Wir sagen Euch, worauf es in Sachen Ausrüstung, Gehtechnik und Spuranlage ankommt.

Welcher Schuh wofür?

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Schneeschuhe lassen sich in drei Kategorien unterteilen. Wer echtes "Trapper-Feeling" will, wird mit den sogenannten "Originals" glücklich. Diese bestehen aus einem gebogenen Holzrahmen, der mit harzummanteltem Leder bespannt ist, sowie einer Bindung aus Lederriemen. Sie sind relativ hochpreisig, aber eben aus Naturmaterialien.

Spaß im Schnee: Schneeschuhgeher unterwegs.

| © Picture Alliance

"Classics" bestehen aus einem Alurahmen, der mit einer durchgehenden, robusten Kunststofffolie bespannt ist. "Moderns" schließlich sind aus hochwertigem, kältefestem und bruchsicherem Kunststoff. 

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Während Modelle der "Classics"-Kategorie für flacheres bis mäßig geneigtes Gelände gemacht sind, kann man mit den härteren, aber auch meist kleineren "Moderns" auch im steileren, unwegsameren Gelände unterwegs sein. Die Schwachstelle jedes Schneeschuhs sind Querungen von Hängen. Hier sind die steiferen Hartkunststoff-Modelle mit ihren seitlichen Kanten den weicheren Alu-Versionen meist überlegen.

Unabhängig davon, für welchen Schneeschuh-Typ man sich entscheidet, gibt es ein paar Kriterien, die einfach passen müssen. Die Bindung muss den Schneeschuh sicher und dauerhaft am Fuß halten, sollte jede Bewegung mitmachen und auch mit Handschuhen einfach bedienbar sein. 

Der Schneeschuh sollte in allen Gehsituationen guten Grip bieten und über stabile und lange Krallen auf der Unterseite der Bindung und Zacken am Rand verfügen. Letztlich müssen Schneeschuhe dem Körpergewicht angepasst sein. Je schwerer man ist, desto größer muss ihre Fläche sein, um genügend Auftrieb zu haben. Viele Hersteller haben Modelle mit unterschiedlichen Größen und Gewichtsangaben im Programm. 

Unser Kauftipp: Achtet auf Qualität. Versagt unterwegs der Schneeschuh, ist an ein Weiterkommen im tiefen Schnee oft nicht mehr zu denken. Das kann durchaus gefährlich werden. 

Auch die Schneebeschaffenheit kann die Wahl beeinflussen. Wer weiß, dass er oft in kalten Regionen mit pulvrigem, lockerem Schnee unterwegs ist, braucht mehr Auftrieb unter den Sohlen. Wer dagegen mit wechselnden, typisch alpinen Bedingungen rechnet, sollte zu kleinflächigeren Schneeschuhen greifen. Gerade im härteren alpinen Einsatz haben sich die "Moderns" bewährt. 

"Der Steilheit des Geländes sind allerdings Grenzen gesetzt", erklärt Durner. "So ab 25 bis 30 Grad ist je nach Kondition und Kraft Schluss mit lustig", so der Autor eines Schneeschuh-Fachbuchs. Wer sich in solches Gelände begibt, braucht unbedingt eine eingebaute Steighilfe sowie Krallen auf der Unterseite der Bindung und an den Kanten für sicheres Gehen.

Bei den Bindungen sind mehrere Systeme im Einsatz. So findet man Riemenbindungen, Ratschenbindungen, Snowboardbindungen für Hardboots und Kipphebelbindungen. Auch das BOA-Schnell-Verschlusssystem, bei dem mittels Rädchen die Spannung schnell und effektiv angepasst werden kann, wird verbaut. Am besten testet man die Bindung im Geschäft gleich mit den richtigen Schuhen und überprüft, ob sie auch mit Handschuhen zu bedienen ist. 

Die richtige Gehtechnik

Das Gehen mit Schneeschuhen ist schnell erlernt. Reinsteigen und losgehen ist hier die Devise. 

Bei traumhaftem Wetter fällt der Anstieg viel leichter.

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Tipp: Hebt die Schneeschuhe nur gerade so weit an, dass sie beim Nach-vorne- ziehen leicht am Boden schleifen. Das ist wesentlich kraftsparender, als die Füße so weit anzuheben, bis die Schneeschuhe keinen Kontakt mehr zum Untergrund haben. 

Bergauf geht man bis zu einer Hangneigung von 20 Grad in Serpentinen. Wird es steiler, wendet man sich mit dem Körper zum Hang und steigt frontal auf. Ist der Schnee im steileren Gelände weich, kann man auch mit nach außen gedrehten Fußspitzen, im sogenannten "Entenschritt", steigen.

Ist der Untergrund zu hart dafür, wird es anstrengend. Dann steigt man wie mit Steigeisen in Frontalzackentechnik auf, was die Wadenmuskeln ziemlich beansprucht. Je steiler, desto schwieriger ist das Queren von Hängen. Dabei setzt man die Schneeschuhe möglichst eben auf, damit sich die Krallen und Zacken möglichst tief eingraben können. 

Sehr steile Stellen kann man auch seitlich im sogenannten Treppenschritt überwinden. Bergab bleibt man bei härterem Untergrund mit dem Körpergewicht möglichst direkt über der Bindung. Ist der Schnee weicher, kann man etwas in Rückenlage gehen, um so ein kleines Stück zu gleiten.

Die richtige Spur

Das Anlegen einer guten Spur braucht ein geübtes Auge und Erfahrung. Während man im flachen Gelände einfach so drauflosstapfen kann, bedarf es beim Aufstieg der vorausschauenden Planung. Das Gelände sollte so ausgenützt werden, dass die Spur gleichmäßig ansteigt und Geländeformen ausgenützt werden. 

Bei den Kehren achtet man darauf, dass man sie ohne Stopp durchgehen kann. Die Steigung der Spur sollte nach der Kehre genauso steil sein wie vor der Kehre. Das spart Kraft und Zeit. Wenn Du gemeinsam mit Skitourengehern am Berg unterwegs, verwende nicht die gleiche Spur, sondern trete eine eigene. Die tiefen Löcher der Schneeschuhe zerstören die Skitourenspur.

Ausrüstung

Für das Schneeschuhabenteuer braucht man keine speziellen Schuhe. In die Bindungen passen so gut wie alle Schuhmodelle. Hohe Stiefel mit Gummirand oder wasserdichte, über knöchelhohe Bergschuhe sind perfekt. Gamaschen machen bei tieferem Schnee Sinn. Beheizbare Sohlen oder Socken sind für Menschen mit kalten Füßen eine deutliche Komfortverbesserung. 

Neben witterungsangepasster Bekleidung (Zwiebelprinzip) und Wechselwäsche sind vor allem gute Stöcke ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand. Hier vor allem auf große Teller achten. Beim Rucksack ist praktisch, wenn man die Schneeschuhe außen befestigen kann. 

Neben einem Erste-Hilfe-Set gehören Karte, GPS und Handy ins Gepäck. Wer sich in höhere Lagen begibt, braucht dann auch LVS-Gerät, Sonde und Schaufel. Außerdem sind natürlich das Abrufen des aktuellen Lawinenlageberichts und Kenntnisse in der Lawinenkunde Pflicht.

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2 Kommentare

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t-kress

@Hubsa:
Das steht doch drin! Lies erst mal den Bericht richtig!!!

Hubsa

Warum wird in allen Kommentarenb für Schneeschuhwandereungen, ob Rundfunk, Presse Fernsehen nie erwähnt, dass die Spur der Skitourengänger für für Schneetourengänger tabu sein sollte?