Neuschnee und erhebliche Lawinengefahr in den Berchtesgadener Alpen

Verletzte in Bayern, Lawinenopfer in Österreich

Neuschnee und erhebliche Lawinengefahr in den Berchtesgadener Alpen erfordern umsichtiges Verhalten. Lawinenabgänge fordern Verletzte in Bayern und Opfer in Österreich.

Neuschnee und erhebliche Lawinengefahr in den Berchtesgadener Alpen
© IMAGO / Panthermedia

Durch die ergiebigen Schneefälle der letzten Tage hat sich die Schneelage für Skitourengeher und Wintersportler verbessert. Allerdings ist gerade im Chiemgau und den Berchtesgadener Alpen auch die Lawinenlage kritischer geworden: Die Lawinengefahr stand am Samstag teilweise bei der zweithöchsten Stufe hoch (4). 

In den Berchtesgadener Alpen: Besonders in den Hochlagen kritische Lawinenlage!

Nach dem Wochenende liegt sie in den Berchtesgadener Alpen jetzt (Stand 24.01.2022, 16 Uhr) oberhalb 2000 m bei erheblich (3), darunter bei mäßig (2). Der Neuschnee der letzten Tage stellt das Hauptproblem dar. Dieser kann stellenweise vom einzelnen Wintersportler als Schneebrettlawine ausgelöst werden. Im Allgäu fiel deutlich weniger Schnee vom Himmel, hier liegt die Lawinenwarnstufe wie in den restlichen Bayerischen Voralpen bei mäßig (2).

Abereck, Aschau im Chiemgau: Mehrere Lawinenabgänge mit Personenbeteiligung

Am Sonntag kam es im Bereich des Aberecks im Chiemgau zu mehreren Lawinenabgängen mit Personenbeteiligung. Ein Skifahrer war in den stark eingefrachteten, 45 ° steilen Osthang vom Gipfel eingefahren und löste eine Schneebrettlawine aus, die ihn teilverschüttete. Der Anriss war im Bereich einer Wechte über einen Meter mächtig und die Lawine erreichte mittlere Größe. Der Skifahrer konnte glücklicherweise ohne schwerere Verletzungen geborgen werden.


Österreich: Große Lawinengefahr in höheren Lagen

Noch ergiebiger präsentierten sich die Schneefälle der letzten Tage in Österreich. Hauptbereich der Niederschläge war hierbei das Salzburger Land und die Hohen Tauern. Hier wird oberhalb der Waldgrenze eine erhebliche Lawinenwarnstufe (3) und darunter eine mäßige (2) ausgewiesen (Stand 24.01.2022, 16 Uhr).

Die fünf Lawinenprobleme zeigen zeigen wir euch in der Galerie:

Ein Toter nach Lawinenabgang im Ötschergebiet

Im Ötschergebiet in Niederösterreich hat ein Lawinenabgang Sonntag Mittag ein Todesopfer gefordert. Ein 32-Jähriger aus dem Bezirk St. Pölten war Polizeiangaben zufolge in einer sechsköpfigen Gruppe von Skifahrern und Snowboardern im Freien Gelände unterwegs und von einem etwa 250 Meter breiten Schneebrett rund 300 Meter mitgerissen und verschüttet worden. Durchgeführte Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos.

In einem ungefähr 40 Grad steilen Hang begab sich der Snowboarder als Erster, während die übrigen Gruppenmitglieder noch warteten. Kurz nach der Einfahrt löste sich laut Landespolizeidirektion das Schneebrett. Der Lawinenairbag des 32-Jährigen ging auf, verhinderte aber nicht, dass der Niederösterreicher bis zu 75 Zentimeter tief verschüttet wurde.

Die Begleiter des Verunfallten alarmierten die Bergrettung, eine Ortung mittels Lawinenverschüttetengerät gelang ihnen zunächst nicht. Entdeckt und befreit wurde der 32-Jährige erst von den angeforderten Helfern. Im Einsatz standen 41 Mitglieder der Bergrettung, fünf Alpinpolizisten sowie drei Beamte der Polizeiinspektion Gaming (Bezirk Scheibbs).

Weiterer Lawinenabgang in Niederösterreich

In den Türnitzer Alpen im Bezirk Lilienfeld wurde am Samstagnachmittag ein 33-Jähriger von einer Lawine etwa 120 Meter mitgerissen und verschüttet. Der Mann aus dem Bezirk St. Pölten wurde nach Polizeiangaben binnen weniger Minuten von Begleitern mittels Suchgerät geortet. Er blieb unverletzt und machte sich nach der Befreiung selbst auf den Weg ins Tal - noch bevor alarmierte Helfer an Ort und Stelle waren.

Der Niederösterreicher war Teil einer fünfköpfigen Gruppe von Tourengehern, die am Großen Sulzberg unterwegs gewesen war. Es herrschte Lawinenwarnstufe 2, also mäßiges Risiko.

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