Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) hat seine Zwischenbilanz für den Bergsommer 2021 vorgelegt.

Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) hat die von der Alpinpolizei/BMI erhobenen Alpinunfälle in Österreich für den Zeitraum 01.05.2021 bis 03.10.2021 ausgewertet. Demnach verunglückten in den Sommermonaten 2021 insgesamt 3.864 Personen, das sind etwa 200 weniger als im Vorjahr. 

Jedoch bleibt der Trend bei der Entwicklung der Unfallzahlen seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen der Alpinpolizei in der Datenbank (beginnend 2006) weiterhin negativ.

Die Zahl der Alpintoten liegt für den Betrachtungszeitraum bei 143 (das 10-Jahresmittel liegt bei 144). Im Verhältnis zur Anzahl der Verunfallten, ist die Zahl der Alpintoten mehr oder minder konstant. Unter den tödlich Verunglückten sind 122 Männer und 21 Frauen.

Alpinunfallstatistik Sommer 2021: Wandern

Im betrachteten Zeitraum verunfallten in Österreich beim Wandern mehr als 1.950 Personen (Mittel 10 Jahre: 1.617), davon verunglückten 71 tödlich (Mittel 10 Jahre: 74). 40 % der verunfallten Wanderer setzten unverletzt einen Notruf ab, da sie sich in einer misslichen Lage befanden. Hauptunfallursache der tödlichen Unfälle ist mit 38 % der interne Notfall, das sind 27 Tote durch Herz-Kreislaufversagen.

Alpinunfallstatistik Sommer 2021: Klettern & Klettersteig

Beim Klettern (inkl. Klettersteig) wurden insgesamt 332 Verunfallte (Tote, Verletzte, Unverletzte) registriert (Mittel 10 Jahre: 346); dabei entfallen ca. zwei Drittel auf Unverletzte (63 %). Insgesamt haben sich 11 tödliche Kletterunfälle in Österreich ereignet, davon 7 Tote auf Klettersteigen. Drei Abstürze im Klettersteig endeten tödlich da die Personen ungesichert unterwegs waren, drei weitere sind auf ein Herz-Kreislaufversagen zurückzuführen, ein tödlicher Unfall ereignete sich auf Grund Sturzes in das Klettersteigset.

Alpinunfallstatistik Sommer 2021: Hochtouren

Auf einer Hochtour kamen im Sommer 2021 zwei Personen ums Leben; Unfallursache waren hier Sturz/Stolpern/Ausgleiten und Absturz durch unbekannte Ursache. Insgesamt sind 76 Personen auf einer Hochtour verunfallt und 16 Unfälle wurden auf vergletscherten Gebieten registriert; davon vier Spaltenstürze (ohne Todesfolgen).

Alpinunfallstatistik Sommer 2021: Mountainbiken

Hat deutlich Zugenommen: Der Anteil der Biker:innen, die mit einem E-Mountainbike verunglückt sind.

Hat deutlich Zugenommen: Der Anteil der Biker:innen, die mit einem E-Mountainbike verunglückt sind.

| © IMAGO / Eibner Europa

Insgesamt verunfallten 891 Mountainbiker, davon 841 Verletzte und 14 Personen verunglückten tödlich (Mittel 10 Jahre: 6 Tote). Auffallend bei den tödlichen MTB-Unfällen 2021: Die häufigste Unfallursache beim Mountainbiken ist auf ein Herz-Kreislaufproblem zurückzuführen (4 Personen mit E-Bike, 3 Personen auf regulären Bikes), der Altersdurchschnitt dieser Personen lag bei 61 Jahren. Fünf Personen kamen bei einem Sturz ums Leben. Bei den Verletzten hingegen kamen 86 % durch Sturz zu Schaden. Betroffen sind hier alle Altersklassen, zwischen 11- bis 60-Jährigen gleichermaßen.

"Biking ist nun ganz klar nach Wandern und weit vor Klettern die Nummer zwei bei den Unfalltreibern im alpinen Bereich. Besonders mit dem E-Bike hat Biken einen, noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehaltenen, Boom erlebt. Jeder, der sich mit dem Fahrrad im alpinen Raum bewegen möchte, kann nun auch mit guten Chancen hochgelegenere Ziele erreichen. Besonders älteren Jahrgängen und weniger Trainierten hat das E-Bike alpine Ziele eröffnet, mit denen viele wohl nicht mehr oder überhaupt nie gerechnet haben. 

Peter Paal, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS)

Peter Paal, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS)

| © ÖKAS

Es ist schön, dass so viele am Rad unterwegs sind und z.T. auch wieder gemeinsam unterwegs sein können. Für E-Biker gilt, dass sie aufgrund des hohen Gewichts des Rads besonders bei der Abfahrt aufpassen müssen. Die Unfallgefahr ist durch die reduzierte Kontrolle des schweren Geräts hoch", so Peter Paal, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS).

Den kompletten Bericht des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit findet ihr hier. 

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