwerdefrei ist (ohne Medikamente!).