Wann verlieren Sohlen ihren Grip? Wann sollte man sie wechseln? ALPIN-Testchef Olaf klärt auf!

Frage: Nachdem ich von mehreren Bergsteigern erfahren habe, dass die gute Vibram-Sohle höchstens ein Jahr hält und dann abgelaufen und ohne Grip ist, auch bei trockenem Wetter, möchte ich euch auf dieses Problem hinweisen. 

Selbst ein Testsieger bei Bergstiefeln taugt nichts, wenn die Sohle nicht hält. Ist es möglich die Langlebigkeit einer Sohle zu testen? Vielleicht würde Vibram dann wieder mehr Wert auf Qualität legen.

+++ Eine große Auswahl an Bergschuhen mit Preisvergleich findet ihr in unserem ALPIN-Shop. +++

Antwort von Olaf: Danke für deine Info. Allerdings bin ich mit den Erfahrungsberichten Dritter eher skeptisch. Diese Hinweise sind für uns aber ein guter Hinweis, Augen und Ohren offen zu halten. 

Worauf ist beimKauf von Bergschuhen zu achten? Wir sagen es euch:

Die Haltbarkeit von Sohlen zu testen, ist leider sehr schwierig. Fast jeder Schuh hat eine andere Sohle und man müsste dann ja zehn Paar Schuhe (wir haben ja immer zehn Produkte im Test) extrem viel nutzen, um das beurteilen zu können. Das heißt dann im Umkehrschluss, man kann keine anderen Schuhe testen … 

Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass sich Qualitätssohlen innerhalb eines Jahres bei normaler Nutzung und normalem Gangbild ablaufen. Das gilt für Vibram, aber auch für andere gute Sohlen. 

Unsere Erfahrung dazu ist auch eine andere. Ich hatte noch nie einen Berg- oder Wanderschuh, an dem die Sohle nach einem Jahr runtergelaufen war.

Bergschuhe: Welche Alternativen zur Vibram-Sohle gibt es?

Und noch ein Gedanke dazu: Was ist die Alternative? Vibram hat zurzeit (noch?) einen extrem hohen Marktanteil. Im Top-Bereich gibt es fast nur Modelle mit Vibram-Sohlen. 

Salewa und Adidas arbeiten mit Michelin und Continental, aber Salewa verwendet beispielsweise auf seinen technischen Schuhen auch Vibram-Sohlen. Dann gibt es noch viele Modelle mit No-Name-Sohlen, aber die sind auch nicht besser.

Mehr Fragen von Lesern und Usern sowie die Antworten von Olaf findet Ihr unter: alpin.de/olaf.

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Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Eure Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Eure Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Auf der Suche nach Bergschuhen mit Lederfutter? Wir haben neun Modelle für verschiedene Bergsportaktivitäten getestet:

Text von Olaf Perwitzschky

5 Kommentare

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Rainer

Ich musste gerade etwas schmunzeln… :-)

Fünf Wanderungen, dann Highend-Schuhe kaputt - das erinnerte mich an den User von vor wenigen Wochen (Goretex-Schuhe nach zehn Minuten durch feuchte Wiese schon nicht mehr wasserdicht).

Ich glaube den Usern durchaus, und fühle da mit.

Wichtig scheint mir nur, hervorzuheben, dass das wirklich Ausnahmen sein müssen. Naturgemäß melden sich in dieser Rubrik eher die Leute, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ich denke aber, man kann guten Gewissens sagen, dass (um mal bei den beiden Beispielen zu bleiben) Vibram-Sohlen und Goretex-Membran jeweils das Beste sind, was der Bergschuh-Käufer kaufen kann. Das kann künftig anders aussehen, aber so war es die letzten 20 bis 25 Jahre, und so ist es meiner Meinung nach auch aktuell noch.

Ein Gast

Also ich trage seit 18 Jahren einen Lowa Mountain Guide GTX Schuh mit einer Vibram Vertige Sohle. Die Sohle sieht aus wie am ersten Tag und der Grip liegt noch bei 100%. Und nein, die haben nicht nur im Keller gestanden, sondern haben schon einige Kilometer in Eis und Fels hinter sich gebracht. Kann aber schon sein, dass aktuelle Modelle qualitativ minderwertiger sind – kann ich aber nicht beurteilen.

Sea

Deine Erfahrung sei eine andere, schreibst du. Wozu nutzt du die Schuhe?

Schau mal bitte hier:

h_t_t_p_:_//bit.ly/3pb8wg1

Ich erwarb die Hanwags (Vibram Gummi) am 14.4.2020 - bereits am 01.06.2020 war die Sohle quasi durch. Ich reklamierte - die Schuhe wurden neu besohlt.

Die Sohlen sehen jetzt - trotz geringerer Nutzung - noch ruinierter aus, als vorher.

Bei dem Preisniveau von Hanwag und vergleichbaren Herstellern ist das ein Un_ding. Privat ./. im Alltag trage ich handgefertigte, spanische Stiefel - ich habe ein Xx Jahre altes Paar, zu dem der Schuster neulich sagte, ich müsse diese noch nicht neu besohlen lassen - es sei noch ok, wie es ist. Das erwarte ich auf dem Preisniveau auch von Trekking/Wanderschuhen.

marion

mein scarpa hochtourenschuh ist 10 jahre alt, er stand auf etlichen 4000 ern, hat viele gratüberschreitungen mitgemacht, und ungezählte mehrtagestouren in alpinem gelände. jetzt wäre es an der zeit mal die vibramsohle zu wechseln;-) eine weiche sohle mit weniger grip läuft schneller ab, logisch, oder, dafür hat man dann sensiblen felskontakt. kletterfinken nutzen sich ja auch schnell ab. Es gibt keine absolut beste mischung, sondern nur eine optimale mischung für den jeweiligen einsatzbereich, und derweil gibt es um die 30 mischungen! insofern finde ich die leserfrage ziemlich undifferenziert.

Gipfelgrat

La Sportiva hat den Ruf dass die Schuhe nicht lange halten und bei meinen konnte man der Sohle richtig beim Verschleiß zuschauen. Nach 6 Touren war der Schuh dann komplett hinüber. Kommentar von La Sportiva zur Reklamation: "die Sohlen sind abgenutzt". Nach vielfachem hin und her wurde mir dann eine vergünstigte Neubeginn Neubesohlung angeboten.

Bei meinen Lowa Schuhen hält der Gummi recht lange. Obwohl auch Vibram scheint das eine andere Gummi Mischung zu sein.