Sie ist angekommen, die Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). In den kommenden Tagen werden die Damenund Herren des IOC die Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 genau unter die Lupe nehmen. Anlass genug für DAV-Präsident Josef Klenner das Engagement seines Verbandes in Sachen Olympia-Bewerbung nochmals zu erläutern.

Bernhard Schwank, Geschäftsführer der Münchner Olympia-Bewerbungsgesellschaft, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), IOC-Vizepräsident Thomas Bach, die Vorsitzende des Olympia-Bewerbungskuratoriums, Katarina Witt, und Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) stehen am Montag (28.02.2011) in München (Oberbayern) nach einer Pressekonferenz der Bewerbergesellschaft für die Olympischen Winterspiele 2018 in München am 28.02.2011 (v. li. / Foto: pa).
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„Uns ging es darum, die Spiele, wenn sie denn kommen, so naturverträglich wie möglich zu gestalten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der bayerische Alpenraum weit darüber hinaus profitiert. Die Bewerbungsschrift belegt, dass uns das sehr gut gelungen ist“, so Verbandspräsident Josef Klenner.

Bestandteil des Bid Books, der offiziellen Bewerbungsschrift, ist das „Konzept für umweltverträgliche und nachhaltige Olympische und Paralympische Winterspiele München 2018“. An diesem Umweltkonzept hat der DAV maßgeblich mitgewirkt – und zwar in zwei Richtungen.

Umweltbelastung durch die Spiele reduzieren

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Eine Großveranstaltung wie Olympia bringt ökologische Belastungen mit sich – das lässt sich nicht verhindern. Aber die Auswirkungen können so gering wie möglich gehalten werden. In diesem Prozess hat sich der DAV mit seinem Sachverstand als Naturschutz- und Sportverband eingebracht. So wurden auf Drängen des DAV Kaltenbrunn und Krün sowie Oberammergau als Standorte für die Nordischen Disziplinen verworfen.

Im ersten Fall hätten die Wettbewerbe das Schutzgebiet „Mittenwalder Buckelwiesen“ und mehrere Biotopflächen betroffen. Im Fall Oberammergau wären Probleme mit der Verkehrsanbindung und der mangelhaften Wasserversorgung der Beschneiungsanlagen unausweichlich gewesen. Sollten die Spiele 2018 nach München kommen, würden die Nordischen Disziplinen jetzt am Gut Schwaiganger bei Murnau stattfinden.

Ein weiteres konkretes Beispiel: In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hat der DAV bewirkt, dass das Mediendorf nicht im Grüngürtel von Garmisch-Partenkirchen gebaut wird. Dieser Grüngürtel, der den Ort vom Skigebiet trennt, bleibt damit erhalten.

Dagegen: Demonstraten auf dem Marienplatz in München (01.03.2011 / Foto: pa).

Mehrwert für den Naturschutz sichern

Im Teil zwei des Umweltkonzepts der Bewerbung sind 18 Umweltprojekte vorgesehen. Sie sind integraler Bestandteil der Bewerbung, ihre Finanzierung ist gesichert. Und diese Umweltprojekte sind nicht nur „heiße Luft“, sondern bringen einen echten ökologischen Mehrwert.

Zwei der Projekte haben den Umweltschutz im bayerischen Alpenraum zum Ziel. Das Projekt „Bergtour 2018 – nachhaltige Bergsport- und Tourismusentwicklung in der Olympiaregion“ hat der DAV entwickelt. Sollte der Zuschlag für München erfolgen, würde er die Federführung übernehmen. Das Projekt zielt darauf ab, ein Gesamtkonzept für naturverträglichen Bergsport im bayerischen Alpenraum zu entwickeln und umzusetzen. Außerdem soll der Tourismus – eine wichtige Lebensgrundlage der Region – nach den Kriterien der Nachhaltigkeit weiterentwi-ckelt werden.

Das Projekt „Natur, Kulturerbe, Bildung – gemeinsames Handeln in der Olympia-region“ hat der DAV zusammen mit anderen Akteuren auf den Weg gebracht, der Landkreis Garmisch-Partenkirchen würde die Realisierung übernehmen. Es hat zum Ziel, die bestehenden Biotope und Schutzgebiete im Landkreis Garmisch-Partenkirchen miteinander zu vernetzen.

„Der DAV hatte gute Gründe, an der Bewerbung mitzuarbeiten“, so Thomas Urban, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Alpenvereins. „Durch unsere Beteiligung können im Zuge der Spiele wichtige ökologische Projekte vorwärts gebracht werden. Als Naturschutz- und Sportverband sehen wir darin eine große Chance für den bayerischen Alpenraum“.

Text: Pressemitteilung DAV

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