Am Montag rauschte eine Flutwelle durch die Höllentalklamm. Zwei Personen wurden vermisst, eine nun tot geborgen.

Vor 115 Jahren wurde die Höllentalklamm mit ihren Wasserfällen und steilen Felswänden zugänglich gemacht. Der Weg durch die Klamm ist immens beliebt: Tausende gehen Jahr für Jahr den spannenden, technisch unschwierigen Steig bis zu Höllentalangerhütte. Bergsteiger:innen zieht es noch weiter über Leiter, Brett, Höllentalferner und dann über den Klettersteig zum Gipfel der Zugspitze.

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Zwei vermisste Personen in der Höllentalklamm

Am Montag rauschte nach starken Regenfällen eine Flutwelle durch die Klamm. Sechs Menschen wurden vom Wasser eingeschlossen und mussten von Sicherheitskräften gerettet werden, zwei weitere wurden weiter oben aus der Klamm in Sicherheit gebracht. 150 Rettungskräfte sollen im Einsatz gewesen sein, darunter speziell ausgebildete Canyon-Retter der Bergwacht.

Bereit zum Einsatz: Bergwacht und Notarzt.

Bereit zum Einsatz: Bergwacht und Notarzt nach der Flutwelle in der Höllentalklamm.

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Doch noch wurden nicht alle vermisste Personen gefunden. Zwei Menschen gelten nach wie vor als vermisst. Die Beiden hatten nach Auskunft von Augenzeugen auf einer Holzbrücke über dem wild tosenden Hammersbach in der Klamm gestanden. Die Brücke sei von der Flutwelle weggerissen worden.

Die Suche nach den Vermissten geht am heutigen Dienstag weiter.

Update 13:30 Uhr: Eine Vermisste tot geborgen

Inzwischen ist es traurige Gewissheit: Eine Frau wurde gegen 08:30 Uhr leblos im Wasser gesichtet und hierauf von den Einsatzkräften tot aus den Fluten geborgen. Dabei handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine der beiden vermissten Personen.

Die Suche nach der zweiten vermissten Person geht weiter. Die Hoffnung, sie lebend aufzufinden, schwindet aber.

Auch wenn der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor unwetterartigen Entwicklungen im Alpenraum gewarnt hatte und für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen zeitweise bis zu 40 Litern Regen pro Quadratmeter und Stunde vorhergesagt worden war, überraschte - so heißt es in einer Meldung der Deutschen Presseagentur - "die Wucht der Flutwelle auch Ortskundige und Einheimische. Der rasante Anstieg des Baches sei nicht üblich."

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft München II Vorermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. 

Update 19:30 Uhr: Suche nach zweiter vermisster Person in Höllentalklamm eingestellt

"Trotz des großen Einsatzes vieler ehrenamtlicher Berg- und Wasserretter konnte die zweite vermisste Person nicht aufgefunden werden", sagte der Einsatzleiter des Bayerischen Roten Kreuzes, Hans Steinbrecher. "Dabei wurden alle relevanten und denkbaren Bereiche mehrfach abgesucht." Rund 150 Helfer waren im Einsatz; ein Hubschrauber und mehrere Drohnen hatten aus der Luft die Suche nahe Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen unterstützt. "Leider blieben alle erdenklichen Maßnahmen ohne Erfolg."

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