Der Klettersteig über die Latemarspitzen ist die vielleicht schönste Möglichkeit, die faszinierende Latemargruppe zu entdecken.

Gesehen haben die Latemarspitzen schon viele, denn die beeindruckenden Türme mit ihren düsteren Felsabbrüchen auf der Nordseite bilden die imposante Kulisse über dem viel fotografierten Karersee – ein klassisches Postkartenmotiv. 

Von Süden zeigen sich die Türme dagegen weniger strukturiert und abweisend, wenn auch immer noch höchst beeindruckend. Die steilen, von kurzen Felsstufen durchzogenen Schutthänge bilden den fotogenen Kontrast zu der Weite der Latemarhochfläche. 

In der Draufsicht schauen die Flanken enorm steil aus und man kann gar nicht glauben, dass durch dieses Gelände gleich zwei Steige führen. Für trittsichere Geher problemlos ist der Weg, der die Flanke im unteren Drittel und damit direkt über der Felsstufe am Sockel der Türme quert. 

Im oberen Drittel verläuft ein weiterer Steig, wobei vor allem am Beginn und am Ende kurze Felstürme und -stufen miteinbezogen wurden. Dank eines straffen Drahtseils sind diese Stellen entschärft und für geübte Klettersteiggeher gut zu bewältigen. 

Der Diamantiditurm (auch Westliche Latemarspitze) als höchster Gipfel der Latemargruppe wird vom Klettersteig (Via ferrata dei Campanili del Latemar) südseitig gequert, doch der Anstieg über Geröll und leichte Felsen kostet nicht viel Zeit und sollte unbedingt mit eingeplant werden. 

Als Ausgangspunkt für die Tour wählt die Mehrheit die Bergstation der Sesselbahn Oberholz bei Oberreggen. Alternativ startet man am Rifugio Torre di Pisa am Südrand der Hochfläche oder am Karerpass.

Fotogalerie: Schritt für Schritt auf den Diamatiditurm in der Latemargruppe

Latemartürme: Info & Tour

Latemartürme: Klettersteig mit Aussicht

Der Diamantiditurm ist der höchste Gipfel der Lametargruppe und ein Berg mit zwei Gesichtern. Auf der Nordseite bilden senkrechte Abbrüche die Kulisse des idyllischen Karersees, die Südseite ist dagegen wie ein Pult schräg gestellt und wird von zwei Steigen gequert, die sich zu einer schönen Rundtour verbinden lassen.

Die Via Ferrata quert die wilden Felstürme über der Latemar-Hochfläche aussichtsreich auf der Südseite.

Dolomiten, Diamatiditurm, 2842 m

  • Klettersteig, mittel

  • Dauer: 7 Std.

  • Höhenmeter: Auf- und Absstieg 1100 hm

  • Beste Zeit: Juli bis Oktober

  • Ausgangspunkt: Parkplatz bei der Talstation der Sesselbahn Oberholz, 1557 m

  • Talort: Deutschofen, 1350 m

  • Info: Eggental Tourismus, I-39056 Welschofen, Tel. +39 0471 619500, eggental.com

  • Anreise: Über die Brenner-Autobahn bis zur Ausfahrt Bozen-Nord, über die SS241 ins Eggental und auf der SS620 weiter nach Obereggen.

  • Biwak: Bivacco Mario Rigatti, 2620 m, 6 Schlafplätze, kein Wasser in der Nähe!

  • Bergführer: Alpinzentrum Rosengarten, Tel. +39 0471 613487, berge-erleben.com; Hansjörg Welscher, Tel. +39 348 7960499, welscher-hansjoerg.com

  • Karte: Tabacco, 1:25.000, Blatt 014 Val die Fiemme - Lagoria - Latemar

Klettersteig Latemartürme

Obwohl der Klettersteig eher einfach ist, darf das Gelände nicht unterschätzt werden. Viele Passagen im Gehgelände verlaufen im absturzgefährdeten Bereich. Unbedingt reichlich Flüssigkeit mitnehmen, es gibt nirgends Wasserstellen!

| © Stefan Herbke

Latemartürme: Die Route

Von der Bergstation der Sesselbahn Oberholz auf dem Weg Nr. 18 in die Gamsstallscharte. In leichtem Auf und Ab über die Hochfläche zur Rotlahnscharte. 

Am besten legt man hier die Klettersteigausrüstung an und steigt im Anschluss durch leichtes Schrofengelände zum eigentlichen Einstieg. Leichtes Felsgelände, schmale Bänder und Gehgelände wechseln sich ab, wobei nur die notwendigen Passagen mit einem Drahtseil gesichert sind (B).

Im Grunde quert man die Schuttflanken nahezu horizontal bis zur Südflanke des Diamantiditurms. Trittspuren im Geröll führen zum Gipfel.

Abstieg Richtung Südost zum Klettersteig, der die Südflanke quert. Teilweise gesicherte Passagen leiten zur Schlüsselstelle (C). Nach der senkrechten Felsstufe folgen ein paar schöne Klettersteigpassagen (B). 

Von der Großen Latemarscharte mit dem Bivacco Mario Rigatti kurzer Abstieg über viel loses Geröll. Nach einem Gegenanstieg quert man oberhalb der Abbrüche die Steilflanke der Latemartürme und trifft unterhalb der Rotlahnscharte auf den bereits bekannten Anstiegsweg. Auf diesem zurück zur Sesselbahn.

1 Kommentar

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Klausi

Ist ein schöner Steig und bin diesen mehrfach im Juni/Juli gegangen.

Ein Hinweis nach schneereichen Wintern/später Tauphase:
Anfang Juli kann in den Querungen der steilen Rinnen am Latemar(Klettersteigabschnitt) noch Schnee liegen und es gibt Passgen in denen sich eine sehr unangenehme Randkluft bilden kann und man kommt ggf. nicht an Sicherungspunkte.

Dies sollte man unbedingt vorher erfragen, da Zustieg zum Steig recht lang, aber über Gamsstallscharte auch sehr schön ist. Die letzten 5-10 Meter unterhalb der Gamsstallscharte können im Juni/Juli vereist sein , da im Schatten liegend und die angetauten Schneereste gern' überfrieren.